Coronavirus

Versammlungsverbot, Spielplätze und Restaurants total zu

Die Bundesregierung gab am Sonntag neue drastische Maßnahmen bekannt. 

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hat am Sonntag im Nationalrat ein Versammlungsverbot angesichts der Coronakrise angekündigt. Spielplätze und Sportplätze müssen ebenso schließen wie Restaurants, Lokale und Gasthäuser, die ab Dienstag ganz zu haben. Zudem werden ehemalige Zivildiener und die Miliz eingezogen.
 
Weiters kündigte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) im Nationalrat zusätzliche Flugverbote an, konkret betreffend Russland, der Ukraine, Großbritannien und den Niederlanden.
 

Zivildiener der letzten 5 Jahre werden rekrutiert

 
Was die Zivildiener angeht, werden derzeit ihre Aufgabe erfüllende Männer verlängert. Zudem werden Zivis der vergangenen fünf Jahre rekrutiert. Beim Bundesheer wird die Stellung sistiert, dafür soll die Miliz zur Krisenbewältigung helfen.
 
Dass die Restaurants ab Dienstag komplett geschlossen werden, also nicht einmal mehr bis 15 Uhr offen haben dürfen, begründete der Kanzler damit, dass die Versorgung über die Supermärkte und Lieferdienste gesichert sei.

 

"Einige Milizeinheiten werden in Bereitschaft versetzt"

Ab sofort soll die bevorstehende Ausmusterung von Grundwehrdienern gestoppt werden, die jungen Rekruten sollen weiter Dienst in den Kasernen versehen, außerdem stellte Bundeskanzler Sebastian Kurz klar: "Ich werde Vereidigungsministerin Klaudia Tanner anweisen, einige Milizeinheiten in Bereitschaft zu versetzen." Das ist offenbar für eine Unterstützung der Polizei bei Sicherungsaufgaben nötig. Im neuen Regierungspapier steht dazu: "Die Versorgungssicherheit der Österreicher muss garantiert werden."

Wie bereits berichtet, gilt auch für die 25.000 Polizisten eine Urlaubssperre. Sebastian Kurz: "Als Team können wir auch diese Aufgabe bewältigen." Vizekanzler Werner Kogler fügte noch an: "Ja, wir erleben jetzt dramatische Tage."

 

"Österreich und jeder Österreicher muss sich jetzt selbst isolieren"

Kurz betonte, dass Österreich auf einen Notbetrieb heruntergefahren werden müsse und erinnerte auch daran, dass die Geschäfte ab Montag in nicht alltagsnotwendigen Branchen schließen müssten und auch an den Schulen keine Unterrichtspflicht mehr bestehe. "Die Österreicher und Österreicherinnen werden aufgefordert, sich selbst zu isolieren, das bedeutet soziale Kontakte ausschließlich mit jenen Menschen zu pflegen, mit denen sie zusammenleben." Ab morgen sollen soziale Kontakte auf ein Minimum reduziert werden, Österreich "in den Notbetrieb" kommen. Das Haus soll nur noch verlassen werden für Berufsarbeit, die nicht aufzuschieben ist, dringende Besorgungen wie Lebensmittel und um anderen Menschen zu helfen.
 
Für den Vormittag kündigte Kurz auch noch an, dass der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) für sein Bundesland weitere Maßnahmen verkünden werde. Der Kanzler nahm noch einmal alle in die Verantwortung: "Wir stehen vor der Aufgabe, wo jeder seine Verantwortung hat und wo jeder seinen Beitrag leisten muss."

Regierung ruft "Ausgangsbeschränkungen" für Österreich aus 

Die Bundesregierung ruft für ganz Österreich eine "Ausgangsbeschränkung" aus. Das sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Sonntag gegenüber der APA. Für Ausnahmen, das Haus zu verlassen, soll es nur drei Gründe geben: Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist, dringend notwendige Besorgungen (Lebensmittel) und wenn man anderen Menschen helfen muss.
 
Wer im dringenden Fall ins Freie möchte, "der darf das ausschließlich alleine machen oder mit den Personen, mit denen er in der Wohnung gemeinsam zusammenlebt", so der Bundeskanzler zur APA.
 
Bereits heute schon wird laut Kurz die Polizei an Spielplätzen und im öffentlichen Raum unterwegs sein und wird größere Gruppen auffordern, auseinanderzugehen, so Kurz.
 

