Ministerin baut Cannabis an

In staatlicher Agentur

Ministerin baut Cannabis an

Die Pharmaindustrie kann auf Cannabis aus staatlicher Produktion zurückgreifen.

Eigentlich will die schwarz-blaue Regierung sogenannte „Grow-Shops“ zurückdrängen, die Cannabis produzieren. Der Passus findet sich im Koalitionsabkommen. Und Österreichs größter Grow-Shop-Betreiber hat schon angekündigt, die Produktion ins Ausland verlegen zu wollen.

Staat produziert

Was aber bisher kaum einer wusste: Die staatliche Gesundheitsagentur AGES produziert schon seit 2010 Cannabis. Politische verantwortlich ist hier ausgerechnet eine FPÖ-Politikerin– und zwar Gesundheitsministerin Beate Hartinger. Ihr Sprecher legt Wert darauf, dass das produzierte Cannabis ausschließlich für die Produktion von Medikamenten verwendet werde – und das schon seit Jahren.

Bericht

Hartinger erhielt jetzt vom Gesundheitsausschuss des Parlaments den Auftrag, die Sachlage zu Medizinalhanf für die ärztliche Behandlung zu „evaluieren“. Soll heißen: Sie muss demnächst einen Bericht vorlegen ob Cannabis – normalerweise verarbeitet zu Marihuana oder Haschisch – nicht nur zum Zudröhnen, sondern auch als (Schmerz-)Medikament taugt. Diesen Bericht soll der Sanitätsrat vorlegen. Kommt dieser bzw. Hartinger zu einem Ja – na dann könnte die Produktion von „lupenreinem Cannabis“ bei der AGES locker gesteigert werden, wird versichert.

Wirksam?

Eine Studie der deutschen Techniker-Krankenkasse sieht die Sache kritisch: „Zwar kann bei chronischen Schmerzen ein Nutzen gefunden werden, er bezieht sich jedoch auf eine leichte Schmerzreduktion.“ Immerhin: Nach einer Chemotherapie sei „Cannabis bei Übelkeit und Erbrechen, bzw. Appetitstimulation durchaus wirksam“.

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