25. März 2010 13:22

Terror im Bett 

Zwei Millionen Österreicher schnarchen

Die Lautstärke erreicht dabei die eines Presslufthammers. Was dagegen hilft.

Zwei Millionen Österreicher schnarchen
© sxc

Rund zwei Millionen Österreicher schnarchen und erreichen dabei bis zu 95 Dezibel, was dem Geräuschpegel eines Presslufthammers entspricht. "Gefährlich wird es, wenn das Schnarchen mit Atemaussetzern verbunden ist", erklärte Manfred Walzl von der Landesnervenklinik Graz bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien. Bei den sogenannten Schlafapnoen halten Betroffene mehrmals bis zu zwei Minuten den Atem an. Vorgestellt wurde auch eine neue Behandlungsmethode, die Schnarchspange.

"Herumtümpeln im seichten Tiefschlaf"
Etwa 30 Prozent der Männer und mehr als zehn Prozent der Frauen schnarchen regelmäßig. Die Betroffenen bekommen nicht genügend erholsamen Schlaf, sondern "tümpeln im seichten Tiefschlaf herum", sagte Walzl. Angesichts des Geräuschpegels stören sie auch den Schlummer ihrer Partner im Bett. Die Geräusche entstehen durch Schwingen der erschlafften Rachen-Weichteile während des Schlafes. Auslöser können u. a. Übergewicht, Alkohol, Rückenlage, Schlaftabletten oder auch anatomische Ursachen sein.

Bei Schlafapnoen kommt es zu einem Absinken der Sauerstoffversorgung, wodurch Herzinfarkte, Schlaganfälle und Erblindung entstehen können. Aber auch Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Schwindel oder Impotenz können mit den Atemaussetzern einhergehen.

Schnarchspange vorgestellt
Gegen das Schnarchen gibt es u. a. sogenannte IST-Geräte (Intraorale-Schnarch-Therapie-Geräte) zur Vorlagerung des Unterkiefers oder auch operative Eingriffe der kieferorthopädischen Chirurgie. Hier werden Ober- und bzw. oder Unterkiefer vorgelagert, erklärte Klaus Sinko vom AKH Wien. Zweiteres habe eine hohe Erfolgsquote und helfe ein Leben lang.

Der Schweizer Arthur Wyss stellte eine selbst entwickelte Schnarchspange vor: Feine Drahtschlaufen werden in die Mundhöhle eingesetzt und verhindern ein Verschließen des Luftkanals hinter dem Gaumensegel und der Zunge. Somit werde ein widerstandsarmer Luftdurchlass im Schlafzustand gesichert, so Wyss. Die Spange wurde 2001 erstmals an mehreren Personen getestet. Laut einer einjährigen Untersuchung an 37 Personen war die sogenannte Velumount-Methode in 65 Prozent der Fälle gegen Schnarchen und in 55 Prozent gegen Schlafapnoen wirksam. Die Spange kommt mittlerweile in der Schweiz, Holland und Deutschland zum Einsatz; in China und Australien laufen Abklärungen zur Einführung. Seit Februar dieses Jahres kann man sich eine Spange auch in Wien anpassen lassen.


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