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Eishockey-WM

Doppelte NHL-Power gegen den Abstieg

Thomas Vanek und Andreas Nödl sollen für Österreichs Verbleib in der A-Division sorgen.

Thomas Vanek hat Andreas Nödl einst mit einem Probetraining den Weg nach Amerika ermöglicht, der beide in die NHL geführt hat. Nun sind beide zurück und wollen Österreich bei der Eishockey-WM in der Schweiz zum Klassenerhalt führen. Nödl absolvierte am Dienstagvormittag sein erstes Training mit der Mannschaft und wird am Mittwoch (16.15/live ORF1) im entscheidenden Gruppenspiel in Bern gegen Lettland sein Teamdebüt geben. "In den USA bekommt man von der WM nicht viel mit. Aber ich habe im Internet alles verfolgt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir gegen Lettland sehr gut aussehen", gab sich der 22-Jährige - schon ein bisschen mit amerikanischem Zungenschlag - zuversichtlich.

In Vaneks Fußstapfen
Nödl ist mit 16 Jahren nach Amerika gegangen. Zunächst 2004 zu den Sioux Falls Stampede (South Dakota) in die US-Juniorenliga, dem Ex-Verein von Vanek, bei dem der Steirer noch einige Clubrekorde hält. Er führte Sioux Falls ins Finale des Clark-Cups und wurde ins All-Star-Team gewählt, ehe er nach zwei Jahren in die College-Liga zu St. Cloud State (Minnesota) zum ehemaligen Vanek-Coach Bob Motzko ging. In St. Cloud stellte er in seinem ersten Jahr mit 46 Punkten den Uni-Rekord für einen "Freshman" ein und wurde zum besten Neuling der WCHA-Liga gewählt.

Erstmals NHL-Luft geschnuppert
Die Philadelphia Flyers wurden auf den Wiener aufmerksam und sicherten sich beim Draft seine Rechte. Im Frühjahr 2008 unterschrieb Nödl einen Dreijahresvertrag mit einem Grundgehalt von 850.000 Dollar (647.619 Euro) bei den Flyers, mit einem starken Trainingslager empfahl er sich für die NHL, in der er am 22. Oktober debütierte. Nödl absolvierte 38 NHL-Spiele (1 Tor, 3 Assists) und dazu 43 Spiele (6 Tore/15 Assists) für das Farmteam Philadelphia Phantoms in der AHL. 78 Tage verbrachte er beim NHL-Team, der Lohn waren 356.000 Dollar (271.238 Euro).

Umgelernt
Nödl, einst Center, spielt mittlerweile Flügel und wurde in Philadelphia von Cheftrainer John Stevens zu einem defensiv verantwortlichen Spieler erzogen. "Meine Stärken sind die Schnelligkeit und ich kann gute Pässe geben und hart im Forecheck sein. Ich gebe immer hundert Prozent. So werde ich auch im Nationalteam spielen", sagte der 22-Jährige, der von der U20-WM in Finnland Vanek und Martin Oraze kennt.

Lob von Bergström
Obwohl er auch als Center zur Diskussion stand, wird er im Team als Flügel mit David Schuller und Oliver Setzinger in der zweiten Linie zum Einsatz kommen. "Er kennt die Leute nicht so, daher ist es leichter für ihn am Flügel. Er ist ziemlich jung, hat aber fast ein halbes Jahr in der NHL gespielt. Das zeigt seine Klasse, er ist stabil, schnell im Kopf, hat einen guten Körper. Er bringt ein bisschen Extra-Klasse und mehr Optionen für uns", freute sich Teamchef Lars Bergström über die Verstärkung.

Kampf um Stammplatz
Nödl will sein Scherflein beitragen, dass Österreich oben bleibt, danach geht es für zwei Wochen zu Familie und Freunden nach Wien, ehe er den Kampf um einen Stammplatz bei den Flyers aufnehmen will. "Im ersten Jahr fast 40 Spiele in der NHL zu machen war sehr gut. Ich hätte besser spielen, mehr Tore schießen können. Aber meine Rolle war eher defensiv zu spielen. Nächstes Jahr hoffe ich auf eine größere Rolle", sagte er. Nödl glaubt, dass nach dem frühen Play-off-Aus und aus finanziellen Gründen einige Spieler abgegeben werden, dann "erwarte ich von mir selber, dass ich einen Stammplatz bekomme".

Vorbild Tiger Woods
Dazu wird er drei Wochen nach der WM in St. Cloud das Training mit einigen ehemaligen College-Kollegen starten, im August geht es zurück nach Philadelphia. Ein bisschen Zeit für seine Hobbys Golf, Fußball, Tennis und Tischtennis wird auch bleiben. Aus dem Golfsport hat er sich auch den Superstar als sportliches Vorbild gesucht: Tiger Woods. "Von der mentalen Stärke ist er einer der Besten".