Schon 21 Lawinentote in diesem Winter

Traurige Bilanz

Schon 21 Lawinentote in diesem Winter

Allein in Tirol starben in diesem Winter bereits zehn Menschen durch Lawinen.

In diesem Winter sind in Österreich bisher 21 Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen. Inklusive dem vergangenen Wochenende, an dem zwei Niederösterreicher in den Eisenerzer Alpen in der Steiermark tödlich verunglückten, gab es 84 Lawinenunfälle, zog Hans Ebner, Leiter der Alpinpolizei im Innenministerium, am Montag auf APA-Nachfrage Zwischenbilanz. Das sei im langjährigen Vergleich eher hoch.

Am meisten Lawinen-Opfer in Tirol

Auch die Zahl der Todesopfer stieg gegenüber der Vorsaison an - bis 15. Februar 2014 waren es neun und damit um mehr als die Hälfte weniger als heuer. Zehn der 21 tödlichen Unfälle ereigneten sich in Tirol, jeweils drei in Vorarlberg, der Steiermark und in Oberösterreich. In Niederösterreich und Kärnten gab es je einen Lawinentoten. Das deckt sich mit Beobachtungen aus den vergangenen Jahren, wonach in Tirol 40 bis 45 Prozent aller Wintersportunfälle insgesamt passieren, berichtete Ebner.

© APA/Martin Hirsch



Gefährliche Schneeverhältnisse
Die Zahlen der Alpinpolizei zeigen allerdings keinen negativen Spitzenwert. In den Wintern der Jahre 2007/08 sowie 2009/10 kamen bis zum 15. Februar 22 Menschen bei Lawinenabgängen ums Leben. Die dennoch vergleichsweise hohe Zahl an Lawinenopfern führte Ebner auf den "ungünstigen Schneedeckenaufbau" im heurigen Winter zurück. Vor allem in Tirol habe es wochenlang Warnstufe drei gegeben, die Bedingungen seien aber in ganz Österreich nicht ideal gewesen.

Weniger Wintersportunfälle
Während die Zahl der Lawinentoten stieg, gingen die Wintersportunfälle insgesamt zurück. 1.460 polizeilich erfasste Unfälle mit Verdacht auf Fremdverschulden sowie tödliche Unglücke gab es bis zu diesem Wochenende. Dazu kommen laut Ebner rund 150 Fälle der vergangenen Wochen, die noch nicht in der Datenbank registriert seien. Im Vorjahr wurden bis zum 15. Februar 2.125 derartige Unfälle gezählt - also rund 500 mehr als in der heurigen Saison. Etwa 90 Prozent der Wintersportunfälle sind allerdings selbst verschuldet und werden daher nicht von der Alpinpolizei aufgenommen.

Todesopfer im organisierten Skiraum gab es diesen Winter bisher 15, das waren um exakt zehn weniger als im Vorjahreszeitraum. Die sinkende Tendenz in der Unfallbilanz auf den Pisten wurde durch den Schneemangel samt verspätetem Saisonbeginn begünstigt, erläuterte Ebner. Durch hohe Temperaturen war vielerorts auch keine künstliche Beschneiung möglich.

Fahrerflucht auf der Piste
Bei 331 Unfällen wurde Fahrerflucht verübt. Diese Zahl liegt im Durchschnitt der vergangen Jahre, wonach zwischen einem Fünftel und einem Viertel aller Kollisionsunfälle Unglücke mit Fahrerflucht sind. Der Anteil sei auch deshalb so hoch, weil sich eine Verletzung oft erst später herausstellt, wenn das Opfer zum Arzt geht und der Unfallgegner dann nicht mehr eruierbar ist, sagte Ebner. Die Alpinpolizei rät daher, bei allen Unfällen vorsichtshalber sofort die Personaldaten auszutauschen.

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