Schon 6.900 Anzeigen: Immer mehr Spuckattacken

Auch "Corona-Partys" & Co.

Schon 6.900 Anzeigen: Immer mehr Spuckattacken

Innenminister Nehammer hat angekündigt, dass die Polizei auch weiterhin konsequent gegen Corona-Sünder vorgeht.

Über das Wochenende will die Regierung evaluieren, inwieweit die Coronavirus-Maßnahmen wirken und diese nach Ostern nachgeschärft, beibehalten oder gelockert werden können bzw. müssen. Am Montag werde man dazu mehr sagen können, versprach Anschober.

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) berichtete von bisher 6.900 Anzeigen der Polizei. Das Spektrum reiche von Menschenansammlungen über "Coronapartys" bis zu Spuckattacken. Beide Minister appellierten an die Bevölkerung, jetzt nicht nachzulassen. Nehammer nannte die Corona-Sünder "Lebensgefährder" und erklärte, dass die Polizei auch weiterhin konsequent gegen all jene vorgehen werden, die die Vorgaben missachten. "All jene, die sich daran halten, sollen nicht als Blöde aussteigen", erklärte Nehammer am Freitag in einer Pressekonferenz.

Infektionskette nachvollzogen

Nachdem im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in Zams im Tiroler Bezirk Landeck 39 Corona-Infektionen aufgetreten waren, hat nun die Infektionskette nachvollzogen werden können. Dabei habe sich herausgestellt, dass drei Mitarbeiterinnen im Pflege- und Reinigungsbereich nebenberuflich auch als Aufräumerinnen in Beherbergungsbetrieben in Ischgl und St. Anton tätig waren. Diese dachten, dass sie von dieser Regelung ausgenommen seien, da sie schon seit 7. März nicht mehr in den betroffenen Quarantänegebieten waren. Dass der Quarantäneaufruf bis zum 28. Februar zurückreichte, war ihnen offenbar nicht bewusst.

Nachdem Verbraucherschützer Peter Kolba bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht hatte, weil die Tiroler Behörden die Sperren von Hotels und Pisten hinausgezögert haben sollen, sind beim Verbraucherschutzverein (VSV) bis dato rund 400 Meldungen von Tirol-Urlaubern eingegangen. Der VSV hatte am Dienstag gegen Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP), Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften eine Anzeige eingebracht und gleichzeitig eine europaweite Sammelaktion für Personen gestartet, die davon ausgehen, sich beim Ski-Urlaub in Tirol mit dem Coronavirus angesteckt zu haben.

Nach Hamsterkäufen Ruhe eingekehrt

Ähnlich wie im Lebensmittel-Handel ist auch in den Apotheken nach den anfänglichen Hamsterkäufen Ruhe eingekehrt. Der österreichische Arzneimittel-Vollgroßhandel (PHAGO) registrierte in der zweiten Woche der Maßnahmen durch die Bundesregierung eine Beruhigung im Medikamenten-Bereich. Schmerz-Medikamente rangieren nach wie vor an oberster Stelle, gefolgt von Blutdrucksenkern.

Die Med-Uni Graz hat ein Trainingsvideo online gestellt, das den richtigen Umgang und das Anlegen von Schutzausrüstung für medizinisches Personal und andere in der Bekämpfung des Coronavirus tätige Personen beschreibt. Das von der Med-Uni produzierte Video folgt unter anderem den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Am Grenzübergang Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) hat sich am Freitag erneut ein rund 17 Kilometer langer Lkw-Stau bei der Ausreise nach Ungarn gebildet. Rumänische Behörden würden an der ungarisch-rumänischen Grenze nun ebenfalls Gesundheitschecks durchführen, was zu einem Stau in Ungarn führe. Die Ungarn würden deshalb die Abfertigung verlangsamen.

Soldat zwei Mal negativ auf Coronavirus getestet

Nachdem ein Kärntner Soldat zwei Mal negativ auf das Coronavirus getestet worden ist, ist mit Freitagmittag die Sperre der Türk-Kaserne in Spittal an der Drau wieder aufgehoben worden. Die Kaserne in der Kärntner Bezirkshauptstadt war wegen des Verdachtsfalls zwei Tage lang gesperrt gewesen.

In der Steiermark standen am Freitag 232 Soldaten im Assistenzeinsatz an der Staatsgrenze, um sowohl die Polizei bei der Kontrolle als auch die Gesundheitsbehörden zu unterstützen. In ganz Österreich unterstützten am Freitag noch 530 Soldaten die Logistik von Lebensmittelketten, was aber am Freitag beendet werde.

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