Partei-Managerin kritisiert Porsche-Genossen:

'Von uns SPÖ-Politikern wird mehr Bescheidenheit erwartet'

SPÖ-Wien-Geschäftsführerin Barbara Novak kritisiert ihre Porsche-Genossen.
Nach der Wahl-Schlappe bei der Nationalratswahl brodelt es bei der SPÖ weiter heftig. Vor allem das Luxus-Leben einiger Parteigranden mit Porsche, Rolex & Co. stößt auf viel Unverständnis. Dazu kommt: Die Glaubwürdigkeit, dass Probleme der Arbeiter verstanden werden, ist ohnehin gering.
 

Kritik an Parteikollegen

SPÖ-Wien-Geschäftsführerin Barbara Novak fordert nun im Interview mit dem „Kurier“ mehr Bescheidenheit. „Alle Politiker stehen unter Beobachtung, sozialdemokratische noch viel stärker“, so Novak. „Die Menschen erwarten sich von SPÖ-Politikern mehr Bescheidenheit als von anderen.“  Novak betont dabei auch, dass eine Bodenständigkeit bei den Wählern sehr gut ankomme, und nennt dabei Wiens Bürgermeister Michael Ludwig als Vorbild.
 
In die Debatte schaltete sich zuvor auch Ex-Kanzler Christian Kern ein. Der ehemalige Parteichef postete ein Foto von Revolutionsführer Che Guevara mit einer Rolex-Uhr. Dazu schreibt er: "Eine weltweit respektierte und bewunderte Ikone der Revolution trägt eine Schweizer Präzisionsuhr. Kein Mensch hat deshalb an seinen Motiven und seiner Überzeugung gezweifelt."
 
Damit stellt sich Kern an die Seite von Ex-Parteimanager Thomas Drozda und dem Tiroler SP-Chef Georg Dornauer, die wegen Uhren und Autos in Kritik gerieten. 
 

Das trennt die roten Lager

In der SPÖ jagt derzeit eine Krisensitzung die nächste. Nach dem Parteipräsidium zur Parteierneuerung tagt am Freitag der größere Parteivorstand. Das Gremium soll den sogenannten „Erneuerungsprozess“ konkretisieren. Brisant: Vertreten sind hier auch die rebellischen Jugendvertreter, die den letzten Vorstand unter Protest geschlossen verlassen hatten.

Diskussionsbedarf hat die SPÖ noch mehr als genug:

  • Kündigungen und Berater. Nach der Wahlschlappe ist die Partei auch in der finanziellen Krise. Kündigungen stehen an. Zorn herrscht darüber, dass der engste Berater von Parteichefin Pamela Rendi-Wagner zur gleichen Zeit 24.000 Euro verdient – ÖSTERREICH berichtete. Ex-Kanzler-Sohn Niko Kern: „Das frisst die Beiträge von 4.000 Mitgliedern.“
  • Neugründung. Ex-Parteimanager Max Lercher fordert eine Neugründung der Partei. Die Parteijugend rund um Julia Herr einen Reformparteitag. Beides wurde abgeschmettert.
  • Direktwahl. Der Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer plädiert für eine Direktwahl des SPÖ-Vorsitzenden. Auch die Parteibasis verlangt das. Rendi-Wagner kontert, dass das auch in roten Organisationen nicht üblich sei.
  • Urabstimmung. Die Basis will über einen Koalitionsvertrag bestimmen, die Spitze ist dagegen.
  • Porsche, Rolex & Co. Dass Parteigranden Porsche fahren, kommt bei Arbeitern schlecht an. Dazu kommt: Die Glaubwürdigkeit, dass Probleme der Arbeiter verstanden werden, ist ohnehin gering.

 

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