Wien-Wahl

Das ist das vorläufige Endergebnis ohne Wahlkarten

11.10.2020

Das vorläufige Wahlergebnis OHNE Wahlkarten SPÖ: 43,1%, ÖVP: 18,5%, Grüne: 12,2%, NEOS: 6,9%, FPÖ: 8,9%, Strache: 4,9%, restliche Kleinparteien: 5,9%.

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Wien. Am Sonntagabend steht das vorläufige Endergebnis ohne Auszählung der Wahlkarten fest: Demnach liegt die SPÖ bei 43,1 Prozent und liegt damit klar auf Platz 1, die ÖVP mit 18,5 Prozent auf Platz 2. Die Grüne kommen ohne Wahlkarten auf 12,2 Prozent, die NEOS rutschen ohne Wahlkarten auf 6,9 Prozent ab. Die FPÖ würde ohne Wahlkarten 8,9 Prozent erreichen, HC Strache 4,9 Prozent. Die Briefwahlstimmen und in "fremden" Wahlkreisen abgegebene Wahlkarten - laut Hochrechnern werden das mehr als 300.000 sein - werden ab Montag, ausgezählt.
 
Die Hochrechnung von SORA/ORF zeigt ein ähnliches Bild, wie der zuvor veröffentlichte oe24-Exit-Poll: Die SPÖ wird mit 42,2 Prozent klar Erste der Wiener Gemeinderatswahl, die ÖVP mit 18,8 Prozent Zweite. Die FPÖ schneidet noch wesentlich schlechter ab als erwartet und könnte mit nur 7,7 Prozent sogar nur Fünfte werden hinter NEOS. Und: Das Team HC hat laut SORA mit 3,6 Prozent kaum Chancen auf den Einzug in den Gemeinderat.
 
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Dennoch hält es SORA-Geschäftsführer Christoph Hofinger für unwahrscheinlich, dass es Heinz-Christian Strache mit seiner neuen Partei in den Gemeinderat schafft. Seine alte Partei, die FPÖ, erleidet einen massiven Einbruch, von 30,8 Prozent des Jahres 2015 auf nur mehr 7,7 Prozent und verliert den seit 1991 fast durchgehend gehaltenen zweiten Platz wieder an die ÖVP.
 
Die ÖVP kommt mit einem großen Zuwachs von 9,6 Prozentpunkten auf 18,8 Prozent wieder weit aus dem historischen Tief heraus, in das sie 2015 gefallen war. Dass die Grünen ihr noch den zweiten Platz abnehmen, hält Hofinger für sehr unwahrscheinlich. Sie legen zwar laut der Hochrechnung um 2,3 Prozentpunkte zu, landen damit aber nur bei 14,1 Prozent.
 
Klarer Wahlsieger ist, wie erwartet, die SPÖ, für die 42,2 Prozent ausgewiesen werden. Bürgermeister Michael Ludwig ist damit in seiner ersten Wahl ein Zuwachs um 2,5 Prozentpunkte gelungen. NEOS werden mit 7,9 Prozent (plus 1,74) ausgewiesen.
 
Die Absolute ging sich nicht aus für die SPÖ, aber sie kann laut SORA mit 47 Mandaten unter drei Koalitionspartnern wählen: Die Fortsetzung von Rot-Grün wäre mit 15 Grün-Mandaten sehr gut abgesichert. Noch größer wäre die Koalitionsmehrheit mit der ÖVP, die es auf 21 Mandate bringen dürfte. Relativ schwach wäre der Überhang für Rot-Pink, den NEOS können laut SORA mit neun Mandaten rechnen.
 
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Von den freiheitlichen Gemeinderäten müssen sich laut der Hochrechnung 26 aus dem Rathaus verabschieden. SORA geht davon aus, dass die FPÖ - nach Auszählung der Briefwahl am Montag oder Dienstag - nur noch acht Mandate bleiben. Und die zum Team HC übergelaufenen vier Ex-FPÖ-Landtagsabgeordneten werden dem neuen Gemeinderat wohl auch nicht mehr angehören.
 

Simmering und Floridsdorf auf Gemeindeebene wieder rot

 
Die SPÖ hat sich bei der Wien-Wahl jene zwei Bezirke zurückgeholt, die auf Gemeindeebene 2015 nicht an die Roten, sondern an die FPÖ gegangen waren. Mussten sich die Sozialdemokraten 2015 in Floridsdorf und Simmering der FPÖ geschlagen geben, sorgte der Absturz der Blauen dort nun für einen Sieg der SPÖ. Das geht aus dem vorläufigen Endergebnis hervor, das sich angesichts des enormen Abstands auch durch die Briefwahlstimmen nicht mehr umdrehen wird.
 
In Simmering kam die SPÖ laut Urnenwahl-Resultat auf 46,25 Prozent, das ist ein Zuwachs von 5,99 Prozentpunkten. Im Gegenzug stürzte die FPÖ auf 17,17 Prozent ab - ein Minus von stattlichen 25,73 Prozentpunkten. Ähnlich das Bild in Floridsdorf. 46,12 Prozent der Stimmen konnte dort die SPÖ erringen, das sind 6,96 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. Die Freiheitlichen sackten dort sogar um 28,88 Prozentpunkte auf 11,68 Prozent ab. Sie wurde in Floridsdorf auch von der ÖVP (18,56 Prozent) überholt.
 
Alle Details zur Gemeinderatswahl: Sehen Sie HIER, wie Ihr Bezirk gewählt hat