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Teil 2: Von der Neuzeit in die Moderne

Geschichte der Goldmünze

Teil 2: Von der Neuzeit in die Moderne

Die Geschichte der Münze nacherzählt. Zweiter Teil: die Neuzeit und die Moderne.

Münzen der Neuzeit

 Das Münzregal

Das Münzregal bezeichnete im 19. Jahrhundert das uneingeschränkte Münzrecht für alle Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches, das in der Goldenen Bulle von Kaiser Karl IV. (1316-1378) festgeschrieben war.

Tirol und der Dollar

Der auch heutzutage noch weit verbreitete Begriff "Dollar" hat seinen Ursprung im "Guldiner", einer 1485 geprägten großen Silbermünze. Ursprünglich wurde diese in Hall in Tirol erzeugt, ab 1520 fand die Produktion in Joachimsthal statt. Daraus entstand der Begriff "Joachimsthaler", mit der Kurzform "Thaler", die heute noch im Begriff Dollar weiterlebt.

Wertvolle Fracht

Nach der "Entdeckung" Amerikas durch Kolumbus zu Beginn des 15. Jahrhunderts gelang es Spanien durch die kolonialen Eroberungszüge, die Produktion der spanischen Silbermünze "Real de a ocho" in die Kolonien zu verlegen, was zu einer Massenproduktion an Münzen führte. 

Ordnung für die Münzwelt

Um die Unordnung in der Münzwelt zu beseitigen, entwarf Karl V. im Jahr 1524 die Esslinger Reichsmünzordnung, die eine dauerhafte Regelung des Münzwesens zur Folge haben sollte. Der kaiserliche Münzfuß, der "Karlsgulden", war als Gold- und als gleichwertige Silbermünze vorhanden und zusätzlich war Kleingeld in Form von Silbermünzen in Umlauf. 

Ein „Rijder“ für die Unabhängigkeit

Die Vereinigung des niederländischen Adels, der Kirche sowie den reichen Provinzen zur Republik der Vereinigten Niederlande hatte die Produktion einer Münze mit der Aufschrift "Concordia res parvae Crescunt" (bedeutet: "Einheit ist Stärke") zu folge, der sogenannte "Gouden Rijder". 

© philoro
 
Britische Münzprominenz
 
Eine Münze, welche die Bekanntheit jener aus den Niederlanden bei Weitem übertraf, war die des britischen Königreichs, die im Jahr 1663 erstmals geprägt wurde. Die Rede ist von der englischen Guinea (gesprochen Guinee - Abb. 2), die nach der englischen Kolonie Guinea benannt wurde. Bis 1816 war die Münze im englischen Königreich und seinen Kolonien in Verwendung.
 
© philoro

Der königliche Münzmeister
 
Anders als andere Münzen der Epoche verfügte der Guine über kein aufgeprägtes Nominal, sondern wurde einzig und allein von ihrem Gewicht (8,35 Gramm) bestimmt. Aufgrund der turbulenten Wertentwicklung der Münze sollte der Naturwissenschaftler Isaac Newton den Wert der Münze berechnen (gerundeter Wert: 21 Schilling). Die Produktion der Münze wurde im Jahr 1799 eingestellt.
 
Mit dem Bild der Erzherzogin
 
Eine österreichische Münze aus jener Zeit war der Maria-Theresien-Taler, der ab 1741 als Silbermünze der österreichischen Habsburgermonarchie in Verwendung war. Aufgrund des vom Habsburgerreich betriebenen Handels erlangte die österreichische Münze eine weit über die Landesgrenzen hinausgehende Verbreitung. Eine Besonderheit der Münze ist ihr sämtliche Epochen überdauernder Bestand - der Maria-Theresien-Taler wird bis heute produziert. 
 

