Politik-Insider

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Causa Jenewein: FP-Machtkampf eskaliert jetzt

Die Auswertung der Datensätze von Jenewein löst blaue Schlammschlacht aus.

Eskalation. Er, Herbert Kickl, habe ja Hans-Jörg Jenewein diese Woche bereits „suspendieren“ lassen, berichten Vertraute des FPÖ-Chefs seit Donnerstag. Eben jener Jenewein sei „jahrelang Kickls Mann fürs Grobe“ gewesen, kontern hingegen ziemlich viele Freiheitliche. Handy und Laptop – im September 2021 im Zuge einer Hausdurchsuchung bei Jenewein sichergestellt – offenbaren jedenfalls ein gefährliches blaues Sittenbild.

Jenewein – Ex-FPÖ-Mandatar und bis zuletzt im Parlamentsklub – hatte nicht nur zumindest ein Telefonat mit Blauen aufgezeichnet und gespeichert, sondern auch den Entwurf einer bemerkenswerten anonymen Anzeige auf seinem Laptop. Diese Anzeige richtete sich – im September 2021 – gegen die Wiener FPÖ. Im Wien-Wahlkampf 2020 – ÖSTERREICH berichtete bereits damals – wollte Kickl just Hans-Jörg Jeneweins Schwester, Dagmar Belakowitsch, statt Dominik Nepp an der Wiener FPÖ-Spitze installieren. Er scheiterte damit.

Ermittler beschrieben jetzt in einem Aktenvermerk an die WKStA es als „lebensfremd“, dass die „Eingabe an das BK (Anmerkung: Bundeskriminalamt)“ nicht von Jenewein stamme. In der Anzeige ging es um teils alte Vorwürfe über Wiener FP-Vereine und Spesen.

© oe24
Faksimile Jenewein Belakowitsch

Belakowitsch mit Soko-Tape-Beamtin im Kontakt

Brisant. Dem nicht genug, berichten die Ermittler, dass just Jeneweins Schwester Dagmar Belakowitsch – ebenfalls eine Vertraute von Kickl – mit eben jener „Beamtin der Soko ‚Tape‘ ... in Kontakt gewesen“ sei, an die die anonyme Anzeige gegen die FPÖ Wien persönlich adressiert gewesen sei.
Doch was wusste Kickl von all dem? Er selbst dementiert, etwas über die Anzeige gewusst zu haben. Dass sein Verhältnis zu Nepp brüchig ist, ist allerdings Fakt. Wie auch immer.

Jeneweins Flucht nach vorne und FP-Parteitag

Taktik. Nach der „Suspendierung“ trat Jenewein, wie berichtet, die „Flucht nach vorne“ an und trat aus der FPÖ Wien aus, die ihn sonst kommende Woche ausgeschlossen hätte. Doch warum kam es zur Indiskretion? In der FPÖ beschuldigt man Kickl-„Vertraute, das im August lanciert zu haben“, um das „Narrativ im Griff zu haben“. Handy und Laptop von Jenewein könnten die FPÖ aber noch länger beschäftigen ...