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NHL-Serie

Grabner: "Ich bin kein Trainingsspieler"

Im vierten Teil unserer großen Interview-Serie spricht Vancouvers Michael Grabner über die Vorwürfe, er sei faul und erzählt, wie er sich körperlich aufgebaut hat.

Der junge Villacher bestritt heuer bereits sein zweites Vorbereitungscamp bei den Vancouver Canucks. Ob es letztlich zu einem Fixplatz in einem der besten Teams der Western Conference der letzten Saison reicht, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. In den Junior-Ligen hat Grabner ja für etliche Tor-Rekorde gesorgt, in den Pre-Season-Spielen hat Grabner im Dress der Canucks auch keine schlechte Figur gemacht - da sollte es heuer schon für den einen oder anderen Einsatz in der NHL reichen. Ansonsten kann sich Grabner in aller Ruhe in der AHL bei Manitoba Moose auf das nächsthöhere Level vorbereiten.

ÖSTERREICH: Was haben Sie eigentlich am 5. Oktober vor (Anm.: Saisonstart für die Canucks und Grabners Geburtstag)?
Michael Grabner: (lacht) Hoffentlich spiele ich in Vancouver. Mal schauen, was passiert.

ÖSTERREICH: Daraus wird ja jetzt nichts. Wie geht's Ihnen nach der Rückversetzung ins Farmteam nach Manitoba?
Grabner: Sehr gut. Ich hab ja eigentlich ein bisschen damit rechnen müssen. Jetzt packe ich gerade meine Sachen und mache mich auf den Weg nach Winnipeg.

ÖSTERREICH: Haben die Trainer Ihnen Hoffnung gemacht, dass Sie während der Saison "raufgeholt" werden?
Grabner: Sie haben gemeint, dass ich in Zukunft schon oben sein werde. Ich habe im Camp gezeigt, was ich kann. Bei Verletzungen wird dann derjenige aus dem Farmteam hochgeholt, der gerade am besten drauf ist.

ÖSTERREICH: Das heißt, es gibt genug Motivation, um sich bei Manitoba richtig reinzuhängen?
Grabner: Ja, auf jeden Fall. Ich hoffe jetzt mal auf eine gute Saison undd dass ich mein Spiel weiterentwickeln kann. Hoffentlich kann ich dann nächstes Jahr in Vancouver bleiben.

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ÖSTERREICH: Sie haben über den Sommer ordentlich an Körpermasse zugelegt. Wieviel wiegen Sie jetzt, wie und was haben Sie trainiert?
Grabner: Ich wiege jetzt ca. 85 kg, habe in etwa 7 bis 8 Kilo zugelegt. Ich habe vor allem Krafttraining gemacht und bemühe mich jetzt, das Gewicht auch zu halten.

ÖSTERREICH: Hat sich das zusätzliche Krafttraining negativ auf Ihre Geschwindigkeit ausgewirkt?
Grabner: Glaube ich nicht. Ich fühle mich so wie früher, da ist kein großer Unterschied da.

ÖSTERREICH: An welchem Aspekt Ihres Spiels haben Sie über den Sommer am meisten gearbeitet, wo haben Sie die größten Fortschritte gemacht?
Grabner: Ich hoffe, dass ich heuer ein bisschen schlauer und konstanter spielen kann. Die Auf und Abs müssen wegen. Ich möchte nicht mehr einmal toll und dann wieder schwach spielen.

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ÖSTERREICH: Was war eigentlich in den Vorbereitungscamps los? Von allen Seiten hat es da Kritik gehagelt, dass Sie sich nicht genug anstrengen würden.
Grabner: Ich glaube nicht, dass es etwas mit Anstrengung zu tun gehabt hat. Das Camp war einfach härter und es ist etwas Anderes, wenn man über einen Sommer acht Kilo zulegt. Vor allem beim Eislaufen hab ich mir am Anfang härter getan, aber inzwischen geht es schon viel besser. Außerdem bin ich ja sowieso kein guter Trainingsspieler. In den Matches hat es auch schon viel besser ausgesehen.

ÖSTERREICH: Waren da das Tor und der Assist in Ihrem ersten Pre-Season-Spiel gegen Calgary eine Erleichterung?
Grabner: Schon, es ist immer gut, wenn gleich ein Tor gelingt. Das nimmt Druck von dir weg. Das Spiel gegen Calgary war überhaupt eines meiner besten bisher. Hoffentlich kann ich so weiterspielen.

ÖSTERREICH: Helfen Ihnen die Erfahrungen aus dem Trainingscamp im Vorjahr?
Grabner: Ja, auf jeden Fall. Man weiß schon, wie alles abläuft und man konnte sich auch besser vorbereiten.

ÖSTERREICH: Letztes Jahr haben Sie sich mit Superstar Markus Naslund ein Zimmer geteilt. Mit wem heuer?
Grabner: Heuer war ich mit Morrison zusammen, der ist auch kein Schlechter.

Interview: Christian Schleifer/ÖSTERREICH