Nach Kneissl-Kollaps: 1. Auftritt mit Mann & Hunden

Schreck in Alpbach

Nach Kneissl-Kollaps: 1. Auftritt mit Mann & Hunden

Am Tag nach ihrem Kollaps nimmt die Außenministerin ihre Arbeit wieder auf.

Außenministerin Karin Kneissl ist nach ihrem Schwächeanfall am Sonntagnachmittag wieder auf den Beinen. Die 53-Jährige traf sich bereits am Montag in der Früh mit einer chinesischen Delegation zum Arbeitsfrühstück.

"Es gibt mich noch", sagte Kneissl Montagvormittag bei einer Diskussionsveranstaltung beim Forum Alpbach. Die Ministerin war am Sonntag bei einem Kamingespräch und nach einem Interviewmarathon im Zusammenhang mit dem Putin-Besuch auf ihrer Hochzeit ohnmächtig geworden und musste von Sanitätern versorgt werden. Mittlerweile weiß sich die Ministerin in guten Händen. Ihr Ehemann Wolfgang Meilinger und ihre beiden Hunde waren bei Kneissl in Alpbach. Sie ließen sich zusammen für ein paar Bilder fotografieren. Hier scheint die Außenministerin wieder gut erholt zu sein.
 
 

Termin-Stress schuld an Zusammenbruch?

 
Als Grund für ihren Schwächeanfall deutete die Ministerin, die mit ihren Hunden und ihrem frisch angetrauten Ehemann zur Diskussion erschien, einen zu dichten Terminkalender am Rande der Politischen Gespräche in Alpbach an.
 
Die Ministerin war gerade aus den Flitterwochen nach ihrer viel beachteten Hochzeit zurückgekehrt, als sie am Sonntag im Rahmen des Forum Alpbachs einen Schwächeanfall erlitt. Daraufhin landete auch ein Hubschrauber in Alpbach, ins Krankenhaus musste Kneissl allerdings nicht gebracht werden.
 
© ZOOM.Tirol

Nicht der erste Gesundheits-Schreck

Es ist das zweite Mal, dass sich Kollegen und Öffentlichkeit um die Gesundheit der Diplomatin sorgen müssen. Bereits im April musste die Nahost-Expertin für rund eine Woche ins Spital gebracht werden. Damals hatte es sich offenbar um eine Virusinfektion gehandelt, die sie sich auf einer Russland-Reise eingefangen haben soll.

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Trotz des Zwischenfalls spult die Außenministerin ihre heutige Agenda ohne Änderungen ab. Um 14.30 Uhr wird sie am Montag an der Podiumsdiskussion "Globale Machtverschiebungen: Folgen für Europa und Asien" teilnehmen. 

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Außenministerin verteidigt Regierungspläne

Kneissl verteidigt das von der türkis-blauen Regierung geplante Ende der Lehre für Asylwerber gegen Populismusvorwürfe verteidigt. Die Außenministerin appellierte stattdessen an die Wirtschaft, mehr für die Integration jener 8.600 Asylberechtigten unter 25 auf Jobsuche zu tun, die bereits einen positiven Asylbescheid haben.
 
"Es ist uns sehr daran gelegen, aus der Flüchtlingskrise keine Integrationskrise werden zu lassen", sagte Kneissl beim Forum Alpbach bei einer Diskussionsrunde zum Thema Integration. Es gebe in Österreich über 30.000 arbeitslose Asylberechtigte. 8.700 davon seien in einem Alter, das zur Lehrlingsausbildung befähige. Demgegenüber stünden derzeit rund 800 Asylwerber, die eine Lehrausbildung machen.
 
"800, die als Asylwerber in einer Lehre sind, versus 8.700, die asylberechtigt sind, die sich bitte auf den Weg machen mögen, um eine Lehre zu beginnen." Kneissl wies auch darauf hin, dass die Lehrlingsentschädigung rund 300 Euro beträgt, während arbeitslose Asylberechtigte rund 850 Euro Mindestsicherung erhalten würden. Der Anreiz für Asylberechtigte, eine Lehrlingsausbildung zu machen, sei vor diesem Hintergrund "relativ gering".
 

Kneissl nimmt Wirtschaft in die Pflicht

Die derzeitige Abschiebepraxis bei Lehrlingen ist laut Kneissl unumgänglich. Bei Asylverfahren könne man Richtersprüche "nicht einfach hinwegwischen und sagen, die Entscheidung der Gerichte interessiert mich nicht, weil dann ist der Rechtsstaat auch infrage gestellt", betonte die Ministerin. Unternehmen würden schließlich auch nicht einfach auf einem Grundstück eine Produktionsstätte errichten, wo der Rechtsstatus strittig ist.
 
Die Wirtschaft bat Kneissl deshalb, die Bemühungen der Regierung zu unterstützen und mehr für die Integration der über 30.000 arbeitslosen Asylberechtigten zu tun, damit "diese Menschen sich selbst versorgen und ihre Familien ernähren können". Asylwerbern empfahl die für Integration zuständige Ministerin, sich ehrenamtlich einzubringen. Sie könnten etwa in einem Hospiz arbeiten, das habe sie selbst in der Vergangenheit auch getan.
 
Die Zahlen-Angaben der Regierung zu Asylwerbern und Asylberechtigten am Arbeitsmarktangaben unterscheiden sich ein wenig von jenen des AMS: Per Ende Juli gibt es laut AMS in ganz Österreich 1.023 Asylwerber als Lehrlinge, die mit einer speziellen Bewilligung des AMS die Lehre in Mangelberufen beginnen konnten. Insgesamt sind (per Ende Juli) laut AMS 10.063 Asylberechtigte unter 25 Jahren ohne Job, davon suchen 1.459 Personen eine Lehrstelle.

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