"Wir kommen wieder rein ..."

Pilz im Interview

"Wir kommen wieder rein ..."

Peter Pilz glaubt trotz mieser Umfragen an den Wieder
einzug in den Nationalrat.

Angriffslustig gibt sich JETZT-Gründer und -Spitzenkandidat Peter Pilz im oe24.TV-Interview mit Wolfgang Fellner. Obwohl ihm alle Umfragen derzeit nur ein bis zwei Prozent bei der nächsten Wahl geben (womit er aus dem Parlament fliegen würde), glaubt Pilz, dass er den Wiedereinzug schaffen und, wie er sagt, der „Stachel im Hintern“ von Kurz & Co bleiben kann.
 
Pilz geht davon aus, dass nach der Wahl eine Dreierkoalition von ÖVP, Neos und seinen ehemaligen Grünen kommen wird. In diesem Fall würde Österreich eine Opposition und Kontrollkraft wie JETZT brauchen, denn: „Die SPÖ ist einfach genetisch oppositionsunfähig. Genauso wie du einen Dackel nicht zum Vegetarier machen kannst, kannst du aus der SPÖ keine Oppositionspartei machen.“
Seine umstrittene Tier-Karikatur von Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger als Dackel, der nach der Wurst schnappt, verteidigt Pilz. Der bildhafte Vergleich sei ursprünglich von der Neos-Abgeordneten Irmgard Griss gekommen.
 
Seinen ehemaligen Grünen gibt er wenig Chancen, sich in einer Koalition gegen die ÖVP durchzusetzen. Wieder muss der Dackel als Vergleich herhalten: „Die glauben, dass der grüne Schweif mit dem türkisen Dackel wackeln kann …“
 

Peter Pilz stellte sich den Fragen von Wolfgang Fellner auf oe24.TV. & gibt sich für die wahl siegessicher.

 
oe24.TV: Peter Pilz, ich freu mich, dass du uns erhalten bleibst, aber eigentlich solltest du in Pension gehen … Warum tust du dir das an?
 
Peter Pilz: Erstens, damit einmal Klarheit entsteht: keine Entwarnung bei den Schwammerln, die suche ich trotzdem. Zweitens ist das die Geschichte mit: „Du solltest eigentlich in Pension gehen.“ Ja, das wünscht sich Sebastian Kurz, ja, das wünschen sich Gernot Blümel und Norbert Hofer usw. Natürlich wünschen sich das extrem angreifbare Spitzenpolitiker vor allem aus der ÖVP und der FPÖ, aber auch bei den NEOS immer mehr.
 
oe24.TV: Ich könnte mir vorstellen, das wünscht sich auch Werner Kogler, weil der wäre dich auch gerne los?
 
PILZ: Möglicherweise, aber den Werner mag ich ja persönlich – da mache ich eine Ausnahme. Aber das ist der Punkt. Wenn eine Liste wie die unsere der Stachel im Hintern eines Kanzlers ist, eines Vizekanzlers und von all den Leuten mit ihren schwarzen Kassen, dann ist klar, dass die diesen Stachel gerne weg hätten.
 
oe24.TV: Das, was du mit dem letzten Wahlkampf durchgemacht hast, das war schon eine wirklich starke Nummer. Zum Teil warst du auch wirklich selber schuld. Dann noch die Sache mit diesen Belästigungsvorwürfen, die dich überhaupt psychisch demoliert hat für einige Wochen. Und jetzt tust du dir das wieder an, warum?

PILZ: Natürlich kann ich mir privat ein sehr, sehr schönes Leben mit meiner Frau vorstellen und die würde sich auch freuen. Aber wenn ich mir nach dem Wahltag eine Regierung Kurz vorstelle … Alles deutet darauf hin, dass er es mit den Grünen und den NEOS machen wird. Wenn es uns dann nicht als Kontrolle gibt, gibt es nur die FPÖ – und dann geht alles wieder von vorne los.
 
oe24.TV: Und die SPÖ auch noch, mit Verlaub, oder zählst du die nicht mehr oder gehst du davon aus, dass die aus dem Parlament fliegen?
 