Münzen in der Moderne

 
Von Heinrich VII. bis Winston Churchill
 
Der Sovereign (Abb. 3) war die im Jahr 1817 etablierte Nachfolgermünze der englischen Guinea, die bereits von Heinrich VII. (1447-1509) geprägt wurde. Mit dem Aufstieg der Münze im 19. Jahrhundert bemaß sich ihr Wert auf 20 Schilling bzw. ein Pfund Sterling. Die allerletzte offizielle Prägung erfolgte im Jahr 1925, während der Amtszeit Winston Churchills (1874-1965). Ihr Fortbestand im aktuellen Sortiment von philoro ist schließlich dadurch zu erklären, dass auf Geheiß der Royal Mint die Münze als Anlageprodukt weiterhin produziert wurde.
 

© philoro
 
 
Franc und Franken
 
Viele der heute allseits bekannten Währungen in ihrer dezimalen Form entstanden gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Das System der Währungen folgt dem Vorbild des amerikanischen US-Dollars (1785): Ein Dollar entsprach ja 10 Dimes, 100 Cents oder 1000 Mills. 
 
Lateinische Münzunion
 
Alle Unionsmitglieder der Lateinischen Münzunion verpflichteten sich dazu, die Münzen der jeweils anderen Nationen anzunehmen. Unterschiedliche Ursachen lagen hinter der Gründung des Münzbundes, so bedeutete die Vereinigung für manch einen der erste Schritt in Richtung einer europäischen Einheit, für andere stellte sie eine Möglichkeit dar, die Machtposition gegenüber den vertragsunterzeichnenden Nationen zu schärfen.

Vom Bimetallstandard
 
Im Vertrag der Münzunion wurden Werte der einzelnen Münzsorten vereinbart, doch trotzdem waren die Verhältnisse zwischen den Münzen oft unausgeglichen. Folgen waren beispielsweise ein Mangel der einen Münzsorte gegenüber einem Überbestand bei der anderen. 
 
Zum Goldstandard
 
Die Einführung des Goldstandards 1885 brachte einen Hoffnungsschimmer für die Mitgliedstaaten, der durch den Ersten Weltkrieg zunichtegemacht wurde, da für den Beginn des Krieges eine beachtliche Geldmenge benötigt wurde. 1926 wurde die Münzunion beendet, wodurch auch der Goldstandard wich.
 
Münzen nach 1945
 
Das Verschwinden der Gold- und Silbermünzen ist spätestens mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs datiert. Trotzdem wurden weiterhin Münzen geprägt und die Anzahl der Münztypen verdoppelte sich. Grund dafür war die weltweit wachsende Anzahl an Staaten sowie die aufstrebenden Sammler- und Gedenkmünzen.
 
Geburt der Anlagemünze
 
Die älteste Goldanlagemünze der Welt ist der südafrikanische Krugerrand, die auf Abb. 3 zu sehen ist. Die 1 kg schwere Feingold-Münze erschien erstmals im Jahr 2007, im Jubiläumsjahr 2017 erschien neben der Sonderausgabe 50 Jahre Tribute Münze auch der Krugerrand in Silber und Platin.
 
Exkurs: Randy
 
Auf der Krugerrandmünze befindet sich das südafrikanische Wappentier, der Springbock namens Randy. Sein "Münzmotivbruder" ist das Porträt Paul Krugers, der auf diese Weise für seine Verdienste um die südafrikanische Unabhängigkeit und seine Amtszeit als Präsident des Landes geehrt wurde.

Anlagemünzen-Rallye
 
Der Krugerrand diente als Vorbild für weitere Feingold- und Feinsilbermünzen, die zu Anlagezwecken produziert wurden. Es folgte eine "Münzpräge-Rallye" mit internationalen Teilnehmern: Kanada (Münze mit kanadischem Ahornblatt), China (Panda), Amerika (American Eagle) und Australien (Australian kangoroo).

Nach Alt kommt Neu
 
Auf das Jubiläumsjahr des Anlageklassikers Krugerrand im Jahr 2017 folgten jede Menge weitere Neuheiten. Jährliche Münzanlagenovitäten und neu erscheinenden Prägejahrgängen mit wechselnden Motiven halten die Anlagemünzen lebendig. Dieses Jahr erschien erstmals die Mozart Coin in Gold und Silber. Gewidmet ist die österreichische Münze dem berühmten Komponisten der Wiener Klassik, Wolfgang Amadeus Mozart, sowie seiner Geburtsstadt Salzburg.
 
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