Ein Kommentar von Rudolf Fußi.
Seit Monaten schreiben sich Journalisten des Landes die Finger wund, um auf die inakzeptablen Zustände im ORF hinzuweisen. Seit mittlerweile Jahrzehnten wird die Entpolitisierung gefordert. Seit der Gründung hängt der ORF am Gängelband der Parteien. Generaldirektor und Direktoren werden ganz unverschämt auf offener Bühne ausgepackelt.
DAS MUSS AUFHÖREN! Was auch aufhören muss: Das Ausspielen von unnötigen US-Serien. Dafür brauchen wir mehr öffentlich-rechtlicher Content wie ihn etwa ORF 3 vormacht. Der ORF programmiert immer mehr am Publikum vorbei. Das kommt halt raus, wenn man mut- und innovationslos agiert. Die Programmdirektion ist eine Verwaltungseinheit geworden, kein Gestaltungsanspruch erkennbar. Damit der ORF seine Existenzberechtigung hat, muss er dort senden und publizieren dürfen, wo die Medienkonsumenten heute Inhalte abrufen. Das ORF-Gesetz folgt hier der wirren Logik mancher Zeitungsherausgeber, dass ein beschränktes Angebot auf orf.at den Zeitungen helfen würde, Schwachsinn! Der ORF braucht -wie sehr vieles in unserem verstaubten, verkrusteten Land- mehr Freiheit.
Freiheit im Denken, Freiheit von der Politik und die Freiheit, breiter agieren zu dürfen. Sonst wird das nix.