norwegen jubel

Eishockey-WM

Norwegen trotz Debakel im Viertelfinale

Skandinavier gehen gegen USA 1:9 unter, dank Deutschland-Sieg aber trotzdem erstmals in einem WM-Viertelfinale.

Norwegens Eishockey-Team hat sich am Montag in Kanada erstmals für ein WM-Viertelfinale qualifiziert. Die Skandinavier verloren zwar ihr letztes Vorrundenspiel gegen die USA mit 1:9, ein einziger Sieg reichte aber zum Aufstieg, weil Lettland mit dem 3:5 gegen Deutschland den dafür nötigen Punkt verpasste. Titelverteidiger Kanada und Russland beendeten die Gruppenspiele ungeschlagen und gelten auch in ihren Viertelfinal-Matches am Mittwoch als Favoriten.

Kanada weiter ungeschlagen
Kanada kam in Halifax vor den Augen von Premierminister Stephen Harper in einer Neuauflage des Vorjahrs-Endspiels zu einem 6:3 gegen Finnland und beendete die Gruppe F als Sieger. Der Gastgeber, der im neunfachen Torschützen Dany Heatley den Spitzenreiter der Scorerliste stellt (13 Punkte), trifft auf dem Weg zum angestrebten 25. Titel nun auf Norwegen. Die Russen, die seit 15 Jahren auf einen Titel warten, gaben in Quebec dank eines 5:3 gegen die Schweiz die Pole-position in Gruppe E nicht aus der Hand, im Viertelfinale kommt es zu einer Neuauflage.

Dies resultiert aus einer Modusänderung: Wegen der großen Entfernung zwischen den Spielstädten Quebec und Halifax treffen die besten vier Teams einer Gruppe erneut aufeinander (1-4, 2-3). Die übrigen Duelle in der Runde der letzten Acht lauten somit Tschechien gegen Olympiasieger Schweden und Finnland gegen die USA.

Deutsche Schützenhilfe
Norwegen, das im Vorjahr den späteren Absteiger Österreich mit 3:2 nach Verlängerung bezwungen hatte, war nach dem 1:9 auf Schützenhilfe angewiesen. Die kam von Deutschland, das Lettland mit dem zweiten Sieg um die Viertelfinal-Chance brachte. Die Balten hatten in der 48. Minute noch 3:2 geführt, doch drei Treffer der Deutschen innerhalb von fünf Minuten bedeuteten die Wende.

Die Neuauflage von USA gegen Finnland wird zeigen, ob sich die Gemüter nach dem Sonntag-Duell mit 202 Strafminuten und drei Ausschlüssen beruhigt haben. Im Vorjahr hatten die USA im Viertelfinale verloren, am Sonntag unterlagen sie nach einer Prügelei und einem nach falscher Video-Analyse erhaltenen Gegentreffers mit 2:3.