29. September 2006 07:56

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Ayurveda für Zuhause

Indien-Lehre. Nützen Sie das alte Wissen um Harmonie von Körper und Seele. Hier ist das Programm.

Ayurveda für Zuhause
Ayurveda für Zuhause

Madonna hat wieder einmal den Trend gesetzt. Die Pop-Diva hat Ayurveda in Hollywood salonfähig gemacht. In ihrem Gefolge schwören nun auch Stars wie Cindy Crawford oder Demi Moore auf die Weisheiten der 3000-jährigen i ndischen Heilmethode, die das „Wissen vom Leben“ vermittelt.
Alte Heilkunde
Mit Ölgüssen, einer Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und dem richtigen Stressmanagement können nicht nur Krankheiten therapiert werden. „Ayurveda setzt bereits beim gesunden Menschen an und kümmert sich um all unsere Lebensaspekte“, erklärt der europäische Ayurveda-Pionier und Arzt Ulrich Bauhofer. Seine wichtigste Botschaft: „Ayurveda ist kein Wellness-Trend, sondern eine sanfte, effiziente Heilkunde mit den Schwerpunkten auf Prävention, Rehabilitation und der Behandlung chronischer Krankheiten.“

Die drei Doshas
Wer die ayurvedische Philosophie in sein Leben integrieren möchte, muss zuerst von einem Ayurveda-Arzt seinen Typ bestimmen lassen. Denn die Heilmethode geht davon aus, dass jeder Mensch von drei Kräften gesteuert wird. Diese drei „Doshas“ heißen Vata, Pitta und Kapha – jeder Mensch trägt sie unterschiedlich gewichtet in sich. Manche Menschen lassen sich einem einzelnen Typ zuordnen, die meisten Menschen sind Mischtypen. Ayurveda basiert darauf, dass auf die Individualität eingegangen wird.

Die Zarten
Vata-Typen sind zierlich gebaut und haben oft eine trockene Haut. Ihnen wird schnell kalt, auch unregelmäßiger Appetit macht ihnen zu schaffen. Sie sind kreativ, reisen gerne, besitzen eine schnelle Auffassungsgabe und kommen mit wenig Schlaf aus. Vata-Menschen halten sich gerne an einen geregelten Tagesablauf mit drei warmen Speisen (besonders verträglich sind süße, salzige und saure) – und viel Tee. Yoga und Schwimmen tun gut.

Die Robusten
Pita-Typen sind meist hellhaarig, mit athletischem Körperbau. Die Haut ist gut durchblutet, aber sensibel. Sie mögen vor allem kalte Getränke und Speisen – besonders beliebt sind bittere und herbe Nahrungsmittel. Manchmal belasten sie den Körper mit ausgiebigen Partys, Alkohol und Zigaretten. Stress und Hektik. Walking, Aerobic oder Wandern sind ihre Sportarten.

Die Kräftigen
Kapha-Typen verfügen über einen gut proportionierten Körper mit kräftiger Muskulatur, der leicht zu Übergewicht tendiert. Volles, dunkles Haar und glatte, ölige Haut sind das Markenzeichen. Der Kapha-Typ ist ein entspannter, leicht verträglicher Zeitgenosse. Kapha-Typen sind ein bisschen träge, sollten täglich Sport betreiben und zu viel Schlaf vermeiden. Süßspeisen und Zwischenmahlzeiten sollten sie ausfallen lassen. Tipp: Joggen, Radfahren und Ballsport.

Balance
Wenn man seinen Typ kennt, sollte man durch die Lebensweise zu einer neuen Balance finden: „Der Lohn: Man fühlt sich voller Energie, das Essen schmeckt wieder ganz anders, die Sinne schärfen sich, die Haut strahlt, man nimmt – wenn man möchte – ab. Kurz: Man wird empfindsamer für das, was einem gut tut und was einem schadet“, erklärt Bauhofer begeistert. Es kann jeder sofort von Ayurveda profitieren, denn einige Regeln gelten für alle Typen:

Kein Frühstück
Wenn Sie abends viel essen, kann Ihr Körper nicht alles über Nacht verdauen, und sie verspüren ein Hungergefühl in der Früh.

Lunch
Genießen Sie jeden Bissen eines guten Mittagessens.

Dessert
Nachtisch vor dem Hauptgericht essen. Damit regen Sie die Verdauung an!

Zeit
Verdauung braucht Zeit. Essen Sie nie, bevor die vorangegangene Mahlzeit verdaut ist. Bei leichtem Essen mindestens zwei, bei schwereren Speisen vier Stunden warten.

Platz lassen
Fülle Deinen Magen nie ganz, sondern nur zu drei Vierteln – ein Viertel brauchen Sie für die Verdauung.

ZeitInseln
Setzen Sie der Hektik des Alltags konsequent kleine Ruhe- und Erholungsinseln entgegen. Beim Essen lieber eine Viertelstunde nur für sich nehmen, als eine Stunde Arbeitsessen.

Snacks
Streichen Sie unnötige Schokoriegel, Kipferl etc.

Honig
Mischen Sie Honig nie in kochendes Wasser, sonst verwandelt sich der Nektar in „Gift“.

Warm trinken
Verzichten Sie auf kalte Getränke und trinken sie stattdessen stets warme bis zimmerwarme Flüssigkeiten. Der Magen arbeitet bei 37 Grad Celsius Körpertemperatur besser.

Wasser
Trinken Sie jede Stunde ein Glas heißes Wasser. Es regt den Stoffwechsel an und entgiftet.

Schlaf
Keine Aufregung vor dem Schlafengehen. Gehen Sie so früh wie möglich ins Bett.

Ölmassage
Sesamöl ist das Öl der Ayurvedaheilkunde. Regelmäßige Ölmassagen dienen zur Entschlackung der Haut.

Zunge
Die Zunge jeden Morgen mit Hilfe eines Teelöffels reinigen, um so die Entgiftung anzuregen.

von E. Jankl und O. Schönsleben/Österreich


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