'Sie sind ja paranoid' - 'Sie nerven'

Brutalo-Duell zwischen Kickl & Brandstätter

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Zwischen Helmut Brandstätter (Neos) und Herbert Kickl (FP) flogen auf oe24.TV die Fetzen.

Kickl gegen Brandstätter – das ist Brutalität. Wolfgang Fellner lud die Listenzweiten von FPÖ und Neos ins oe24.TV-Studio, wo bei ­jedem einzelnen Gesprächsthema die Fetzen flogen.

oe24.TV: Dieses Duell ist ja auch deshalb so spannend, weil Sie ein Buch über Herbert Kickl geschrieben haben, das auf Platz 1 der Bestsellerliste steht.

Helmut Brandstätter: Österreich ist in den letzten Jahren viel sicherer geworden, aber nicht, weil der Herr Kickl Minister war. Er ist gekommen und hat sehr viel zerstört, aus dem Ministerium eine reine Angstfestung gemacht. Polizisten, die Angst haben, etwas zu sagen, weil sie sofort disziplinär verfolgt wurden. Das hat wieder die Unsicherheit im Land erhöht. Gleichzeitig hat er eine teure Propagandashow um sich herum aufgebaut. Und das Allerschlimms­te: Angst in der Bevölkerung gestreut. Er will die Spaltung der Gesellschaft, das unterscheidet uns am meisten.

Herbert Kickl: Sie brauchen sich da nicht zum Helden stilisieren, der sich gegen irgendwelche dunklen Mächte krampfhaft zur Wehr setzt. Das ist ein Witz, Herr Brandstätter. Das war ja alles ein Geschwafel ohne roten Faden …

Brandstätter: Der rote Faden ist, dass Sie dieses Land unsicherer gemacht haben.

Kickl: Sie haben Türkis-Blau von Anfang an verteufelt. Das blöde ist nur, dass Sie mit Ihrer Meinung ziemlich alleine dastehen, weil diese Regierung unglaublich populär gewesen ist. Auch deshalb, weil wir eine ordentliche Sicherheitspolitik gemacht haben. Ich habe mir Ihr Buch übrigens ausgeborgt – 22 Euro würde ich dafür ja nicht ausgeben. Das ist ja ein paranoides Pamphlet, ein Auswuchs Ihrer verqueren Fantasie. Es gibt Leute, deren Geschäft es ist, Leuten wie Ihnen zu helfen. Also wenn man ein bisschen ein Problem hat.

Brandstätter: Wenn jemand etwas sagt, was Ihnen nicht gefällt, dann ist er gleich ein psychiatrischer Fall …

oe24.TV: Auch wenn Herr Kickl gerade von einer „populären Regierung“ spricht – Herr Brandstätter, Sie glauben, die kommt nicht mehr?

Brandstätter: Ich glaube ­natürlich, dass die wieder kommt. Wobei, wenn ich mir die Aggressivität des Herrn Kickl aus der Nähe ansehe, verstehe ich schön langsam den Sebastian Kurz. Dass er sagt, ihm ist das auf die Nerven gegangen. Was mich aber wirklich traurig stimmt – mich aber auch bestärkt, mich für Politik zu engagieren –, ist, wie Sie über Menschen reden.

Kickl: Das sagt mir ein Vertreter einer Partei, die 2015 den Silberstein als Wahlkampf­berater in Wien geholt hat.

Brandstätter: Jetzt haben Sie Tal Silberstein untergebracht. Sicher, Antisemitismus geht immer.

Kickl: So ein Unsinn. Sie tun mir wirklich leid.

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