Kosten für Verlängerung

Teuerster Wahlkampf aller Zeiten

Der lange Hofburg-Wahlkampf bringt die Parteien an ihre finanziellen Grenzen.

Dieser Wahlkampf ist nicht nur der längste in der Geschichte der Zweiten Republik, sondern auch der teuerste. Beide Kandidaten haben nun jene Kosten offengelegt, die sie aufgrund der Wiederholung der Stichwahl zu tragen haben.

Im ganzen Wahlkampf sammelte VdB 7,1 Mio.

  • Van der Bellen. Im gesamten Wahlkampf sammelte das Team von Alexander Van der Bellen 7,1 Millionen an Geld- und Sachspenden. ­Allein für die verschobene Stichwahl trieb VdB seit 1. Juli 2,7 Millionen Euro an privaten Spenden auf.

Unter den Großspendern befinden sich klingende Namen, wie der Industrielle Hans Peter Haselsteiner, Medienmacher Gerhard Zeiler oder die Firma Prinzhorn Holding, der der Sohn von Ex-FPÖ-Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn vorsteht (siehe rechts).

Zu den privaten Spenden kommen 500.000 Euro an Spenden von den Grünen und 340.000 Euro an Sachspenden der Grünen und auch der SPÖ in Wien. Insgesamt sind das 3,5 Millionen allein für den Wahlgang am 4. Dezember.

Zum Vergleich: Für die ersten beiden Wahlgänge im April und Mai sammelte Van der Bellen nur 360.000 Euro an privaten Spenden, bekam aber aber von den Grünen 3,2 Millionen an Geld- und Sachspenden sowie 11.000 Euro Sachspenden von der SPÖ Wien. Macht 7,1 Millionen für den ganzen Wahlkampf.

FPÖ investierte 5,9 Mio. 
in alle drei Wahlgänge

  • Hofer. Die FPÖ gab bereits am Freitag bekannt, dass sie in den Wahlkampf für den dritten Wahlgang noch einmal 2,6 Millionen Euro investierte. Für die ersten beiden Wahlgänge wendete sie offiziell 3,3 Millionen auf, macht insgesamt 5,9 Millionen Euro.

Das Team von Van der Bellen vermutet allerdings, dass die FPÖ weit mehr investiert hat. „Unsere Offenlegung ist mit der der FPÖ nicht 1 : 1 vergleichbar, so ein Sprecher. Die FPÖ lege nur offen, wozu sie „in enger Auslegung des Gesetzes“ verpflichtet sei.

Bund prüft noch Regress­forderungen an Druckerei

Auch der Steuerzahler wird kräftig zur Kasse gebeten. Die Wiederholung und Verschiebung des 2. Wahlgangs kostet laut Innenministerium 15 Millionen Euro. Die Wahlkarten sind noch nicht enthalten. Der Bund prüft Regressforderungen an jene Druckerei, die aufgrund der defekten Kuverts für die Verschiebung verantwortlich ist.
D. Knob

Das sind Van der Bellens 
Top-Spender

Die Grünen: 500.000 €
Die Grünen – Sachspende: 300.000 €
SLE Schuh: 150.000 €
Hans Peter Haselsteiner: 100.000 €
Johannes Baillou: 100.000 €
Gerhard Zeiler: 50.000 €
SPÖ Wien – Sachspende: 39.697 €
Thaddaeus Ropac: 35.000 €
prinzhorn Holding: 20.000 €
Almeta GmbH: 20.000 €
Ariel Muzicant: 15.500 €
Erwin-Klein-Privatstiftung:15.000 €
Grüne ÄrztInnen:14.110 €
Wilhelm Hemetsberger: 10.000 €

* Partei- und Privatspenden seit 1. Juli

Video zum Thema: Kampf um Stimmen im Netz


OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten