Streit um Graf auch als Fußball-Präsident

"Hellas Kagran"

Streit um Graf auch als Fußball-Präsident

Eine der suspendierten Spielerinnen berichtet von einer politischen "Umfärbung" des Vereins. Auch der Wiener Fußballverband wird hart kritisiert.

Neuerliche Kritik gibt es am FPÖ-Politiker und Dritten Nationalratspräsident Martin Graf in seiner Funktion als Präsident des Wiener Fußballclubs Hellas Kagran. Demnach treibe Graf die (politische, Anm.) "Umfärbung" des Vereins voran, sagte die derzeit suspendierte Spielerin Margarita Döller in einer Pressekonferenz. So sei kürzlich etwa die Lizenz für das Platz-Buffet an den Graf-Mitarbeiter Marcus Vetter übergeben worden - einem jener parlamentarischen Mitarbeiter Grafs, die wegen Bestellungen beim Online-Versandhandel "Aufruhr" in die Schlagzeilen gekommen sind.

Neuer Vorstand geheim gewählt
Am 6. Jänner sei zudem bei einer Generalversammlung, von der laut Döller eine Reihe von Vereinsmitgliedern nichts wusste, ein neuer Vorstand gewählt worden. Dabei wurden FPÖ-Bezirksräte aus Wien-Donaustadt "inthronisiert".

Getarnte Wahlkampf-Veranstaltung als Auslöser
Begonnen hatten die Auseinandersetzungen bereits im vergangenen Herbst: Mitte September hatte Graf eine angebliche Wahlkampf-Veranstaltung auf dem Hellas-Platz abgehalten, die als "Spanferkelessen des RFJ (Ring Freiheitlicher Jugend, Anm.) 22" getarnt gewesen sei, so Döller. Sie sowie ihre Kolleginnen Lucia Döller und Irene Müller hätten ihren diesbezüglichen Unmut geäußert, worauf sie vom Spielbetrieb suspendiert wurden.

Obwohl sich die Solidarität in der Mannschaft mit den suspendierten Spielerinnen in Grenzen hält, will Döller ihr Team nicht im Stich lassen.

Politische Kampagne
Graf selbst, seit Sommer 2007 Präsident des Clubs, hatte die Vorwürfe damals als "Schwachsinn" zurückgewiesen. Die drei Damen hätten mit Unwahrheiten eine politische Kampagne begonnen, linke Parolen geschmiert und einen "nicht-rassistischen Präsidenten" verlangt. Deshalb habe sich die Vereinsführung für Suspendierung entschieden.

Vorwürfe gegen WFV
Im Zusammenhang mit dem Konflikt wurden heute auch Vorwürfe gegen den Wiener Fußballverband laut. Dieser habe fünf Spieler der U18-Mannschaft des Fußballclubs Union Mauer gesperrt sowie den Trainer mit einer Geldstrafe von 300 Euro belegt, hieß es. Mittlerweile laufe ein Berufungsverfahren. Die betroffenen Kicker hatten Mitte November vor einem Spiel gegen Hellas Kagran "aus Solidarität" T-Shirts mit Aufdrucken wie "Zeigt Graf die rote Karte" und "Lasst Margarita, Irene und Lucia spielen" getragen.

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