Kickl Hofer

Kickl gibt Kurs vor

FPÖ: Doppelspitze führt in die Wahl

FPÖ wieder auf hartem Oppositionskurs. Hofer als freund­liches Gesicht nach außen.

Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hatte zwei logische Nachfolger: Norbert Hofer und Herbert Kickl, beide Klubobmänner der FPÖ. Spätestens nach der gestrigen Sondersitzung ist klar: Kickl ist derjenige, der den scharfen Kurs nach ­außen vorgibt. Er drängte von Beginn an darauf, dem Misstrauensantrag gegen die Regierung zuzustimmen.

Parteichef Norbert Hofer ist das freundliche Gesicht nach außen, bei den FPÖ-Wählern beliebt, aber weniger durchsetzungskräftig. Mit diesem Duo geht die FPÖ auch in die Nationalratswahl im September.

FP-Machtkampf droht

Ein Machtkampf droht, doch ­Politexperte Thomas Hofer meint: „Die beiden sind sich nicht immer grün, doch sie sind Profi genug, das nicht nach außen zu zeigen.“ Die innerparteiliche Geschlossenheit nach „Ibiza-Gate“ sei es auch ge­wesen, die die Blauen vor einem ­Totalabsturz wie 2002 nach Knittelfeld bewahrt hätten.

Wien-Wahl. Wirklich dramatisch wird die Situation für die Blauen bei der Wienwahl. Ohne Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus hat die FPÖ bei der EU-Wahl in der Bundeshauptstadt nur 14,4 % erreicht. Die Personaldecke ist dünn.

Strache sammelte, ohne sich selbst einzubringen, ­allein in Wien 11.000 Vorzugsstimmen. Thomas Hofer sagt zur Situation in Wien: „Ein schnelles Comeback ist unwahrscheinlich.“ Strache könne sich natürlich im Hintergrund einbringen. Aber so weit denkt die FPÖ jetzt wohl noch nicht.“

Vorzugsstimmen: Strache hat Anspruch auf EU-Mandat

Vor zehn Tagen stolperte Heinz-Christian Strache über „Ibiza-Gate“, trat als Vizekanzler und FPÖ-Chef zurück. Mindestens 33.500 Wähler scheint das nicht gestört zu haben – sie gaben ihm am Sonntag ihre Vorzugsstimme. Die Auszählung in vier Ländern sowie der Briefwahlstimmen ist noch ausständig. ­Damit hat Strache Anspruch auf ein Mandat im EU-Parlament. Die rechtsextremen Identitären hatten zuvor aufgerufen, ihm eine Vorzugsstimme zu geben.

Strache ist am 42. Listenplatz der FPÖ angetreten – eine nicht unübliche Soli­daritätskandidatur, die er wegen des knappen Fristenlaufs nach seinem Rücktritt nicht mehr rückgängig machen konnte. Ob er das Mandat annehmen wird, war gestern noch nicht zu erfahren.

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