20. Dezember 2006 15:02

Vorsorgemedizin 

Impfung gegen Gebärmutterkrebs

In ganz Europa sterben über 15.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Dabei gibt es schon einen Impfstoff gegen diesen Krebs.

Impfung gegen Gebärmutterkrebs
© (c) buenos dias

Was ist HPV?
HPV steht für Humane Papillomaviren mit dem sich sowohl Männer, als auch Frauen infizieren können. Die Übertragung der Viren erfolgt am häufigsten über den Geschlechtsverkehr. Bei den HPV-Viren gibt es 100 verschieden Arten, manche sind krebserregend andere nicht. Die nicht-krebserregenden Arten sind zu 90% an der Bildung der Gentialwarzen verantwortlich. Die HPV-Impfung ist eine als vorbeugende Maßnahme zu sehen, und hilft nicht zur Behandlung von Gebärmutterhalskrebs.

Bei wem ist die Impfung sinnvoll?
Die Impfung ist vor allem für junge Mädchen und Burschen (zwischen 9 und 15 Jahren) gedacht, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. So kann der maximale Schutz der Impfung gewährleistet werden. Verwunderlich ist sicher, dass auch Männer geimpft werden können. Grund dafür ist die Rolle der Männer als Überträger, außerdem können sie selbst auch an Genitalwarzen erkranken.

Aktion der Apotheken ab Jänner 2007
In einer großen Kampagne ist ein Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs auf den Markt gekommen. Die österreichischen Apotheken starten mit einer gezielten Gesundheitsaktion in das Jahr 2007: Der neue humane Papillomavirus-Impfstoff wird preislich verbilligt angeboten. In dieser Aktion wird ein halbes Jahr dauern und beginnt im Jänner. Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen hat die Schirmherrschaft für diese Impfaktion übernommen und hofft so, vielen Frauen zu helfen.

Mehr als 15.000 sterben an Gebärmutterhalskrebs
Im Jahr 2004 starben 164 Frauen in Österreich an Gebärmutterhalskrebs, in ganz Europa gibt es rund 15.000 Opfer. "Nun gibt es einen Impfstoff, der viele Menschenleben retten kann. Ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam so schnell diese Aktion zu Stande gebracht haben", meint Dr. Christiane Körner, Vizepräsidentin der österreichischen Ärztekammer.

Schutz vor 70 Prozent der Viren
Der neue Impfstoff schützt gegen 70 Prozent der HP Viren, gegen 30 Prozent der Viren schützt er nicht. Laut der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMEA) wirkt der Impfstoff nicht bei Frauen, die schon infiziert sind. Es sind nach Untersuchungen zufolge 60 Prozent der Frauen schon fünf Jahre nach dem ersten Geschlechtsverkehr infiziert. Eine Impfung ersetzt nicht den Abstrich zur Krebsfrüherkennung.

Weitere Infos unter: www.fgz.co.at und www.krebshilfe.net

Alexandra Annerl


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