Uns droht
 Super- Krise

Angst vor Rezession

Uns droht
 Super- Krise

Das sind keine guten Aussichten für 2015: Die experten des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) warnen jetzt, dass Österreich heuer zu Jahresende in die Rezession zu schlittern droht. Das heißt nicht nur Fortsetzung der Konjunkturflaute, sondern unsere Wirtschaft dürfte sogar auf Schrumpfkurs gehen. Von einer Rezession spricht man, wenn das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei Quartalen in Folge sinkt. Von Juli bis September hat sich das BIP nach Wifo-Berechnung bereits um 0,1 % verringert. Zeigen die letzten drei Monate des Jahres ein ähnliches Bild, dann sind wir, technisch gesehen, in der Rezession.

Noch viel mehr Menschen könnten Job verlieren
Keine Impulse. Österreichs Wirtschaft würden derzeit Wachstumsimpulse sowohl aus dem Inland wie aus dem Ausland fehlen, begründet das Wifo seine düstere Sichtweise. Auf Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) kommt also ein ganzer Rattenschwanz an Problemen zu. Die Exporte gingen zurück, und auch die Konsumnachfrage der privaten Haushalte sinkt laut Erhebungen der Wifo-Experten – der Shopping-Ansturm im Weihnachtsgeschäft dürfte das generelle Bild hier aktuell etwas verzerren.

Was bedeuten diese düsteren Aussichten nun für jeden Einzelnen? Wenn die Wirtschaft nicht wieder Fahrt aufnimmt, werden noch mehr Menschen in Österreich ihre Jobs verlieren. Während in fast allen EU-Ländern trotz Konjunkturflaute die Arbeitslosenquote sinkt, steigt sie in Österreich. Wir alle werden uns bei schrumpfender Wirtschaft weniger leisten können. Denn bei uns steigen auch die Preise wesentlich stärker als im Durchschnitt des Euroraums.

Forderung: Maßnahmen zur Konjunktur-Ankurbelung
Maßnahmen

Wenn jetzt nicht schnell Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur gesetzt werden, „bleiben wir in den Seilen hängen“, fürchtet Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl im ÖSTERREICH-Gespräch. Es brauche u.a. Anreize für Investitionen. Und „neue Belastungs-Ideen“ seien „grundfahrlässig“.

Angela Sellner

Kluft zwischen Reich und Arm immer größer


Ein Arbeitspapier der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) alarmiert. Starkes und dauerhaftes Wachstum sei nur bei energischem Eintreten gegen Ungleichheit möglich – die Kluft zwischen Arm und Reich wachse aber.

  • Missverhältnis: In den 34 OECD-Ländern verdiente Mitte der 80er-Jahre das reichste Zehntel der Bevölkerung siebenmal so viel wie das ärmste. Heute liege das Verhältnis bei 9,5 zu eins.
  • Fairer Beitrag: OECD-Chef Angel Gurria fordert die Mitgliedsländer auf „sicherzustellen“, dass die Reicheren ihren „fairen Anteil“ zur Steuerlast beitragen.

Wirtschaftskammer-Chef Leitl: "Volle Kraft – oder wir hängen in den Seilen"

ÖSTERREICH: Plötzlich geht in Österreich die Rezessionsangst um..
Chrstioph Leitl: Mich überrascht das nicht, die Prognosen waren bisher überhöht, von Zweckoptimismus getrieben. Man ist auf die reale Situation nicht eingegangen.

ÖSTERREICH: Was hat sich jetzt geändert?
Leitl: Ich habe immer darauf hingewiesen, dass es unerlässlich ist, Anreize für Investitionen zu schaffen und Exporte stärker zu fördern. Jetzt, wo auch Nationalbank-Chef Nowotny sagt, dass er sich Sorgen um Österreich macht, nehmen das hoffentlich auch die ernst, die an neuen Belastungen basteln.

ÖSTERREICH: Gefährdet die Konjunkturflaute die Steuerreform?
Leitl: Nein – Entlastung heißt Stärkung der Kaufkraft, und da bin ich dabei.

ÖSTERREICH: Droht noch höhere Arbeitslosigkeit?
Leitl: Ich fürchte ja. 2015 verheißt nichts Gutes, und ich erwarte von der Regierung, dass sie Wege aufzeigt, wie wir aus der Lethargie kommen. Wir brauchen volle Kraft – sonst bleiben wir in den Seilen hängen.

(sea)

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