Kogler mahnt in drastischen Worten zum sozialen Rückzug

Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) hat am Sonntag im Nationalrat in drastischen Worten dazu aufgerufen, alle Sozialkontakte ab sofort extrem einzuschränken. Dass sich weiterhin Menschen in Parks versammelten oder die Einkaufsstraßen bevölkerten, wie ihm zuletzt berichtet worden sei, müsse sofort aufhören. Sportvereinen drohte er mit Subventionsentzug.
 
"Das kann es nicht mehr sein, dass darf es nicht mehr sein", sagte Kogler. Man werde "alles tun, um das zu unterbinden, dass es das nicht mehr gibt". Entsetzt zeigte er sich über Nachrichten, dass Sportvereine noch immer Trainings für Kinder und Jugendliche abhielten.
 
"Wer es nicht versteht, von den Sportvereinen jetzt, wer ab Montag, ab morgen das nicht einhält, der kann sich einmal jahrelang von Förderungen verabschieden", sagte er, schränkte gleichzeitig aber ein, hier keine Anweisungsbefugnis zu haben. Dennoch: "Ich meine das ernst: es sollen sich alle daran halten, und die, die sich nicht daran halten, dürfen auch mit Konsequenzen rechen."
 
"Halten Sie Abstand, das ist das, was am meisten hilft", so der Vizekanzler und Sportminister weiter. Viele hätten das noch nicht genug verstanden. "Bitte halten Sie sich daran, und machen Sie nurmehr die notwendigsten Erledigungen außerhalb Ihrer Wohnung. Treffen Sie sich auf keinen Fall in kleineren oder größeren Gruppen."
 
Menschen hätten das Problem, zu verstehen, was ein exponentieller Zuwachs der Fälle bedeute. Er sprach daher von einer "explodierenden Zunahme". Das Erreichen der 100.000er-Grenze drohe demnächst. Es gehe darum, Verhältnisse wie in der Lombardei oder in Bergamo zu verhindern.
 
Dank sagte er den Supermarktverkäuferinnen als "Heldinnen des Alltags", aber auch allen anderen Helfern, etwa Lehrern, Pflegern und Ärzten. Es gehe ums Zusammenhalten und Zusammenhelfen, so Kogler.
 

Die neuen Maßnahmen im Überblick

 
1. Veranstaltungen werden künftig gänzlich untersagt.
 
·       An keinem Ort sollen sich mehr als 5 Menschen auf einmal treffen.
 
·       Die einzigen Ausnahmen sind jene Aktivitäten, die der Bekämpfung des Corona-Virus dienen.
 
 
 
2. Die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum wird massiv eingeschränkt
 
·       Sportplätze, Spielplätze und andere öffentliche Plätze der Begegnung werden geschlossen.
 
·       Die Österreicherinnen und Österreicher werden aufgefordert, sich selbst zu isolieren.
 
o   Das bedeutet soziale Kontakte ausschließlich mit jenen Menschen zu pflegen, mit denen sie zusammenleben.
 
o   Es gibt künftig nur drei Gründe, das Haus zu verlassen:
 
 -  Berufsarbeit, die nicht aufschiebbar ist
 
 -  Dringend notwendige Besorgungen (Lebensmittel)
 
 -  Anderen Menschen zu helfen
 
 
 
3. Mit Dienstag werden Restaurants vollständig geschlossen
 
·       Lebensmittelversorgung wird über Supermärkte und Lieferservices gewährleistet.
 
 
 
4. Die Einreisebestimmungen werden weiter verschärft
 
·       Künftig werden auch Reisende aus Großbritannien, den Niederlanden, Russland und der Ukraine nicht mehr nach Österreich einreisen können,
 
·       Ausnahme: Sie begeben sich zwei Wochen in Heimquarantäne oder sie verfügen über ein aktuelles Gesundheitszertifikat.
 
 
 
5. Neben der Aufgabe, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, muss Versorgungssicherheit in Österreich zu jeder Zeit gewährleistet sein.
 
·       Die bevorstehende Ausmusterung von Grundwehrdienern wird gestoppt und die Bereitschaft einiger Einheiten der Miliz hergestellt.
 
·       Darüber hinaus werden bestehende Zivildiener verlängert und es wird begonnen, weitere Zivildiener zu mobilisieren, damit potenzielle Engpässe im Pflegebereich sowie in der 24-Stunden-Betreuung durch Unterstützung der Zivildiener vermieden werden.
 

