Rendi Hofer

Wahl-Insider

SPÖ gegen FPÖ: Der Kampf um Platz zwei

Beide Parteien haben Schwierigkeiten, ihre Wähler an die Wahlurne zu bringen.

Grundsätzlich haben SPÖ und FPÖ in diesem Wahlkampf ja relativ wenig gemeinsam. Aber beide Parteien kämpfen mit ein und demselben Problem: Derzeit haben sie Schwierigkeiten, ihre Wähler wirklich zu mobilisieren.

Nun haben Strategen beider Parteien interessanterweise dieselbe Strategie auserkoren, um doch noch einen Schub auszulösen: Blau und Rot wollen das Match um Platz zwei im Wahlkampffinish ausrufen.

Ein Duell, das laut Umfragen sogar realistisch ist. Je nach Umfragen liegt die SPÖ derzeit zwischen 20 und 23 Prozent. Die FPÖ käme nach Umfragen auf 19 bis 22 Prozent. Rein rechnerisch könnte also jede dieser Parteien auf Platz zwei landen. Bislang hatte die SPÖ freilich stark auf das Rennen um Platz eins geschielt. Dieses wird allerdings durch keine einzige Umfrage – weder publizierte noch parteiinterne Daten – gedeckt.

Daher wollen auch die Roten nun im Kampf gegen die FPÖ wieder Emotionen bei ihren Wählern wecken.

Die SPÖ braucht jetzt echte Emotionen ihrer Wähler

„Wenn es darum geht, ob wir nicht doch sogar auf den dritten Platz hinter die FPÖ rutschen, dann können wir vielleicht Wähler, die von uns zu den Grünen wechseln, davon abhalten“, hofft ein SP-Stratege. Und ein FP-Stratege sagt: „Uns drohen zwar starke Verluste, mittels der Losung, dass wir erstmals seit 1999 wieder Platz zwei erreichen könnten, könnten wir unsere Wähler aber doch noch aufwecken.“

Angst vor Koalitionen. Rot und Blau wollen freilich auch mittels Schreckgespenstern für ihre eigene Klientel in den letzten Wochen bis zur Nationalratswahl am 29. September punkten. Während die Blauen bis zum Wahltag vor Türkis-Grün warnen wollen, wird die SPÖ sich auf Türkis-Blau einschießen. Beide Parteien wollen die jeweils andere Koalitionsform als „schon ausgepackelt“ darstellen. Damit sollen ÖVP- und Grün-Wähler wiederum demobilisiert werden.

Denn am Ende geht es wirklich darum, wer Platz zwei schafft.

Isabelle Daniel



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