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Teil 1: Von der Antike ins Mittelalter

Geschichte der Goldmünze

Teil 1: Von der Antike ins Mittelalter

Die Geschichte der Münze nacherzählt. Erster Teil: Antike und Mittelalter.

Wo nimmt die Geschichte der Münze ihren Anfang? Wir berichten vom Ursprung des allseits bekannten Zahlungsmittels, seinem Aufstieg und seinen Entwicklungen im Lauf der Jahrhunderte. 

Die Münzen der Antike

Die ersten Münzen und Münzreformen

"Elektron" heißt die Legierung, die aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stammt und als Gemisch aus Gold und Silber den Grundbestandteil der ersten Münze bildet (Abb. 1). Für die Münzprägung in heutiger Zeit wird Elektron nicht mehr verwendet.

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Der lydische König setzte einen Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der Münze. Mit einer Münzreform im Jahr 560 v. Chr. setzte er Gold und Silber in ein festes Verhältnis. So wurden Silber und Gold zu den vorrangigen Münzmetallen. Das neue Zahlungsmittel verbreitete sich rasch von Kleinasien entlang der Mittelmeerküste in ganz Griechenland. 
 

Die Silbermünzen Athens

Die attische Drachme entstand in Athen. Nach unzähligen Nachahmungen wurde die populäre Silbermünze, die aus 500 v. Chr. stammt, zum Vorbild der späteren griechischen Währung, die bis zur Ablösung durch den Euro bestehen blieb. 170 Jahre lang war die attische Drachme in Verwendung, sie gilt als eine der berühmtesten Münzen der Antike. 

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Die erste „Weltwährung“

Alexander der Große, der mächtige Feldherr des 4. Jahrhunderts v. Chr. verwendete seinen eroberten Silberbesitz zur Umsetzung einer der größten Münzreformen der Antike. Grund dafür war ein einheitliches Zahlungsmittel, mit dem das Heer bezahlt werden sollte. Durch die Einheitlichkeit der von Alexander dem Großen verbreiteten Silbermünze gilt diese heute als erste Weltwährung. 

Münzen für das römische Heer

Fast 500 Jahre lang war die römische Währung "Denar" im Einsatz (Abb. 3). Ebenfalls zur einheitlichen Entlohnung des Heeres entwickelt, blieb die römische Münze noch länger bestehen. Die Münze gilt als Vorläufer des Pfennigs, der Währung Deutschlands vor dem Euro. 

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Tod durch Münzprägung

Als Kaiser der Selbstinszenierung suchte Gaius Julius Caesar durch das Medium der Münze einen Weg, seinen Herrschaftsanspruch zu legitimieren, und ließ sein Porträt auf den silbernen Denar drucken. Alleinherrscher auf Lebenszeit und das Gesicht jeder Münze war etwas zu viel verlangt, so folgte nur kurze Zeit später die Ermordung Caesars durch den Senat. Mit dem Niedergang Caesars schwand auch der Silberanteil sowie der Wert des römischen Denars. 

Der "Solidus", ein von Kaiser Konstantin in Umlauf gebrachter Newcomer unter den Münzen löste schließlich den "Aureus", die bis dahin vertretene römische Goldmünze, ab. Mehr als 1.000 Jahre lang war der Solidus in Verwendung. 
 

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Die Münzen des Mittelalters 

Die Goldmünze des Morgenlandes

Auch hier prägte die Münzreform eines einflussreichen Herrschers. Kalif Abdalmalik verwirklichte im Jahr 696 sein Vorhaben, die bis zu diesem Zeitpunkt in Verwendung stehende byzantinische Goldmünze zu ersetzen. Als Vorbild für die Goldmünze des Ostens, dem Dinar, diente der Solidus. Zuerst zierte das Antlitz des Kalifen die neue Goldmünze, später bildeten muslimische Inschriften die Münzprägung. Das Wort "Dinar" ist bis heute als Bestandteil der Währungsbezeichnungen Algeriens und Tunesiens in Verwendung. 

Silber wird das neue Gold

Besonders von namhaften Kaisern, Königen und Herrschern wurde die Entwicklung der Münze beeinflusst. Karl der Große ersetzte die Gold- und Silberwährung durch eine reine Silberwährung, wodurch er sich einen wirtschaftlichen Vorteil erarbeitete: Gold musste über lange Handelsrouten aus dem Orient transportiert werden, während Silber im Reich des Kaisers zu Genüge vorhanden war. 

Münzen aus dem Kloster

Das von Kaiser Karl dem Großen favorisierte Silber drängte die Goldprägungen immer weiter zurück, sodass nach der Regierungszeit Ludwig des Frommen (778-840) bis ins 12. Jahrhundert in Europa keine weiteren Goldmünzen mehr in Verwendung waren. 

Ludwig der Fromme verlieh das königliche Prägerecht der Münze im Jahr 833 an das Kloster Corvey. So verschaffte er dem Kloster ein hohes Privileg, das mit ebenso hohen Einnahmen verbunden war.


Von der Münze zum Münzblech

Mit dem geringer werdenden Einfluss Kaiser Ludwigs fiel das Münzrecht in die Hände der Städte. Die "Stadtmünzen" waren unterschiedlichen Prägungen versehen, sie hatten weniger Gewicht und weniger Feinheit. Die Stadtmünzen gerieten wegen Verschlechterung in Verruf. Trotz der negativen Konnotation dieser Münzsorte blieb die Bractea bis zum 14. Jahrhundert die gängigste Münze.


Große Nominale aus Italien

Im Jahre 1000 wurde der "Grosso" geprägt, eine 2,1 Gramm schwere Silbermünze. Bis ins 14. Jahrhundert erfreute sich die Münze auch international einer beachtlichen Nachwirkung: Der französische Sonnenkönig Ludwig IX. entwarf die französische Silbermünze, den Gros Tournois, nach Vorbild des Grosso. 

Das Goldene Zeitalter ist zurück

Nicht nur der Silbermünze verhalf Italien zu ihrem Durchbruch, auch das Comeback der Goldmünze ist den Italienern zuzuschreiben. Der Floren (Abb. 1) und der Genovino d'oro aus Florenz und Genua brachten das goldene Münzzeitalter nach Europa zurück. 

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Der Dukat – eine Welthandelsmünze

Der Dukat, eine Goldmünze Venedigs, erschien erstmals 1284 und etablierte sich als stabilste Währung des Jahrhunderts. Die Produktionsweise der Münze wurde bis 1797 kaum verändert, das Münzbild und das Feingewicht blieben annähernd erhalten. Die größte Verbreitung erlangte der Dukat im 14. und 15. Jahrhundert und galt zu dieser Zeit als Welthandelsmünze. 


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