Karfreitag

Wirbel im Netz

Karfreitag: Grünen-Politiker empört mit Jesus-Witz

Die FPÖ wirft dem Grünen-Politiker Gotteslästerung vor.

Es ist eine österreichische Lösung - doch zufrieden ist keiner: ÖVP und FPÖ einigten sich darauf, dass der Karfreitag künftig ein halber Feiertag ist. Frei sein soll erst ab 14 Uhr - damit wäre es de facto sogar nur ein "Viertelfeiertag", weil das Gros der Arbeitnehmer dann schon sechs Stunden im Dienst war. Das Gesetz soll bereits am kommenden Mittwoch beschlossen werden und schon am nächsten Karfreitag, am 19. April, gelten.
 
Die Regelung sorgte für viel Ärger.  Protest kam von den Evangelischen, die bisher den gesamten Karfreitag freihatten. Bischof Michael Bünker: "Damit können wir nicht zufrieden sein." Auch die Sozialpartner sind auf den Barrikaden: AK-Präsidentin Renate Anderl sagt, schon jetzt machen knapp 40 Prozent der Arbeitnehmer am Freitag früher Schluss. Und auch die Wirtschaft ist verärgert. Der Handelskonzern Spar fragt: "Müssen wir jetzt um 14 Uhr zusperren?" Minister Norbert Hofer schwebt eine Regel wie am 8. Dezember vor, sagt er in der "ZiB2". Angestellte können da mit Zusatzentgelt von 10 bis 18 Uhr arbeiten, müssen aber nicht. 
 

FPÖ spricht von Blasphemie

Für Wirbel sorgte am Mittwoch ein Tweet von Gebi Mair. Der Klubobmann der Tiroler Grünen sprach auf Twitter zunächst von einem „Joke“  und legte wenig später mit einem Vorschlag nach: „Warum nicht gleich alle Feiertage in die Nacht verlegen? Besser für die Wirtschaft. Und Feiernacht klingt eh gut.“
 
 
Für Aufregung sorgte dann aber ein weiterer Tweet: „Am Karfreitag um 15 Uhr ist Jesus am Kreuz vor Lachen gestorben“, so Mair auf Twitter. Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger forderte von Mair umgehend eine Entschuldigung und warf dem Grünen-Politiker Blasphemie vor. Der 35-Jährige lässt regelmäßig mit pointierten Sagern aufhorchen und liefert sich öfters einen Schlagabtausch mit der FPÖ. Gebi Mair selbst ist übrigens Absolvent eines Bischöflichen Gymnasiums. 
 

Mair entschuldigt sich

 
"Damit wollte ich mich nicht über Jesus lustig machen, sondern ausdrücken, dass die Entscheidung der Bundesregierung zum Lachen ist. Entschuldigung an alle Gläubigen, die sich angegriffen fühlen. Keine Entschuldigung bei der Regierung für meine Kritik", twitterte der grüne Klubobmann im Landtag am Mittwoch.
 
Schwer verärgert zeigte sich jedoch der Koalitionspartner der Grünen auf Landesebene, die Tiroler ÖVP. "Es ist ein absolutes No-Go, religiöse Gefühle von Menschen zu verletzen. Das ist zutiefst zu verurteilen. Ich habe das Mair auch klar gesagt und verlangt, dass er sich entschuldigen soll", sagte Klubobmann Jakob Wolf der APA.
 
Nicht dabei belassen will es Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger. Für ihn verhöhnt dieser Sager "nicht nur die christlichen Kirchen, sondern vor allem die gläubige Bevölkerung in Österreich". Der FPÖ-Chef forderte, dass der Mair-Tweet strafrechtlich geprüft wird und sieht den Paragraf 188 Strafgesetzbuch, die Herabwürdigung religiöser Lehren, verwirklicht. "Der Paragraf spricht klar davon, dass jemand, der öffentlich eine Person, die den Gegenstand der Verehrung einer im Inland bestehenden Kirche oder Religionsgesellschaft bildet, herabwürdigt und verspottet, mit rechtlichen Konsequenzen zu rechnen hat. Daher muss dies nun geprüft werden", meinte der Landesparteiobmann und Anwalt.
 
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