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Wiederholen

Gudenus über Ibiza:

"Was wir gesagt haben, tun die anderen seit Jahrzehnten"

Auf oe24.TV bei Wolfgang Fellner bricht der frühere FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus erstmals seit Ibiza sein Schweigen.

Gudenus stellt die Falle, die ihm und Heinz-Christian Strache gestellt worden war, als „genialst“ sowie perfid dar und lässt aufhorchen: Er habe sich die Videosequenzen noch nicht ganz angeschaut.

oe24.TV: Das Auftauchen des Ibiza-Videos ist 6 Monate her, Sie haben seitdem keine Interviews gegeben. Warum?

Johann Gudenus: Ich habe mich zurückgehalten, auch weil ich einen klaren Trennstrich ziehen wollte. Um meine Familie zu schützen, vor allem meine Frau, die damals schwanger war und fast ihr Kind verloren hätte. Mittlerweile ist mein Sohn auf der Welt, alle sind gesund. Ich wollte damit aber auch die Partei schützen, die weiterhin meine Unterstützung hat.

oe24.TV: Gehen wir zurück zum 17. Mai um 18 Uhr, als der Ibiza-Skandal explodiert ist: Wie war Ihre erste Reaktion?

Gudenus: Soll ich ehrlich sein? Ich habe bisher noch keine einzige Sequenz ganz angeschaut. Wenn das Video irgendwo läuft, drehe ich weg.

oe24.TV: Sie haben jedenfalls nach dem 17. Mai ganz anders reagiert als HC Strache, sind aus der FPÖ ausgetreten, danach kein Facebook-Posting mehr, nichts. Sie sind verschwunden. Warum?

Gudenus: Ich bin nicht verschwunden. Aber ja, ich bin sozusagen medial abgetaucht. Ich kümmere mich mehr um meine Familie, verbringe mehr Zeit mit Freunden. Und ich sage Ihnen eines: Man weiß als Spitzenpolitiker nicht, was einem alles entgeht. Wenn man dann aus diesem politischen Alltag mit den vielen Sitzungen herauskommt – trotz der Misere die es war und diesem gewaltigen Knall –, war es doch schön, mal zu sehen, wie es ist, viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Ich habe das alles irgendwie auch als Befreiung erlebt.

oe24.TV: Warum sind Sie aus der FPÖ ausgetreten?

Gudenus: Ich habe die Entscheidung damals aus freien Stücken getroffen und glaube jetzt, im Nachhinein war es die richtige. Ich habe durch meinen Austritt viele mögliche Pfeile, die sonst gekommen wären auf die FPÖ, abgehalten. Man sieht ja jetzt, was zwischen HC Strache und der Partei passiert. Eine Negativspirale, aus der keiner rauskann.

oe24.TV: Viele fragen sich ja, wie konnte dieser Depp, entschuldigen Sie den Ausdruck, in diese Falle tappen?

Gudenus: Man ist im Nachhinein immer gescheiter. Aber ich glaube, das wäre fast jedem passiert. Das war eine perfide Falle, genialst eingefädelt. Die involvierten Akteure sind Profis und können solche Szenarien, solche Fallen über Monate aufbauen.

oe24.TV: Es gibt viele, die behaupten, Sie wären danach zusammengebrochen.

Gudenus: Das stimmt überhaupt nicht. Es gingen in den letzten Monaten so viele Gerüchte über meine Person um, wo ich mittlerweile darüber ­lachen kann. Nichts davon stimmt. Natürlich war es eine emotionale Hochschaubahn mit einem ganz steilen Bergabweg. Aber ich bin ein lebensbejahender Mensch. Auch wenn man Fehler gemacht hat, das Leben muss immer weitergehen und man hat ja auch eine Verantwortung für seine Familie.

oe24.TV: Bereuen Sie, was Sie im Ibiza-Video gesagt haben?

Gudenus: Schauen Sie, es war net guad. Es war ein miserables Bild, das wir abgegeben haben. Andererseits, wenn man es jetzt rückblickend betrachtet und ein bisschen die Emotionen weglässt, war es vielleicht eine Karikatur der politischen Landschaft in Österreich seitens der Großparteien. Was wir gesagt haben im Video, tun andere seit Jahrzehnten.

oe24.TV: Haben Sie noch Kontakt zu HC Strache?

Gudenus: Wir haben etwa bis August Kontakt gehabt, mit Nachrichten. Und ein Treffen gab es, aber keine Aussprache.

oe24.TV: Und seither haben Sie keinen Kontakt mehr, warum?

Gudenus: Es hat sich nicht mehr ergeben.

oe24.TV: Man sagt ja, Strache hat irgendwann die Linie zu Ihnen geändert und sagt: Der Gudenus hat mich reingelegt …

Gudenus: Das war sicherlich nicht der Fall, weil ich ja noch nach Ibiza an die Echtheit des Lockvogels geglaubt habe.

oe24.TV: Glauben Sie, dass eine Liste Strache Chancen hätte?

