Voggenhuber blitzt mit Kandidaturwunsch ab
Voggenhuber blitzt mit Kandidaturwunsch ab

Grüner EU-Streit

Voggenhuber blitzt mit Kandidaturwunsch ab

Der bisherige EU-Parlamentarier ist "tief betroffen", dass ihn seine Partei, die Grünen, nicht ins Rennen schicken.

Johannes Voggenhuber scheint nicht auf der EU-Kandidatenliste der Grünen auf. Das hat der Erweiterte Bundesvorstand nach mehrstündiger Sitzung festgelegt. In geheimer Wahl sprachen sich 17 Mitglieder des Gremiums gegen sein Antreten aus, zwölf dafür.

Tief enttäuscht
Der bisherige Delegationsleiter der Grünen zeigte sich enttäuscht: "Sie sehen, ich habe meine Koffer gepackt." Über seine persönliche Zukunft wollte er nichts sagen. Das wolle er nicht in der Emotion festlegen. Er sei jedenfalls "tief betroffen". Eine Gegenkandidatur plant er nicht.

Voggenhuber war am Bundeskongress im Kampf um den ersten Listenplatz recht knapp gegen Ulrike Lunacek gescheitert. Nun wollte er einen jener Kandidaten-Plätze, die nicht vom Kongress gewählt sondern vom Erweiterten Bundesvorstand vergeben werden. Ins EU-Parlament wollte Voggenhuber über Vorzugsstimmen einziehen.

"Gestörtes Vertrauen"
Grünen-Chefin Eva Glawischnig erklärte Voggenhubers Niederlage mit einer "gestörten Vertrauensbasis", die nicht wieder zu kitten gewesen sei. Es sei bei der mehrstündigen Diskussion nicht um politische Inhalte sondern um Fragen des Vertrauens gegangen. Sie argumentierte die Entscheidung gegen eine Kandidatur Voggenhubers auch mit der Kandidatenwahl beim Bundeskongress vor zwei Wochen.

"Keine Solidarität"
Außerdem sei Voggenhubers Vorstoß, auf dem letzen Listenplatz zu kandidieren, "keine eindeutige Solidaritätskandidatur" gewesen. Voggenhuber hatte klargemacht, dass er eigentlich über Vorzugsstimmen wieder an die Spitze wollte.

"Machtfrage für die Spitze"
Aber auch der langjährige Grüne-Abgeordnete schenkte Glawischnig nichts. Voggenhuber warf der Parteispitze vor, es auf einen Konflikt mit ihm angelegt zu haben. "Getroffen" zeigte er sich davon, dass man versucht habe, ihn zum Rückzug zu bewegen. Die Parteiführung habe die Angelegenheit bewusst "zur Machtfrage" erklärt, um damit den Vorstand hinter sich "zu zwingen".

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