27. Dezember 2014 23:57
Wolfgang Fellner
Das sagt Österreich
Für wen 2015 erfolreich wird – und für wen nicht.
Das sagt Österreich
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Doris Bures ist ohne Frage die Politikerin mit dem spannendsten Job im neuen Jahr 2015: In ihrer Hand liegt das Schicksal des Hypo-U-Ausschusses. Sie wird dieses Polit-Tribunal, das endlich Licht in das größte politische Desaster der Zweiten Republik bringen soll, als Vorsitzende leiten. Mein Tipp: 2015 wird das Jahr der Doris Bures.

HC Strache fährt Hochschaubahn im neuen Jahr. Für ihn ist 2015 alles möglich – oder nichts. In Wien könnte Strache sogar Häupl stürzen – freilich: Die Umfragen sind für Strache matt. Dafür ist in der Steiermark für die FPÖ die Nummer 1 drin.

Werner Faymann könnte 2015 zurück an die Spitze kommen: Steuerentlastung. Schulreform. EU-Aufschwung. Das sind genau jene Themen, für die er jahrelang gekämpft hat. Wenn sie 2015 endlich Realität werden und er seinen Erfolg auch kommunizieren kann, steigt der Kanzler wie Phönix aus der Asche.

Reinhold Mitterlehner wird es 2015 schwieriger haben. Er muss Platz 1 verteidigen, ohne eigene Themen zu haben. Den Django-Effekt wird er nur halten können, wenn er Steuerentlastung, Schulreform und Wirtschaftsaufschwung rasch durchzieht.

Hans Jörg Schelling kann einem 2015 leidtun. Er sitzt im Horror-Job. Das Budget platzt aus allen Nähten, die EU-Sanktionen drohen, die Steuerreform kostet noch mehr, die Hypo wird auch zum Schelling-Debakel. Würde mich nicht wundern, wenn Schelling schon 2015 entzaubert wird.

Von Sebastian Kurz kann man sich dafür 2015 viel erwarten. Im Ukraine-Konflikt, im Iran-Atomstreit – überall ist Kurz aktiv. Österreich kann 2015 in der Weltpolitik endlich wieder eine Rolle spielen. Bravo.

Eva Glawischnig könnte schließlich die eigentliche Siegerin 2015 werden. Sie könnte nach den vier Landtagswahlen in allen Landesregierungen sitzen – und dann ist ihr Sprung in die Bundesregierung nur mehr eine Frage der Zeit.