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Wahldesaster

Haider stellt die Vertrauensfrage

Für das Desaster bei den oberösterreichischen Landtagswahlen übernimmt der SPÖ-Landesparteichef die Verantwortung.

Haider sieht Schuld bei Landespartei
SPÖ-Spitzenkandidat und Landesparteichef Erich Haider wird nach der desaströsen Wahlniederlage in den Parteigremien am Montag die Vertrauensfrage stellen. Damit ist ein Rücktritt nicht ausgeschlossen. Die Verantwortung für die Wahlschlappe sah Haider bei einer ersten Stellungnahme im Linzer Landhaus - anders als seine Vorarlberger Kollegen - rein bei der Landespartei.

"Nicht damit gerechnet"
Haider sprach von einer "sehr, sehr schmerzlichen Wahlniederlage". Die SPÖ sei mit ihren Vorschlägen nicht durchgekommen. Es handle sich aber um eine Wahl auf Landesebene und hier liege auch die Verantwortung für den Ausgang, so Haider. Damit habe er nicht gerechnet. Die Vorarlberger SPÖ hatte nach der Niederlage vor einer Woche die Bundespartei mitverantwortlich für den Stimmenverlust gemacht.

Faymann: "Nicht schönzureden"
Bundeskanzler und Parteichef Werner Faymann reagiert nur in knappen Worten auf die Wahlniederlage seiner Landesroten. "Eine Niederlage ist nicht schönzureden", sagte er in der "ZIB 1". Respekt zollte er Landesparteichef Haider für seine Arbeit und seine Reaktion auf die Wahlniederlage. Dass Haider darauf hingewiesen habe, dass es sich um eine Landtags- und nicht eine Nationalratswahl gehandelt habe, zeige Charakter. "Er ist ein hochanständiger Mensch, der hart gekämpft hat", so der Kanzler.

Kräuter: "Nichts zu beschönigen"
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sieht im Ergebnis der Landtagswahlen in Oberösterreich eine "dramatische Niederlage": "Es gibt überhaupt nichts zu beschönigen." Vor Haider, der sich der Vertrauensfrage stellen will, habe er "größten Respekt", so Kräuter. Personelle Konsequenzen auf Bundesebene nach einer Serie von Wahlniederlagen werde es vorerst nicht geben: "Es hat überhaupt keinen Sinn, mit irgendwelchen Schnellschüssen zu reagieren." Aber: Aufgrund der rund 1,1 Mio. Wahlberechtigten in Oberösterreich seien die Verluste der SPÖ "kein lokales Ereignis".



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