Eskalation: Krieg der ORF-Chefs

Beschimpfungen

Eskalation: Krieg der ORF-Chefs

Alexander Wrabetz beschimpfte seinen Programmchef in Mails.

ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz ist für seine kraftvolle Ausdrucksweise bekannt. Dass er dem Ex-ORF-Kommunikationschef Pius Strobl via ÖSTERREICH "Stasi-Methoden" vorgeworfen hatte, führte letztlich zu dessen Rücktritt. Nun hat Lorenz seine Mitarbeiter schriftlich angewiesen, Lugner und seine italienische Begleitung - "eine Prostituierte", so Lorenz in ÖSTERREICH - am Opernball nur "marginal" im ORF vorkommen zu lassen und nicht zu interviewen. Der Opernball dürfe "nicht zum Nuttenball" mutieren. Das sei "kein Rat, sondern eine Anweisung", setzte Lorenz via ÖSTERREICH nach.

Ein klarer Seitenhieb gegen Chili-Macher Dominic Heinzl - der immer wieder ausgiebig über Lugner berichtet. Der schlug gestern zurück und ließ in Chili ORF-General Alexander Wrabetz auftreten, der Lorenz widersprach.

Der Höhepunkt in einer Fehde zwischen Generaldirektor Wrabetz und Unterhaltungsdirektor Lorenz, die ORF-intern bereits als "E-Mail-Krieg" läuft.

"Opernball darf nicht zum Nuttenball werden"

Der nächste Schlag von Lorenz: Er verlangte am Donnerstag von Wrabetz eine Entschuldigung, weil dieser ihn als "Oberintriganten" bezeichnet habe. Wie bitte?

Tatsächlich schickte Wrabetz Lorenz am 3. Februar um 17. 32 ein bemerkenswertes E-Mail unter dem Betreff "Profil" - Lorenz hatte damals im Nachrichtenmagazin ORF-Zustände kritisiert.

Die Worte von Wrabetz sind deutlich und wenig charmant: "Dass Du ein Oberintrigant bist (die Verkörperung der ORF-Intrige schlechthin), ist bekannt", schreibt der ORF-Chef da über seinen eigenen Programmchef.

Der ORF-General kritisiert in dieser E-Mail auch die Programme der Direktoren. Bei der gestrigen Klausur der ORF-Geschäftsführung bemühten sich die beiden Herren um Deeskalation.

"Du bist Oberintrigant" - "Entschuldige Dich"
ORF-Insider berichten aber, dass mit den zwei E-Mails von Wrabetz an Lorenz und dem Konter- E-Mail von Lorenz an seine Programm-Mitarbeiter ein neuer "ORF-Streit wie zwischen Wrabetz und Oberhauser ausgebrochen" sei.

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ORF-Schlacht via Direktoren-E-Mails
 

Das Lorenz-Mail
"Wenn der Logen-Strich tatsächlich durch Lugner realisiert wird, bitte ich dringend, im Sinne unserer Stilsicherheit, den Opernball nicht zum Nuttenball umzufunktionieren. Die Dame ist, und kann daher nicht von uns negiert werden, aber ich bitte jede Lüsternheit in der Berichterstattung zu vermeiden, weil über Geschmack lässt sich in diesem Punkt absolut nicht streiten." Ruby sei von den ORF-Mitarbeitern während der Opernballübertragung nicht zu interviewen "und auch sonst als unvermeidbare Marginalie zu behandeln. Diese Anweisung ist kein Maulkorberlass, sondern eine selbstverständliche Haltung einer öffentlichrechtlichen Anstalt".

Zwei Wrabetz-Mails an Lorenz
"Du hast es wieder einmal nicht lassen können, das Unternehmen anzubrunzen. Deine Zitate werden natürlich Widerhall finden und den ORF-Feinden dazu dienen uns als Politbetrieb hinzustellen. Du sprichst von Dingen, von denen Du keine Ahnung hast. Besser wäre es einmal mit Programmerfolg aufzufallen." "Die ORF-Information in Radio, Fernsehen und Internet ist unabhängig, kritisch, objektiv wie kaum ein anderes Medium in Europa. In den Comedy- und Talksendungen ist so viel möglich wie noch nie. Das zu verteidigen und ermöglichen, ist das Verdienst dieser Geschäftsführung. Das lasse ich mir von Dir nicht schlecht reden. Dass Du ein Oberintrigant bist (die Verkörperung der ORF-Intrige schlechthin), ist bekannt. Dich damit noch öffentlich zu brüsten, ist jenseitig. Seit einigen Wochen ist der ORF aus den Zeitungen, und jetzt fängst Du wieder an."

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