Norbert Hofer

Wien bis Tirol

Robo-Autos: Hier laufen die ersten Tests

Das Auto der Zukunft braucht ­offenbar keinen Lenker mehr. In ganz Österreich wird geprobt.

Große Aufregung herrscht noch immer um einen Mann, der mitfilmte, wie sein Tesla-E-Auto alleine – per „Autopilot“ – über die Wiener Höhenstraße manövriert.

Die rechtliche Situation ist ganz klar: Sollte das Auto die Fähigkeit besitzen, darf man auch wirklich auf „Selbstfahr-Modus“ schalten. Aber: Es muss trotzdem immer eine Hand am Lenkrad bleiben, man darf die Kontrolle nie dem Computer überlassen.

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Wir sind Vorreiter

„Österreichische Firmen sind in Europa mittendrin in der Forschungs-Spitze“, so Verkehrsminister Norbert Hofer über die künftige Welt der selbstfahrenden Autos. Die Tests laufen auf unseren Straßen auf Hochtouren:

  • Pkw. Auf Autobahnen (A 2 und A 12) proben die Hersteller – etwa AVL, Magna oder Audi – das Spurwechseln und die Streckenplanung. Auf der Südautobahn (A2) zwischen Graz-Ost und Laßnitzhöhe sind etwa 1,3 Kilometer dafür freigegeben.
  • Minibusse. Tests mit selbstfahrenden Bussen laufen in Koppl (S.) und Pörtschach (K.). Schon bald kurven sie auch in der Wiener Seestadt herum. 11 Passagiere fasst dann das Elektro-Fahrzeug.
  • Bundesheer. Automatisch lenkende Lkw und Traktoren werden in NÖ, Tirol, der Steiermark und in Wien getestet, so die Informationen aus dem Verkehrsministerium. Noch sind hier keine Meldungen über Unfälle oder gröbere Probleme eingetroffen.

 

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Erweiterung

Schon bald werden die Teststrecken erheblich erweitert. Vor wenigen Tagen ist ein Vertrag für eine grenzüberschreitende Teststrecke unterzeichnet worden, erzählt Minister Hofer: „Neben Österreich und Ungarn beteiligt sich auch Slowenien an dem Projekt.“

Autonomes Fahren: In Tesla eingebaut, aber nicht aktiviert

Bei den neuen Tesla-Autos ist der Selbstfahr-Modus fix eingebaut, aber nicht freigeschaltet. Darf er auch gar nicht sein, erklärt man ÖSTERREICH in einem Shop: Es gibt kein EU-Gesetz, das es erlaubt. Übrigens: Der „Selbstfahrer von der Höhenstraße“ kann ein Jahr lang von den Behörden belangt werden – sollte er wirklich die Hände vom Steuer genommen haben.

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Hofer: "Testungen laufen bei uns gut und unfallfrei"

ÖSTERREICH: Wie laufen die Tests mit den selbstfahrenden Autos in Österreich?

Norbert Hofer: Offenbar gut beziehungsweise unfallfrei. Bislang wurde noch kein einziger Unfall oder Bei­nahe-Unfall an das ­Ministerium gemeldet.

ÖSTERREICH: Wann ist ­Österreich bereit, diese Technologie auf der Straße voll einzusetzen?

Hofer: Es wird noch ein langer Weg bis zum Ziel – auch hinsichtlich rechtlicher Rahmenbedingungen. Teile des autonomen Fahrens wie Spurhalteassistenz-Systeme oder das vollautomatische Einparken auf Knopfdruck sind bereits jetzt in Fahrzeugen zu finden. Die Entwicklung schreitet weiter voran.

ÖSTERREICH: Würden Sie sich trauen, in ein selbst fahrendes Auto zu steigen?

Hofer: Ich bin als technikaffiner Mensch natürlich sehr interessiert an den neuesten Entwicklungen. Vollautonome Fahrzeuge sind bei uns noch nicht erlaubt, von daher stellt sich die Frage nicht. Aber in einer entsprechenden Testumgebung auf einer eigenen Teststrecke würde ich es schon wagen.

ÖSTERREICH: Hatten Sie nach dem Unfall in den USA mit einem autonom fahrenden Fahrzeug Bedenken, weiter daran zu arbeiten?

Hofer: Der Unfall ist tragisch und wird von den Behörden in den USA sicher bis ins Detail untersucht, um den Grund herauszufinden. Bei diesem Fahrzeug handelte es sich um ein vollautonomes Auto. Der Einsatz auf heimischen Straßen solcher vollautonomen Fahrzeuge ist derzeit noch nicht erlaubt. (knd)



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