Ab heute Mitternacht gelten diese Corona-Maßnahmen

Ab Montag muss sich jeder Österreicher auf eine komplett neue Lebenssituation einstellen. Mal eben schnell ums Eck einkaufen gehen, in letzter Sekunde noch Besorgungen machen, sich langgehegte Wünsche erfüllen oder am Abend mal das Kochen sein lassen und zum Wirt´n gehen. Das alles wird es wohl einige Zeit nicht mehr spielen, wenn die am vergangenen Freitag von der Regierung bekannt gegebene Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Verbreitung in Kraft tritt. Rund 30.000 Einzelhandelsgeschäfte und mehr 8.000 Friseure müssen diese gesamte Woche ihre Rollbalken herunterlassen.
 

Lokale dürfen nur mehr bis 15 Uhr offen halten, am Dienstag komplett zu

Schwer betroffen sind auch die mehr als 40.000 Gastronomiebetriebe in Österreich. Restaurants, Kaffeehäuser, Würstlstände, Imbisslokale, Heurigen, Buschenschanken, Eissalons, Konditoreien und Berghütten dürfen lediglich von 7 Uhr früh bis 15 Ihr am Nachmittag offen haben. Das gilt nur für Montag, ab Dienstag haben alle Lokale und Restaurants zu. Das impliziert, dass sämtliche Abend- und Nachtlokale gänzlich geschlossen halten müssen. Das gepflegte Abend-Achterl beim Wirt´n oder eine durchtanzte Nacht muss man sich also bis kommenden Montag, den 23. März abschminken.
 

Für die Grundversorgung ist weiter gesorgt

 
Was allerdings weiterhin reibungslos funktionieren wird, ist die Lebensmittelversorgung. Sämtliche Hamsterkäufe überängstlicher Käufer waren und sind somit sinnlos. Sämtliche Supermärkte bleiben zu den gewohnten Geschäftszeiten offen. Und auch darüber hinaus kann man sich weiterhin in den Tankstellenshops mit dem Notwendigsten eindecken. Auch Apotheken und Geschäfte für medizinischen Bedarf und Heilbehelfe sind ausgenommen. Sorgen muss sich auch niemand um sein Haustier machen: Der Zoofachhandel bleibt von der Corona-Sperrstunde ebenso unbeleckt wie offensichtlich systemrelevante Branchen wie Handyshops und Putzereien. 
 

Diese Geschäfte sperren zu:

 
  • Bekleidung: Jetzt heißt es: Alte Fetzen auftragen.
  • Bücher. Für die meisten besonders schmerzlich.
  • Frisöre. Virusbedingter Langhaartrend.
  • Kosmetik: Selber Hand anlegen ist angesagt
  • Kinos. Cineplexx schließt alle seine Standorte.
  • Papier. Libro, Pagro und dergleichen in Zwangspause.
  • Spielzeug: Kinder müssen anders bespaßt werden
  • Juweliere. Kein Geschmeide für die Holde.
  • Autohäuser. Tipp: Tesla verkauft online. 
  • Möbelhäuser: Die neue Couch muss warten.
  • Elektrohandel. Mediamarkt und Co. sind zu.
  • Brillengeschäfte. Jetzt muss die alte noch herhalten.
  • Fitnessstudios: Eh besser: Laufen im Wald. 
  • Nacht-/Abendlokale. Mit Feiern ist Feierabend.
 

Diese Geschäfte bleiben offen:

 
  • Tankstellen: Die 2.700 Tankstellen bleiben offen. 
  • Apotheken. 1.400 Apotheken halten offen. 
  • Banken. Geldgeschäfte ungehindert möglich.
  • Post: Ungehinderter Betrieb während Corona-Krise.
  • Trafiken. Kein Stopp für Park- und Fahrscheinverkauf.
  • Fleischhauer. Das Schnitzel bleibt gesichert.
  • Bäckereien. Aufrechte Versorgung mit Gebäck.
  • Supermärkte. Hamsterkäufe also völlig unnötig.
  • Heilbehelfe. Keine Einschränkung in diesem Sektor.
  • Putzereien. Wäsche bleibt nicht ungewaschen.
  • Handyshops: Sind Teil der kritischen Infrastruktur.
  • Tierfuttershops. Fiffi und Co. können aufatmen.
  • Lokale. Bis 15 Uhr hat Gastronomie geöffnet.
  • Installateur: Hilfe bei Rohrbruch gesichert.

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