Steiermark-Wahl

Steiermark wählt

Wahl-Interviews: Alle Kandidaten im Talk

Kann die SPÖ ihre Mehrheit halten. Andernfalls tritt Voves zurück.

Wahl-Interviews. Alle Kandidaten im Wahltags-Talk:

SPÖ: „Werde ich nicht Erster, trete ich ab“

ÖSTERREICH: Herr Landeshauptmann, was ist Ihr Wahlziel für heute?
Franz Voves
: Ich will Erster werden. Und ich glaube, dass wir die Trendwende geschafft haben, indem im Juni die Bundes-SPÖ geschlossen für die Verteilungsgerechtigkeit eintrat. Das wird hoffentlich mir zugeschrieben, weil ich ja lange dafür argumentiert habe. Dazu haben die Steirer in der Krise gemerkt, dass wir sie nicht allein lassen – wir haben ihnen durch diese schwierige Zeit geholfen. Jetzt ist die Arbeitslosigkeit stark gesunken.

ÖSTERREICH: Und wenn Sie den ersten Platz verfehlen?
Voves: Werde ich nicht Erster, dann ist es für mich mit knapp 58 Jahren an der Zeit zu gehen. Dann mache ich einer neuen, jüngeren Generation Platz.

ÖSTERREICH: Mit wem würden Sie nach der Wahl koalieren?
Voves: Aus Respekt vor den Steirern sage ich da: Jetzt sind erst einmal die Wähler am Wort, dann setzen wir uns zusammen.

ÖSTERREICH: Schließen Sie also auch eine rot-blaue Koalition nicht aus?
Voves: Die FPÖ könnte in der Regierung sitzen, weil es das Proporzsystem so vorgibt. Deshalb bin ich ja dafür, dass der Proporz sofort nach der Wahl abgeschafft wird. Damit auch taktische Spielchen der ÖVP, aus der Regierung heraus Opposition zu betreiben, unmöglich werden.

Auf Seite 2 lesen Sie das Interview mit dem ÖVP-Kandidaten Schützenhöfer.

 

ÖVP: „Wahlsieg wäre Sensation“

ÖSTERREICH: Wo liegt Ihr Wahlziel?
Hermann Schützenhöfer: Dass wir jetzt schon so nahe an der SPÖ dran sind, dass die Sensation möglich ist, dass die ÖVP den ersten Platz erreicht, ist schon ein riesiger Erfolg. Ein Wahlsieg wäre eine Sensation, also etwas absolut nicht Alltägliches. Möglich ist der erste Platz dennoch geworden.

ÖSTERREICH: Und wenn Sie nur Zweiter werden? Wo liegt die Schmerzgrenze für Ihren Rücktritt?
Schützenhöfer: Mit Schmerzgrenzen beschäftige ich mich nicht. Ich spüre im Gegenteil, dass die Steirer mich mögen und auf mich zugehen. Im Übrigen werden wir, wie nach jeder Wahl, am Montag einen Landesparteivorstand machen und über das Ergebnis beraten. Dieser Analyse greife ich nicht vor.

ÖSTERREICH: Würden Sie als Zweiter eine schwarz-blaue Koalition gegen Voves wagen?
Schützenhöfer: Auch das ist vor dem Wahltag kein Thema. Ich sage ganz klar: Am ehesten sind die großen Probleme des Landes durch eine Zusammenarbeit der großen Parteien lösbar. Aber wenn die FP in der Regierung sitzt, ist sie per Verfassung nicht auszuschließen.

Auf Seite 3 lesen Sie das das Interview mit dem steirischen FPÖ-Chef Kurzmann:

 

FPÖ:  „Warte auf Koalitionsangebot“

ÖSTERREICH: Treten Sie zurück, wenn die FPÖ unter zehn Prozent liegt?
Gerhard Kurzmann: Ich würde sofort zurücktreten, wenn wir den Wiedereinzug in den Landtag nicht schaffen. Das Wahlziel ist eine Verdoppelung der FP-Stimmen auf 9 bis 10 Prozent, zweistellig wäre sehr schön.

ÖSTERREICH: Dann würden Sie in der Landesregierung sitzen – als wessen Koalitionspartner?
Kurzmann: Ich fürchte, dass sich die Polit-Dinosaurier von Rot und Schwarz ohnehin nach der Wahl wieder auf ein Packel hauen. Aber ich warte auf Koalitionsangebote, bei denen die wichtigsten FP-Inhalte berücksichtigt werden. Dann habe ich weder eine schwarze noch eine rote Präferenz. Wer mehr freiheitliche Politik mitträgt, sollte eine Chance auf eine Koalition bekommen.

Auf Seite 4 lesen Sie das Interview mit dem Grünen Werner Kogler.

 

Grüne: „Stehe für Koalition bereit“

ÖSTERREICH: Was passiert, wenn Sie heute hinter die FPÖ zurückfallen?
Werner Kogler: Es ist noch lange nicht gesagt, dass das passiert. Wir haben bis zur letzten Sekunde gekämpft – und wollen heute das blaue Gespenst aus der steirischen Landesregierung austreiben.

ÖSTERREICH: Um dann selbst unter welchen Bedingungen mitzuregieren?
Kogler: Sollten wir selbst keinen Landesrat schaffen, würden uns fünf Mandate im Landtag arithmetisch wohl auch ohne Sitz in der Regierung reichen, um den Stimmenstärksten zum Landeshauptmann zu wählen. Ich sehe das genauso pragmatisch wie Rudi Anschober in Oberösterreich: Wenn das Programm passt und es sich rechnerisch ausgeht, stehe ich für eine Koalition bereit – auch um eine blaue Machtergreifung zu verhindern.



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