Gudenus: Ich fühle mich erinnert an BZÖ, Team Stronach. All diese Experimente sind doch nach einer gewissen Zeit im Sand verlaufen. Und vielleicht hat der Herr Stronach ihm auch einen Rat gegeben, es nicht zu tun.

oe24.TV: Können Sie sich eine politische Rückkehr vorstellen?

Gudenus: Ich kann mir aus jetziger Sicht diese Rückkehr nicht vorstellen. Was in zehn Jahren ist, weiß ich natürlich nicht. Aber ich habe die letzten Monate zur Selbstreflexion genutzt und denke, ich habe jetzt die Möglichkeit, aus meinen Ausbildungen und Erfahrungen zu schöpfen, um etwas Neues zu machen. Derzeit bin ich in der Gründung eines Unternehmens.

oe24.TV: Sie sind im August aus dem Bett geholt worden von einem Einsatzkommando, das eine Hausdurchsuchung durchgeführt hat. Tage später haben Sie beim Herrn Pilz auf zackzack.at lesen können, dass bei Ihnen Kokain gefunden wurde. Wie geht es einem da?

Gudenus: Es waren Beamte in Zivil. Und dann die Fotos von unserem Schlafzimmer, vom Kleiderkasten und dergleichen. Paragraf 7 Mediengesetz sagt ja ganz klar, dass man nicht bloßgestellt werden darf. Da sind auch Entschädigungszahlungen ermöglicht, die man in diesem Fall verlangen kann.

oe24.TV: Aber das Ärgste war doch: Man hat Ihnen unterstellt, dass auch Kokain gefunden wurde.

Gudenus: Ich habe Zackzack gesagt, ich werde keine Rückstände auf fremden Visitenkarten kommentieren. Wo kommen wir dann hin?

oe24.TV: Das war doch eine skurrile Situation: Es wurde bei Ihnen in einer Ablage hinter einem Safe, neben einem Safe ein ganzer Haufen Visitenkarten …

Gudenus:  …fremder Visitenkarten …

oe24.TV: … auch eine ORF-Visitenkarte – da wurden darauf Kokainspuren gefunden.

Gudenus: Das beweist nichts – in gar keine Richtung.

oe24.TV: Das beweist nicht, dass Sie Kokain konsumiert haben. Das empört Sie.

Gudenus: Das empört mich ja extrem, weil ich weiß, der Herr Pilz hat ein Geltungsbedürfnis, weil er ja politisch total gescheitert ist. Es gibt meinen privaten Lebensbereich, da werden Visitenkarten gefunden, die nicht mir gehören. Dass man so etwas zeigt und Schlussfolgerungen gezogen werden, das ist wirklich perfide. Auch wenn vielleicht manche Strache und mich gerne am Boden ­sehen würden – die glauben ja alle, wir haben keine Rechte. Wir haben aber Persönlichkeitsrechte, und es kann nicht sein, dass laufend die Verschlussakten über die Medien gespielt werden, wo eine Vorverurteilung stattfindet. Es ist ja auch nicht gut für die Ermittlungen.

oe24.TV: Gudenus sorgt für Rekord-Quote

Zum Monatsende des November verzeichnet Österreichs neuer News-TV-Sender oe24.TV am Freitagabend einen neuen Quoten­rekord. Erstmals erreichte oe24.TV an einem Tag ohne Großereignis mehr als 200.000 Zuseher (exakt 210.000 NRW über 12 Jahre) und einen Marktanteil von 1,05 Prozent in der Werbezielgruppe 12–49 Jahre.

Die beste Quote am vergangenen Freitag erreichte dabei laut Teletest „Fellner! Live“ mit dem Johann-Gudenus-Interview zum Ibiza-Video. oe24.TV verzeichnete mit „Fellner! Live“ von 21 bis 22 Uhr beachtliche 118.000 Zuseher (NRW 12+) und einen Marktanteil von 3,27 Prozent in der Werbezielgruppe (12–49).

Bei männlichen Zusehern unter 49 Jahren lag der Marktanteil sogar bei 5,4 Prozent. Im Ranking aller mehr als 50 in Österreich empfangbaren TV-Sender war oe24.TV damit erstmals in der Top Ten.

Der gestrige Tag bestätigt einmal mehr: oe24.TV ist derzeit der führende TV-Nachrichtensender in Österreich. Er erreichte bisher im November ­(ohne die Quoten des 30. 11.) laut Teletest im Gesamtpublikum 0,43 Pro­zent Marktanteil und im Tagesschnitt 171.000 Zuseher (NRW 12+). In der Werbezielgruppe 12–49 Jahre erreichte oe24.TV im November exakt 0,5 % Marktanteil. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr (0,15 % MA) ­eine Verdreifachung (!) des Markt­anteils oder ein Plus von 230 %.

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