Österreich nahm Al-Kaida-Vize nicht fest

Schwere Vorwurf

Österreich nahm Al-Kaida-Vize nicht fest

Die österreichischen Behörden hätten im Jahr 1995 die Festnahme des Al-Kaida-Führers Ayman al-Zawahiri abgelehnt. Das sagte der ehemalige bulgarische Innenminister Georgi Lambow gegenüber dem staatlichen Radiosender "Darik". Al-Zawahiri, der heute als Nummer zwei in der Al-Kaida gilt, sei damals von Österreich aus nach Bulgarien gereist, um in die Türkei zu gelangen.

Streit um Festnahme
Wien habe von Sofia verlangt, den Mann zu verhaften, die bulgarischen Behörden hätten aber den Spieß umgedreht, und gleiches von Österreich verlangt. "Ich habe ihnen gesagt, verhaftet ihn doch in Österreich", berichtete Lambow. "Warum sollten wir ihn in Bulgarien festnehmen, um dadurch Attentate zu provozieren?" Nach jeder Festnahme eines Terroristen sei es in den betreffenden Ländern zu "drei bis vier Attentaten" durch Islamisten gekommen, sagte Lambow.

Zawahiri soll nach Angaben von des Ex-Innenministers und des Ex-Polizeichefs Wladimir Manolow in den 1990er-Jahre unter falschem Namen zweimal nach Bulgarien gereist sein. Er wurde damals als Verdächtiger im Zusammenhang mit dem Mord am ägyptischen Staatschefs Anwar el Sadat 1981 gesucht.

Einreise in Bulgarien
Die Entscheidung, Zawahiri nicht zu verhaften, fällte laut Lambow nicht er, sondern der mittlerweile verstorbene Innenminister Ljubomir Natschew. Als Argument sei damals angeführt worden, dass Bulgarien kein Auslieferungsabkommen mit Ägypten habe. Bei einem seiner Aufenthalte in Bulgarien soll der Terrorchef einen ganzen Monat in einem Ort im Gebirge verbracht haben. Laut Ex-Polizeichef Manolow infiltrierten die bulgarischen Geheimdienste dabei den engeren Kreis des gesuchten Islamisten und konnten Informationen von ihm abschöpfen.

Aufenthalt in Österreich?
Auch in Österreich könnte sich Zawahiri länger aufgehalten haben. Wien in den 1990er-Jahren war laut dem deutschen Autoren Jürgen Elsässer ("Wie der Dschihad nach Europa kam") eine Drehscheibe für die Finanzierung und die Waffengeschäfte von ausländischen Islamisten, die im Bosnien-Krieg mitkämpften. Im Mittelpunkt stand damals die Wiener Zentrale der "Third World Relief Organization", die von sudanesischen Moslem-Fundamentalisten gegründet wurde, um islamistische Spendengelder aus der ganzen Welt nach Bosnien zu schicken. Auch der jüngst getötete Al-Kaida-Chef Osama bin Laden soll damals einen bosnischen Pass erhalten und damit sogar nach Wien gereist sein.

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