War die Putin-Show schlecht oder gut für uns?

Das sagt ÖSTERREICH

War die Putin-Show schlecht oder gut für uns?

Selten hat ein Ereignis unser Land bei den Reaktionen so gespalten wie die Hochzeit unserer Außenministerin.

Karin Kneissl hat ihre ursprünglich „extrem privat“ geplante Hochzeit gestern zu einer grandiosen Polit-Show inszeniert. Alles hat gepasst: Traumwetter, Traumkulisse, romantische Kutsche, die halbe Regierung vom Kanzler abwärts zu Gast – und als Höhepunkt (so wie Scheichs Elton John oder Robbie Williams auftreten lassen) flog Russlands Präsident Wladimir Putin ein. Dessen ungewöhnlicher Auftritt verschaffte Kneissl ein weltweites Medien-Echo.

Welcher Elch unsere Außenministerin geritten hat, Putin nach nur 5-minütigem (!) Gespräch in Wien als „intimen Freund“ einzuladen, weiß niemand. Kneissl gilt in der Regierung als „bunter Vogel“ – mutig, selbstbewusst, sehr eitel. Sie wollte offenbar eine Mega-Polit-Show inszenieren – und das ist ihr gelungen.

Das Echo zu dem aus heiterem Himmel gelandeten „Star-Gast“ ist in Österreich gespalten: Die Mehrheit der ÖsterreicherInnen ist der Meinung: Kneissl kann einladen, wen sie will. Gute Beziehungen zu Russland seien für Österreich lebenswichtig – Kneissls Bussi-Bussi mit Putin sei ein diplomatischer Glücksfall. Und die 250.000 Euro für Security für Putin seien Peanuts.

Die wortgewaltige Minderheit im Land – Medien, politische Beobachter – hält Kneissls Hochzeits-Show für eine Katastrophe. Die Vermittlerrolle sei ab sofort beim Teufel. Die Außenministerin würde nun nicht mehr als „Neutrale“, sondern als „Russen-Freundin“ wahrgenommen.

Über beide Positionen kann man trefflich streiten – auch ­darüber ob ein Hochzeits-Paar die Security-Kosten für seinen „Show-Gast“ – wie jede andere Hochzeitsgesellschaft – gefälligst selbst zu zahlen hat.

Karin Kneissl wird sich anstrengen müssen, den diplomatischen Schaden, den sie angerichtet hat, wiedergutzumachen.

Wie ich Kneissl kenne, wird sie ihren Charme ab sofort Richtung Washington, Berlin senden. Vielleicht wird sie dort bald als „Vermittlerin“ zu Putin sogar geschätzt – und die neue Love-Affair mit Russland wird für Österreich noch positive Früchte tragen …

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