So ordnen sich die Österreicher politisch selbst ein

Studie

So ordnen sich die Österreicher politisch selbst ein

Fragt man die Österreicher nach ihrer eigenen politischen Position, dann sehen sie sich genau in der Mitte. Die Bevölkerung insgesamt vermuten sie aber weiter rechts. Das ist das am Freitag veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes IMAS.

Die Interviewer legten den im August und September befragten 1.033 Personen ab 16 Jahren ein Maßband von 0 (ganz links) bis 100 (ganz rechts) vor. Den eigenen politischen Standort gaben sie dabei im Durchschnitt bei 50 - also genau in der Mitte an. Bei der Einschätzung der Gesamtbevölkerung positionierten sie diese aber bei 56 - eher rechts.

Bei der Beurteilung der Parteien wurden die Grünen am linken Rand, die FPÖ am rechten Rand eingeordnet. Mit dem Durchschnittswert 19 ist das Links der Grünen extremer eingestuft als das Rechts der Freiheitlichen mit ihren 73. Beide Parteien haben sich seit der ersten Messung vor drei Jahrzehnten aus der Mitte in die äußerten Pole der Skala entwickelt.

Die ÖVP ist in den Augen der Befragten mit 51 beinahe in der Mitte. Sie hat sich in den Umfragen seit den 1970er-Jahren immer mehr von rechts dorthin bewegt. Die SPÖ ist mit ihrem aktuellen Wert 35 so links bewertet wie noch nie in der Zeitreihe. Die NEOS gelten mit 36 ebenfalls links der Mitte. Auch die Liste Pilz ist links verortet - ihre 25 sind aber doch ein wenig rechter als die 19 von Grünen.

Die Meinungsforscher fragten auch nach der Einordnung von politischen Themen. Besonders links gelten demnach das Eintreten für eine verstärkte Aufnahme von Flüchtlingen und die Förderung von Einwanderung. Am weitesten rechts werden die Forderung nach Stopp der Einwanderung und die Bekämpfung der Kriminalität eingeschätzt. In der politischen Mitte werden mit dem Wert von jeweils 48 das Verlangen nach Senkung der Mehrwertsteuer, die Unterstützung der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer und die Förderung der Familien eingeordnet. Das gilt auch für die Verschärfung des Datenschutzes und die Senkung der Lohnsteuer mit jeweils 50. Ebenfalls gemäßigt eingestuft werden die Bestrebungen zur Senkung der Lohnsteuer (51) und die Propagierung von sparsamem Umgang mit Steuergeld (52).
 

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