Neues Geheim-Papier im Ibiza-Video-Krimi aufgetaucht

"Schwachpunkte der Zielperson werden ausgeforscht"

Neues Geheim-Papier im Ibiza-Video-Krimi aufgetaucht

Der geheime Brief eines Gesellschafters der "Gruppe S." an den Wiener Rechtsanwalt Dr. M., der ebenfalls der Rechercheplattform "Fass ohne Boden" zugespielt worden ist, zeigt viel über die mutmaßlichen Tatverdächtigen: Anwalt M. - wir berichteten - hat zwar bereits gestanden, die Video-Falle für Strache und Gudenus bestellt zu haben, doch auch er dürfte nur Mittelsmann für andere Auftraggeber gewesen sein.

Auf mehreren Seiten berichtet der Gesellschafter der "Sicherheits-Firma" dann, was er und seine Kollegen alles leisten könnten. Datiert ist dieses Schreiben mit Februar 2015 - es sind nur noch sieben Monate bis zur Wien-Wahl, die FPÖ liegt in Umfragen nur knapp hinter der Wiener SPÖ.

Ganz offen werden in diesem Brief dann die Mitgesellschafter der Firma genannt: Ein "Ex-Offizier für Auslandsaufklärung", ein "Ex-Brigadier des Heeresnachrichtenamts", sowie "K., ein leitender Offizier einer Spezialeinheit der jugoslawischen Armee, bis 1999 im Bosnien-Krieg aktiv".

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Auch über das Angebot dieses Unternehmens ist einiges zu erfahren: So werde das "tatsächliche private Umfeld der Zielperson" durchleuchtet und eine "komplette Beschreibung des Privatlebens der Zielperson sowie Vorlieben und Umfeld" geliefert. Außerdem im Package: "Es werden Schwachpunkte sowie mögliche Angriffspunkte gegen die Zielperson ausgeforscht. Verdeckte Operationen der Ermittlerteams erhöhen die Effektivität der späteren Ergebnisoptimierung".

Offenbar war dieses Angebot ideal für den Wiener Rechtsanwalt M.: Wie nun bekannt ist, dürften mehrere Personen dieser "Gruppe S." den Video-Krimi gegen Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache organisiert und ausgeführt haben - einer der Mitgesellschafter war beim Video-Dreh in der Finca auf Ibiza sogar dabei und dirigierte die Fragestellung des lettischen Lockvogels.

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Die im Brief genannten Preise für die Aktivitäten der "Sicherheits-Firma" dürfte der Anwalt wohl nicht selbst bezahlt haben: So kostete ein einziger Arbeitstag mindestens 1500 Euro, als Anzahlung waren 9500 Euro fällig. Alles zusätzlich zu einer "vor Beginn der Operation vertraglichen Hauptvereinbarung". Zusatz: "Fact finding und aktive Beeinflussung von Behörde, politisch, privat" sei dabei inkludiert . . .

ibiza geheimpapiere © oe24

Das bisher vertrauliche Schreiben beweist somit zusätzlich, mit welch krimineller Energie hier in diesem Politkrimi gearbeitet worden ist.

Wie berichtet, hatte auch Ex-Kripo-Chef Ministerialrat Dr. Ernst Geiger Kontakt zu dieser mutmaßlichen Tätergruppe. Zu ÖSTERREICH sagte er: "Ja, das war aber bereits 2009 und 2010." Er betont auch, dass er sich "keinesfalls SPÖ-nahe" sehe. Geigers Name taucht ebenfalls im Organigramm der Firma der Tatverdächtigen auf.

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