Wahlen Kärnten

Stichwahl muss entscheiden

Kärnten-Wahl: Knappes Rennen in Klagenfurt

Bürgermeisterin Mathiaschitz knapp vorne, muss aber in Stichwahl gegen Amtsvorgänger Scheider - Absolute Mehrheit und 60,3 Prozent für Villachs Bürgermeister Albel.

Am Montagabend ist nach den Kommunalwahlen in Kärnten vom Sonntag als letztes auch das Endergebnis aus der Landeshauptstadt Klagenfurt bekanntgegeben worden. Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) muss gegen Christian Scheider vom Team Kärnten in die Stichwahl. Die Amtsinhaberin erzielte 33,4 Prozent der Stimmen und lag damit knapp vor Scheider, der auf 30,6 Prozent kam.

Insgesamt ist zur Kür der Bürgermeister ein zweiter Wahlgang in zwei Wochen in 28 der 132 Kärntner Gemeinden nötig. Darunter sind neben Klagenfurt auch Spittal an der Drau und Hermagor.

SPÖ landesweit auf 39,9 Prozent

Das Gemeinderatswahl-Gesamtergebnis lag hingegen mit Auszählung der - wegen der Corona-Pandemie in Rekordhöhe eingetroffenen - Briefwahlstimmen auch in Villach und Klagenfurt Montagabend hingegen schon vor: Die SPÖ kam landesweit auf 39,9 Prozent, das bedeutet ein leichtes Minus von 0,3 Prozentpunkten. Die ÖVP erzielte ein Plus von 3,1 Prozentpunkten und kam auf 25,6 Prozent. Die FPÖ holte sich 15,4 Prozent der Stimmen, ein Minus von 2,6 Prozentpunkten.

Niedrige Wahlbeteiligung in Klagenfurt

In der Landeshauptstadt - wo die Wahlbeteiligung mit 52,1 Prozent mager ausfiel - hat die SPÖ im Gemeinderat die Nase deutlich vorn, sie kam auf 31,2 Prozent. Das Team Kärnten mit Ex-Bürgermeister Scheider erreichte 22,4 Prozent.

Die ÖVP schnitt mit 15,6 Prozent eher mäßig ab, ihr Spitzenkandidat Markus Geiger erhielt in der Bürgermeisterwahl gar nur 11,7 Prozent. Ein Debakel erlebte die FPÖ; die mehr als halbiert wurde und nur noch 10,8 Prozent erzielte. Der blaue Spitzenkandidat Wolfgang Germ musste sich mit mageren 10,7 Prozent zufriedengeben.

Schlecht schnitten auch die Grünen ab, sie erreichten 9,3 Prozent, Spitzenkandidat Frank Frey konnte nur 6,6 Prozent der Wähler überzeugen.

Villach: Bürgermeister Albel (SPÖ) bei 60,3 Prozent

Wegen des Corona-bedingten Briefwahlrekords ebenfalls erst am Montagnachmittag veröffentlicht worden war auch das endgültige Wahlergebnis aus Villach. Bürgermeister Günther Albel (SPÖ) gewann die Bürgermeisterwahl mit 60,3 Prozent, seine Partei eroberte auch die absolute Mehrheit im Gemeinderat zurück, allerdings bei einer ebenfalls sehr niedrigen Wahlbeteiligung von 53,6 Prozent. FPÖ-Kandidat Erwin Baumann belegte mit 15,2 Prozent den zweiten Platz vor Katharina Spanring (ÖVP), die 12,8 Prozent erzielte.

Die restlichen Kandidaten landeten unter "ferner liefen". Im Gemeinderat hat die SPÖ nun 51,4 Prozent, die FPÖ ist mit 15,1 Prozent zweitstärkste Kraft. Die ÖVP verlor stark und erreichte nur noch 13,5 Prozent, knapp vor der Öko-Liste "Verantwortung Erde", die 11,5 Prozent schaffte und der ÖVP damit einen Stadtratssitz abnahm. Nicht einmal halb so stark wie "Erde" schnitten die Grünen - mit 5,0 Prozent - ab.

Wolfsberg: SPÖ siegt deutlich

In Wolfsberg - das das komplette Ergebnis ebenfalls erst am Montag vorgelegt hat - feierte SPÖ-Stadtchef Hannes Primus mit 65,5 Prozent einen deutlichen Erfolg, sein ÖVP-Konkurrent Josef Steinkellner erreichte 15,1 Prozent, FPÖ-Kandidatin Isabella Theuermann kam auf 12,9 Prozent.

Und auch im Gemeinderat herrschen klare Fronten, die SPÖ baute ihre absolute Mehrheit auf 58,5 Prozent aus, die ÖVP legte ebenfalls zu und erzielte 18,4 Prozent. Die FPÖ verlor leicht auf 14,4 Prozent, die Grünen schafften ein leichtes Plus auf 6,7 Prozent. Auch hier war die Wahlbeteiligung nicht wirklich hoch, sie lag bei 60,8 Prozent.

In zwei Bezirkshauptstädten ist eine Stichwahl nötig: In Spittal kämpft Amtsinhaber Gerhard Pirih (SPÖ) gegen seinen Vorgänger Gerhard Köfer (Team Kärnten), der früher bei der SPÖ war. Auch in Spittal blieben viele Wähler zuhause, die Wahlbeteiligung betrug 65,8 Prozent.

In Hermagor muss Stadtchef Siegfried Ronacher (SPÖ) in die Stichwahl gegen Leopold Astner (ÖVP). Hier war die Wahlbeteiligung mit 79,3 Prozent deutlich höher.

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