Gesundheitsminister Rudolf Anschober - Ueber 6.000 Faelle an Neuinfektionen trotz Lockdown

Gesundheitsminister klärt auf

Anschober: Das ist jetzt wegen zu hoher Corona-Zahlen zu tun

''Wichtig für die Kontrolle der Pandemie ist auch eine hohe Aufklärungsquote bei den Clustern'', so der Gesundheitsminister.

Wien. Weltweit breitet sich die Corona-Pandemie mit verstärktem Tempo aus und ein Höhepunkt ist nicht absehbar. In den vergangenen 24 Stunden wurden fast 350.000 neue bestätigte Fälle gemeldet. Nach einer positiven Situation im Sommer ist nun in Europa eine starke Zunahme der Infektionszahlen zu verzeichnen - mittlerweile auch in Ländern, die vor wenigen Tagen noch vergleichsweise gut dagestanden sind - etwa in Deutschland, der Schweiz und in Italien, wie das Gesundheitsministerium in einer Aussendung schreibt. Vor allem aber in Ländern mit bereits in den vergangenen Wochen starken Steigerungen: Spanien (10.500 in 24 Stunden), Frankreich (17.000), Großbritannien (14.000), Niederlande (5.000) und in einem dramatischen Ausmaß auch in Tschechien (5.300). 

Das sagt Anschober zur Situation in Österreich

Gesundheitsminister Rudi Anschober: „Auch in Österreich sehen wir aktuell einen Rekordzuwachs von 1.209 Neuinfektionen bei einer besonders hohen Zahl von 21.762 eingemeldeten Testungen in den vergangenen 24 Stunden. Besonders hoch sind dabei die Zuwächse in Wien (mit einem alarmierenden Plus von 613 gemeldeten Positivtestungen), Niederösterreich (169) und Oberösterreich (149). Dem stehen heute 790 Neu-Genesene gegenüber. Die Zahl der aktiven Fälle ist damit in den vergangenen 24 Stunden auf 9.930 gestiegen.

"Wir müssen daher unsere Strategie der konsequenten Umsetzung der in den vergangenen Wochen beschlossenen Bundesmaßnahmen und die durch die Arbeit der Ampel-Kommission und das neue Covid-19-Maßnahmengesetz nun ermöglichten Regionalmaßnahmen in Bezirken mit erhöhtem Risiko - punktgenau abgestimmt auf das regionale Ausbreitungsgeschehen - konsequent umsetzen", sagt Anschober.

Positiv sei in der aktuellen Situation, dass sich die Zunahmen bei aktiven Fällen (plus 18 Prozent seit einer Woche) weiterhin nicht vollständig bei den Hospitalisierungen niederschlagen würden (506 Hospitalisierungen sind ein Plus von 2 % seit einer Woche).

Hohe Aufklärungsquote bei den Clustern wichtig

"Wichtig für die Kontrolle der Pandemie ist auch eine hohe Aufklärungsquote bei den Clustern", erklärt der Gesundheitsminister in der Aussendung. Laut den von der heutigen Corona-Kommission gemeldeten Daten (aussagekräftiger Wochendurchschnitt) sei dieser in Österreich nach wie vor erfreulich hoch - in Wien etwa bei 61 %. Besonders wichtig zur Eindämmung der Pandemie sei neben einer konsequenten Umsetzung der Maßnahmen durch die Bevölkerung wie im Frühling auch das Tempo der Durchführung von Tests und Kontaktpersonenmanagement, wie dies im Erlass des Gesundheitsministeriums vom 20. Mai 2020 (48 Stunden bzw. 24 Stunden als maximaler Zeitrahmen) festgehalten wurde. Um dies sicherzustellen, hat das Gesundheitsministerium die AGES beauftragt, ein Unterstützungs-Team aufzubauen und einzuschulen. Dieses wird ab sofort die Bundesländer bei Bedarf unterstützen und in Kürze in Wien damit starten.
 
Die AGES unterstützt im Auftrag des Gesundheitsministeriums voraussichtlich ab dem Wochenende die Wiener Gesundheitsbehörden bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen von Covid 19-Fällen. Die Gesundheitsbehörden aller Bundesländer können bei Bedarf zusätzlich die Unterstützung von AGES-MitarbeiterInnen anfordern. Bei einem erhöhten Aufkommen von notwendigen Nachverfolgungen können somit schnellstmöglich Kontakte erfasst und isoliert werden, um eine weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden.

Schnelle Testungen und schnelle Suche der Kontaktpersonen

"Gerade angesichts steigender Zahlen ist ein sehr schnelles Kontaktpersonenmanagement mit schnellen Testungen und einer schnellen Suche der Kontaktpersonen zur Eingrenzung der Ausbreitung dringend erforderlich. Um dies weiter zu beschleunigen und somit die Verbreitung des Virus massiv einzugrenzen, haben wir nun ein eigenes Contact Tracing-Team aufgestellt, das schrittweise ausgebaut wird und bei Bedarf einzelne Bundesländer unterstützen kann. Ich freue mich, dass die Stadt Wien die Unterstützung der Contact Tracing-Task Force der AGES angefordert hat", so Anschober.
 
In einem ersten Schritt wurden 60 AGES-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits für ihre Tätigkeit in der "Contact Tracing-Task Force" speziell geschult, sagt Anschober. Bei der Auswahl wurde auf Mehrsprachigkeit Wert gelegt, das heißt es sind AGES-Contact-Tracer mit Muttersprache etwa türkisch oder serbisch tätig, um sprachliche Barrieren beim Kontaktpersonenmanagement zu minimieren. Das Contact-Tracing durch die AGES erfolgt telefonisch, Arbeitsplatz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist in Wien.
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