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Von der Mine zum Barren

Goldherstellung

Von der Mine zum Barren

Von der Mine zum Barren bedarf es drei Schritte: den Abbau, die Raffination und die Fertigung.

1. Schritt: Goldabbau

Bevor es zum Goldabbau kommt, muss man Gold finden. Anders als viele vermuten, ist Gold gar nicht mal so selten. Denn in der Erdkruste befinden sich 30 Milliarden Tonnen Gold. Wirtschaftlich gesehen lohnt sich der Abbau aber meistens nicht, da die Konzentration im Durchschnitt nur ein millionstel Prozent beträgt. Im Schnitt werden jährlich 2.500 Tonnen gefördert. Zu den Top-Förderländern zählen China, Australien, USA, Russland und Südafrika. Darüber hinaus werden 1.200 Tonnen der jährlichen Goldnachfrage durch recyceltes Altgold gedeckt.

© philoro

Beim Goldabbau muss man zwischen primären und sekundären Lagerstätten unterscheiden. Bei primären Lagerstätten muss das Gold erst aus der Gesteinsmasse extrahiert werden. Auf der anderen Seite sind die Goldvorkommen bei sekundären Lagerstätten bereits aus der Gesteinsmasse gelöst.

Für die Goldextraktion gibt es verschiedene Verfahren: Goldwaschen, Amalgamverfahren, Cyanid-Laugerei, Anodenschlammverfahren und Phyto-Mining sind nur einige davon, die wir nachstehend kurz erläutern.

Goldwaschen

Die älteste und gleichzeitig aufwendigste Methode. Beim Goldwaschen wird mit einer Goldwaschpfanne Erde aus einem Fluss oder Bach auf kleine Goldkörner untersucht. Vorteilhaft ist die hohe Umweltverträglichkeit bei diesem Verfahren. 

Amalgamverfahren

Dieses Verfahren war im Mittelalter weit verbreitet. Hierzu wurden Golderze gemahlen und anschließend mit Quecksilber vermengt und erhitzt um so Feingold zu gewinnen. Aufgrund der starken Umweltbelastung findet dieses Verfahren heutzutage kaum mehr Anwendung.

Cyanid-Laugerei

Hierbei wird Gold mithilfe von Natriumcyanid extrahiert. Die Umweltbelastung ist ebenfalls recht hoch. 

Anodenschlammverfahren

Das Anodenschlammverfahren ist das weit geläufigere Verfahren. Hierzu wird Kupfer, das Gold enthält, in einem elektrochemischen Prozess in seine Bestandteile zerlegt und so Feingold gewonnen.

Phyto-Mining

Beim Phyto-Mining gewinnt man Schwermetalle, die in Pflanzen gespeichert sind. Beim Verbrennen von Pflanzen bleibt die Asche mit den darin enthaltenen Metallen zurück, die beispielsweise chemisch rausgelöst werden können. 

2. Schritt: Die Raffination

Angekommen in der Raffination wird das goldhaltige Gestein mittels Stahlkugeln zermahlen und anschließend durch die nasschemische Scheidung vom Staub getrennt. Dabei werden die edelmetallhaltigen Produkte in Königswasser, einer Mischung aus Salz- und Salpetersäure oder in chlorhaltiger Salzsäure gelöst. Abschließend wird das Edelmetall durch Erhitzen, (Schmelz-)Elektrolyse oder Extraktion ausgeschieden und man erhält Industriegold.

© philoro

Nun kommt es zum Gold-Scheideprozess. Hierbei wird das soeben gewonnene Industriegold mit Altgold weiterverarbeitet. In den nächsten Schritten kommt entweder das Miller-Verfahren, das Wohlwill-Verfahren oder das Borax-Verfahren zur Anwendung. 

Das Miller-Verfahren

Das Miller-Verfahren ist ein schnelles und einfaches Verfahren, weshalb es die häufigste Methode beim Scheideprozess ist. Basismetalle wie Silber bilden bei einer Reaktion mit Chlor feste Chlorverbindungen, das Gold wird also von den anderen Metallen getrennt. Allerdings erreicht man hier nur eine maximale Feinheit von 99,95 %.

Das Wohlwill-Verfahren

Der Wohlwill-Prozess ist ein chemisches Verfahren im industriellen Maßstab, das verwendet wird um Gold auf seinen höchsten Grad an Feinheit (99,99 %) zu verfeinern. Dabei wird die elektrolytische Raffination angewendet.

Das Borax-Verfahren

Das Borax-Verfahren ist ein umweltfreundlicher Scheideprozess. Bei diesem Verfahren wird Borax (Natriumborat) dem Gold hinzugefügt, was den Schmelzpunkt senken lässt. Das Gold setzt sich dabei am Boden der Schmelzpfanne ab und die Oxide steigen nach oben.

3. Schritt: Die Fertigung

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Goldbarren wurden bereits vor mehr als 2.000 Jahren hergestellt. Am Prinzip hat sich nichts geändert: Das Gold wird eingeschmolzen und gegossen. Anschließend lässt man das Gold abkühlen. Das Gold härtet aus und zieht sich dabei zusammen. Die Goldbarren lassen sich auch in einem Wasserbad abkühlen. Beim Wasserbad sorgt die Kühlung für Spannung, weshalb einzigartige Erstarrungslinien entstehen. Im nächsten Schritt wird der Goldbarren abgewogen. Zu leichte Goldbarren werden wieder eingeschmolzen. Bei zu schweren Goldbarren wird mit einem feinen Schabwerkzeug ein feiner Span abgezogen, bis das Zielgewicht erreicht ist. Im vorletzten Schritt erhalten die frisch erhaltenen Goldbarren in der Prägemaschine alle wichtigen Angaben des Produzenten, wie das Firmenlogo, das Gewicht, die Feinheit und eine Herstellerkennzeichnung. Zu guter Letzt wird die Seriennummer per Laser in den Goldbarren eingraviert.

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