Ortstafeln -

Historischer Tag

Ortstafeln - "Ewiger Konflikt ist gelöst"

300 Festgäste fanden sich im Wappensaal in Klagenfurt ein.

Mit mehreren Festakten ist am Dienstag in Kärnten die Lösung der Frage der zweisprachigen Ortstafeln gefeiert worden. Am Vormittag versammelten sich 300 Ehrengäste - allen voran die Regierungschefs der Republiken Österreich und Slowenien, Werner Faymann (S) und Borut Pahor und die beiden Chefverhandler Staatssekretär Josef Ostermayer (S) sowie Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) - im Wappensaal des Klagenfurter Landhauses. Am Nachmittag wurden in den Orten Eisenkappel/Zelezna Kapla und Sitterdorf/Zitara vas die ersten zweisprachigen Ortstafeln montiert.

   Pahor unterstrich die Bedeutung der Beziehungen zwischen Slowenien und Österreich und Kärnten im Besonderen. Man sei sich nach der Staatsgründung der historischen Belastungen bewusst gewesen, aber ebenso der Chancen für eine gemeinsame Zukunft. Pahor: "Wir haben uns damals für die Zukunft entschieden, und für die Zukunft entscheiden wir uns auch heute."

"Stolzer" Faymann
  "Die österreichische Tradition, bei Konflikten aufeinander zuzugehen, macht mich stolz", sagte Bundeskanzler Faymann. Die Karawankengrenze spiegle die Geschichte Europas wider - und hier gebe es jetzt ein Zeichen der Gemeinsamkeit und des friedlichen Zusammenlebens - statt Rechthaberei. Die Stärke der Europäischen Union und der Geist, mit dem man an Unterschiedlichkeiten herangehe, sei der Geist der hier in Kärnten für die Lösung gelebt worden sei, so Faymann.

   Staatssekretär Ostermayer - der auch mit dem Kärntner Landesorden in Gold ausgezeichnet wurde - erklärte, dass an einer Lösung ob der Erfahrungen der Vergangenheit "gezweifelt" worden sei. Nun sei die "Mission erfüllt" - es gebe "die beste Lösung die je zustande kam". Die Rechtsstaatlichkeit habe gesiegt. "Wir haben den Durchbruch zum Aufbruch geschafft", betonte Landeshauptmann Dörfler. Eine Straße zur Zukunft mit gutem Unterbau sei geschaffen worden. Das Miteinander der Volksgruppen funktioniere seit Jahren besser, als außerhalb Kärntens oft angenommen werde.

Erste Tafeln montiert
  Nach dem zeremoniellen Festakt schritten die Politiker zur Tat und montierten die ersten zweisprachigen Tafeln. Als erstes war Bad Eisenkappel an der Reihe, anschließend Sittersdorf. Es gab Freibier, Blasmusik und Chorgesang sowie durchwegs fröhliche Gesichter.

   Die Spitzenpolitiker wurden in Bad Eisenkappel von Hunderten Besuchern erwartet. Bürgermeister Franz-Josef Smrtnik von der slowenischen Einheitsliste erklärte, der 16. August werde in seiner Gemeinde künftig ein Feiertag sein. "Es ist ein Tag, von dem ich nie erwartet hätte, ihn zu erleben", so Smrtnik. Auch in Sittersdorf waren Hunderte Menschen vor das Gemeindeamt gekommen, wo ein Festzelt aufgebaut war. Hier begrüßte Bürgermeister Jakob Strauß (S) die Ehrengäste. Die Feierstimmung war ebenso ausgelassen wie in Bad Eisenkappel, wo der Bürgermeister schon zu Beginn angekündigt hatte: "Das wird heute noch eine lange Feier geben."

   Die restlichen Ortstafeln sollen, wie Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) angekündigt hat, bis zum 30. September aufgestellt werden. Offizielle Feiern wird es dann allerdings keine mehr geben.

 

Ostermayer: „Definitiv kein zweiter Ortstafelsturm“

ÖSTERREICH: Sie bekamen den goldenen Orden des Landes Kärnten. Sind Sie in einer Hochstimmung?
Josef Ostermayer: Ja. Wir haben zwei Jahre an diesem Prozess gearbeitet und einen ewigen Konflikt gelöst. Schön war auch, dass wir die größte Ortstafel Österreichs – die von Bad Eisenkappel (slow.: Železna Kapla) – aufgestellt haben.

ÖSTERREICH: Wie geht es in Kärnten jetzt weiter?
Ostermayer: Wir haben ein Paket geschnürt, das weit über die Ortstafeln hinausgeht. Das muss jetzt gelebt werden.

ÖSTERREICH: Kommt es zu einem 2. Ortstafelsturm?
Ostermayer: Damit rechne ich definitiv nicht. Uns haben die Leute auf der Straße sogar gratuliert.

ÖSTERREICH: War der Festakt nicht von der Affäre Scheuch überschattet?
Ostermayer: Nein. Ich habe aber in meiner Rede gesagt, dass Kärnten nicht zurückfallen dürfe, der Rechtsstaat darf nicht infrage gestellt werden.
 

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