Wirbel um Kern-Boykott gegen ÖSTERREICH

Polit-Szene rätselt über wütende Reaktion

Wirbel um Kern-Boykott gegen ÖSTERREICH

Politik und Medien staunen über Christian Kern und seine Überempfindlichkeit. Der Kanzler hat einen Boykott gegen ÖSTERREICH verhängt: keine Interviews, keine Teilnahme an den TV-Konfrontationen, keine Wahlkampf-Inserate mehr. Und das, weil ÖSTERREICH über ein SPÖ-internes Papier berichtet hat, das auch ein – für Kern nicht sehr schmeichelhaftes – „Psychogramm“ enthält. Ausgearbeitet hat dieses Geheimpapier ein ehemaliger Mitarbeiter des früheren Bundeskanzlers Gusenbauer, im Auftrag von Tal Silberstein, dem israelischen Ex-Berater Kerns.

„Glaskinn.“ Zur Erinnerung: In diesem „Psychogramm“ wird dem Kanzler bescheinigt, er hätte „ein Glaskinn“, ein „äußerst schwaches Nervenkostüm“, er sei „sprunghaft“ und eine „ungemein eitle Prinzessin“. Schluss der brisanten Schwachstellen-Analyse: „Er hält Kritik (mediale Schelte) nicht aus und reagiert nervös, um nicht zu sagen panisch.“

Kerns Reaktion auf die kritische ÖSTERREICH-Berichterstattung war wie eine Bestätigung dieser Diagnose. Montagabend veröffentlichte der Kanzler seinen Boykott auf Facebook. Damit zeigt Kern tatsächlich, dass er mit Kritik wenig anfangen kann. In der politischen Szene dominiert das Unverständnis. Auch Politiker und Journalisten, die ÖSTERREICH nicht nur wohlgesonnen sind, kritisieren Kerns ihrer Meinung nach unangemessenes Vorgehen.

Kampagne? Dienstagvormittag legte Kern nach. Bei seiner Pressekonferenz zum Glyphosat-Verbot bekräftigte er seinen Inseraten-Boykott, sprach von einer Kampagne und dann Richtung ÖSTERREICH: „Die werden weitermachen, werden diese Kampagne vielleicht jetzt noch wütender führen.“

Fair. Kern kann sich beruhigen. Es gibt keine Kampagne. Die ÖSTERREICH-Redaktion stellt klar: Wir werden auch weiterhin fair und objektiv über alle Kandidaten berichten. Sollten uns wieder brisante Papiere zugespielt werden, wird die Redaktion auch weiter ihrer Pflicht nachkommen und sie veröffentlichen. Wie sie es auch bereits mit einem Strategiepapier aus dem Kurz-Büro getan hat.

Die Redaktion lässt sich aber auch sicher nicht einschüchtern. Die 50.000 Euro für Wahlkampf-Inserate, die ÖSTERREICH jetzt wegen seiner kritischen Berichterstattung vorenthalten werden, können den kommerziellen Erfolg des Medienhauses nicht schmälern.

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