So wenig bekommen unsere Pensionisten

Wie soll man davon leben können?

So wenig bekommen unsere Pensionisten

Während bei der Mindestsicherung teils kräftig gekürzt wird, hat die FPÖ für die Pensionisten Zuckerl versprochen. So soll die Mindestpension ab 1. Jänner 2020 auf 1.200 Euro monatlich angehoben werden. Doch das Gesetz fehlt immer noch. Dabei gibt es in Österreich derzeit mindestens eine Viertelmillion Menschen, deren Pension deutlich darunter liegt. ÖSTERREICH hat sich angesehen, wie viel den Pensionisten zum Leben bleibt.

  • Durchschnittspension: Die Durchschnittspension in ­Österreich betrug im Dezember 2017 laut Statistik Austria 1.432 Euro monatlich. Angestellte erhalten durchschnittlich 1.189 Euro, Arbeiter 1.475, Selbstständige 1.592 und Bauern 868 Euro monatlich.
  • Gender Gap: Noch größer als die Lohnschere ist in ­Österreich die Pensionsschere. Sie beträgt rund 40 %. Denn während Männer durchschnittlich 1.918 € beziehen, erhalten Frauen nur 1.094 €.
  • Mindestpension: Wer eine zu geringe Pension bezieht, kann mit Ausgleichszulage auf 933 € aufstocken (1.399 € für Paare). 208.000 der insgesamt 1,37 Mio. Menschen in Alterspension sind darauf angewiesen.
  • Kein Anspruch: 15.800 Menschen im Pensionsalter ­haben keinen Anspruch auf Pension und beziehen Mindestsicherung (ca. 885 €).

Zum Leben viel zu wenig: So geht’s Pensionisten

Zum Leben reicht die Pension für viele Österreicher nicht – vor allem aufgrund der steigenden Mieten. Kostet eine 50-m²-Wohnung in Wien doch laut Statistik Austria durchschnittlich 700 € im Monat.

Rosi, die mit rund 930 Euro monatlich die Mindestpension erhält, erzählt im Interview (s. re.), wie man davon leben kann: „Das ist ein täglicher Kampf. Die Fixkosten fressen fast alles auf.“

 

Mindestpensionistin Rosi berichtet: "Ich muss mit 920 Euro im Monat auskommen"

Rosi ist seit 2013 in Pension. Sie hat 35 Jahre gearbeitet, zuletzt als Reinigungskraft.

ÖSTERREICH: Wie viel bleibt Ihnen im Monat zum Leben?

Rosi: Nach 35 Jahren Berufstätigkeit bekomme ich jetzt 620 Euro im Monat, da ist die Ausgleichszulage schon dabei. Die ist gekürzt worden, weil ich einen Partner habe. Zusätzlich habe ich noch 300 Euro Opferschutzrente. Darüber bin ich froh, manche müssen von weniger leben.

ÖSTERREICH: Wie viel Miete zahlen Sie, was bleibt über?

Rosi: Ich zahle 412 Euro Miete, aber da kommen mit Fernwärme und Strom noch 205 Euro drauf. Wenn ich ­alleine wäre, ginge sich das hinten und vorne nicht aus. Es ist zu zweit schon sehr knapp. Man muss ja auch ­Lebensmittel einkaufen. Da muss man sehr viel sparen.

ÖSTERREICH: Bleibt da Geld für Kinokarten oder Ähnliches?

Rosi: Wir drehen jeden Cent um. Auf einen Theaterbesuch musst du da wirklich sparen. Es ist eigentlich so, dass von meinem Geld wegen der Fixkosten nix überbleibt. Wir leben da vom Geld meines Freundes. Dass die 200 Euro Heizkostenzuschlag weggenommen wurden, hat mich hart getroffen. Das hat schon immer geholfen. Und man muss ja was auf die Seite legen, falls was passiert, die Waschmaschine eingeht oder so. Mit dem Geld kommt niemand durch.

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