Das steckt wirklich hinter Hofers Burschenschaft

Marko Germania

Das steckt wirklich hinter Hofers Burschenschaft

Die Marko Germania beruft sich auf das „deutsche Vaterland“ und lehnt die "Fiktion einer österreichischen Nation" ab.

Nur noch drei Tage bis zur Bundespräsidentenwahl. Die Kandidaten liegen weiterhin in Umfragen praktisch gleich auf und liefern sich ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Der Wahlkampf war von einigen Aufregern geprägt, für besonderen Wirbel sorgte dabei Hofer Mitgliedschaft in einer Burschenschaft. Der FPÖ-Politiker zeigt sich nach außen gerne gemäßigt, ist aber Autor des freiheitlichen Parteiprogramms, umgibt sich in seinem Büro mit Burschenschaftern und ist selbst Ehrenmitglied der umstrittenen Marko-Germania Pinkafeld.

"Ehre, Freiheit, Vaterland!"

Über die Burschenfeld in Hofers Heimatgemeinde ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt. Auf der Homepage bezeichnet sich die Marko Germania als national-freiheitlich aber nicht chauvinistisch,  politisch aber nicht parteipolitisch und als Männerbund, der nicht frauenfeindlich ist. Zudem steht man zur deutschen Kulturgemeinschaft und trägt stolz die Farben Schwarz-Rot-Gold. Wahlspruch der Burschenschaft ist "Ehre, Freiheit, Vaterland!".

Interessanter als die Kurzbeschreibung auf der Homepage ist allerdings die Festschrift aus dem Gründungsjahr 1994. Wie das Dokumentationsarchiv Österreichischer Widerstand (DÖW) analysiert, verschreibt sich die Marko Germania darin einem völkischen Nationalismus. Die Burschenschaft setzt sich „für die freie Entfaltung des deutschen Volkstums ein[zu]setzen und dabei alle Teile des deutschen Volkes [zu] berücksichtigen. Unbeschadet ihres Bekenntnisses zum selbständigen Staat Österreich sieht die Burschenschaft das deutsche Vaterland unabhängig von bestehenden staatlichen Grenzen" ein. Die "geschichtswidrige Fiktion einer 'österreichischen Nation'" lehnt man ab. Dabei nennt die Burschenschaft für als Bestimmungsmerkmal für die Volkszugehörigkeit auch das biologische Kriterium der "Abstammung". Ein Afghane oder Syrer wird daher mit dem Erwerb des österreichischen Passes und dem Lernen der deutschen Sprache nicht automatisch ein Österreicher.

Zudem ist in der Festschrift auch eine gewisse Demokratieskepsis festzustellen. Man spricht sich gegen eine „Masseneinwanderung“ aus und lehnt die „totale Gleichheit aller Menschen“ ab. Als „wertekonservative Gemeinschaft“ müsse sich die Burschenschaft dem „gefährlichen Begriff 'Pluralismus' entgegenstellen“.



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