PILZ: Die SPÖ ist genetisch oppositionsunfähig, die können das nicht. Genauso wie du einen Dackel nicht zum Vegetarier machen kannst, kannst du aus der SPÖ keine Oppositionspartei machen.
 
oe24.TV: Du sagst, es gibt nur die FPÖ als Opposition, und da willst du für eine linke Opposition sorgen?
 
PILZ: Es gibt kaum eine schmutzigere Partei als die FPÖ. Das wissen wir. Das ist doch der ewige Kreislauf der FPÖ: Oppositionsbank, Regierungsbank, Anklagebank.
 
oe24.TV: Wobei du viel riskierst bei diesem Wahlkampf. Wenn du Pech hast, fliegst du mit Bomben und Granaten aus dem Parlament raus.
 
PILZ: In meinem ganzen Leben habe ich mich Entscheidungen der Wähler und Wählerinnen gestellt und bin damit sehr, sehr gut gefahren und habe sehr oft in einem für mich wunderbaren Ausmaß Vertrauen bekommen.
 
oe24.TV: Du bist allen Ernstes der Meinung, dass du im nächsten Parlament bist?
 
Pilz: Ja, deshalb kandidiere ich.
 
oe24.tv: Todernst?
 
Pilz: Ja, ich kandidiere nur für wichtige und seriöse Projekte und ich bin dabei, gemeinsam mit etlichen anderen, ein tolles Team zusammenzustellen.
 
oe24.TV: Das hast du in Rekordzeit gemacht, du hast die Maria Stern dabei und den Martin Balluch. Der Tierschützer Balluch ist ja eine Sensationsansage …
 
PILZ: Martin Balluch ist großartig, ja.
 
oe24.TV: Das ist ja ein Unterschied zum 1. Mal Peter Pilz: Diesmal schwimmst du ja im Geld. Wie viel Parteienförderung bekommst du pro Jahr?
 
PILZ: Wenn du Parteiakademie und Klub zusammenzählst, dann wirst du auf ca. 5 bis 6 Millionen kommen. Natürlich kannst du da einiges machen. Wir werden aber nicht mehr als 300.000 Euro ausgeben.
 
oe24.TV: Der Rest kommt aufs Sparbuch?

PILZ: Ich brauche kein Geld aus der Bauindustrie wie die NEOS. Die NEOS sind die Einzigen, die die Spenderwurst nicht in den Vereinen verstecken, sondern gleich in der eigenen Partei, das ist ja das Spezielle an den NEOS.
 
OE24.TV: Es geht darum, dass du NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger, die ja deine Kollegin ist, als Hund zeichnen hast lassen.
 
Pilz: Der Dackel ist ein Bild der NEOS-Abgeordneten Irmgard Griss. Die fängt im Parlament plötzlich an, über Dackel und Wurst zu reden und ist nicht draufgekommen, dass es genau das Bild ist, das am besten zu den NEOS passt. Da haben sie mit ihrem eigenen Bild Pech gehabt.
 
oe24.TV: Nochmals zu den Koalitionen: Werner Kogler meint, wenn er eine Koalition mit Türkis macht, dann wird er die Richtung vorgeben, er will eine 180-Grad-Wende von Sebastian Kurz.
 
Pilz: Das war immer schon eine Spezialität der Grünen, dass sie gesagt haben: „Wir sind der grüne Schweif, der wunderbar auf den türkisen Dackel draufpasst, und wenn der grüne Schweif einmal draufschaut, dann wackelt er mit dem Dackel.“ Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das gelingt – es wird der Dackel mit dem Schweif wackeln, das ist völlig klar. Ich befürchte, dass die Grünen ein sehr kleines Umweltministerium bekommen werden, keine Verkehrskompetenzen, nicht wirklich Energiekompetenzen.

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