Schönborn: Kritik an Asylpolitik

"Unmenschlich!" Kardinal greift Regierung an

Wien. Es waren ungewohnt scharfe und klare Worte, die Kardinal Christoph Schönborn gestern in der ORF-Pressestunde fand. „Eine kleine Gruppe von Menschen wird offensichtlich in ein schiefes Licht gerückt und unter Generalverdacht gestellt“, mahnte der oberste Kirchenvertreter des Landes die türkis-blaue Regierung. Die Koalition mache zwar „vieles gut“, in der Asylpolitik würde es aber „Signale geben, die nicht notwendig sind“.

Dass am Tor des Flüchtlingslagers in Traiskirchen nun ein Schild mit „Ausreisezentrum“ angebracht wurde, empfindet Schönborn als „unmenschlich“.

Kardinal will populistische Tendenzen abwehren

In der Vergangenheit hatte gerade VP-Kanzler Sebastian Kurz Schönborn wiederholt getroffen und war stets um gute Beziehungen zum Kardinal bemüht. Dieser ließ es sich freilich nicht nehmen, zu erzählen, dass er einst selbst als Flüchtling am Arm seiner Mutter – die gestern ihren 99. Geburtstag feierte – nach Österreich gekommen sei.

Der Kirchenmann betonte, dass – trotz existierender Probleme mit Zuwanderern – nicht vergessen werden dürfe, dass Flüchtlinge „vor Tod und Krieg flüchten“.

Besorgt stimmen Schönborn die „populistischen Tendenzen in Europa, denen wir uns entgegenstellen müssen“. Bereits vergangene Woche hatte Schönborn übrigens die Mindestsicherungsnovelle der Regierung kritisiert. 

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