Bullen jagen Austria Vizemeister ab

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Bullen jagen Austria Vizemeister ab

Bullen gewinnen bei Austria 4:2. Versöhnlicher Saisonabschluss für Rapid.

Der entthronte Meister Salzburg hat in der letzten Runde der Fußball-Bundesliga noch den Vizemeistertitel erobert. Die Mozartstädter setzten sich in der 36. und abschließenden Runde bei der Austria 4:2 (1:1) durch und verdrängten die Wiener noch auf Platz drei. Nur schwacher Trost für die Violetten, die ihr 100-Jahr-Jubiläum gerne mit dem Meistertitel gekrönt hätten, war, dass der Titel selbst mit einem Sieg außer Reichweite gewesen wäre.

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Bundesliga: Austria Wien - Red Bull Salzburg - Fotos Biler

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    Drei Zähler hinter dem neuen Champion Sturm Graz landete Salzburg auf dem zweiten Rang. Die Austria hielt nach der siebenten Heimniederlage bei fünf Punkten Rückstand auf die Steirer.

    Torschützenkönig Roland Linz (32.) brachte die Austria entgegen dem Spielverlauf mit seinem 21. Saisontor per Kopf in Führung. Die Freude der Wiener währte aber nur kurz: Jakob Jantscher (33.) besorgte 58 Sekunden später den Ausgleich. Nach einer Gelb-Roten Karte für Julian Baumgartlinger (70.) in Unterzahl, lagen die Hausherren durch Nacer Barazite (73.) noch einmal voran. Alan (76., 83.) und Roman Wallner (79.) drehten die Partie aber noch zugunsten der Mozartstädter.

    Die Austria durchlebte vor 12.500 Zuschauern in der Generali Arena ein Wechselbad der Gefühle. Zweimal durfte sie sich auf dem Weg zur Meisterschaft wähnen, waren nur ein Tor vom Titel entfernt. Nach dem 2:1 durch Barazite noch mit der Chance auf den Titel, brachen die Hausherren nach dem neuerlichen Ausgleich der Salzburger aber im Finish ein.

    Dabei hatte es für die Favoritner zunächst perfekt begonnen. Der Jubel der Fans über den Ausgleich von Wacker in Graz war noch nicht verebbt, als Linz die Arena zum Beben brachte. Der aufgerückte Manuel Ortlechner bediente den Torjäger per Flanke und Linz verwertete sicher zum 1:0. Nicht einmal eine Minute später leisteten sich die Violetten aber eine Unkonzentriertheit: Der unsicher wirkende Torhüter Heinz Lindner konnte einen Alan-Schuss nicht bändigen, Jantscher staubte ab.

    Die auf einen Sieg angewiesene Austria wirkte angesichts der Aufgabe gehemmt. Die noch um den Vizemeistertitel kämpfenden Salzburger kamen aggressiver aus der Kabine. Die Austria war hingegen zu nervös, ein geordneter Spielaufbau war zum Ärger von Trainer Karl Daxbacher kaum vorhanden.

    Nach der schmeichelhaften violetten Führung schlichen sich mit dem Ausgleich der Mozartstädter, bei denen Torhüter Gerhard Tremmel als einzig ausgemusterter Profi seinen Abschied feiern durfte, wieder Fehler ins Spiel der "Veilchen" ein. 7:1 Torschüsse zur Pause für den stark auftretenden Titelverteidiger belegten Salzburgs größere Offensivbemühungen.

    Der Austria gelang es nach Seitenwechsel, die Dominanz der Elf von Ricardo Moniz ein wenig auszugleichen. Die Gäste waren einem weiteren Tor durch Simon Cziommer (48./Freistoß) und einem abgefälschter Schuss von Alan (61.) aber näher. Daxbacher reagierte nach einer Stunde mit der Hereinnahme von Marko Stankovic anstelle von Peter Hlinka. Mit neuem Offensivelan schaltete die Austria auf Angriff - was zunächst auch Wirkung zeigte.

    In der 68. Minute scheiterte Stankovic am auf der Linie postierten Hinteregger, ehe Baumgartlinger nach wiederholtem Foulspiel von Referee Robert Schörgenhofer mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde. Barazite ließ die heimischen Fans noch einmal auf die Sensation hoffen, ehe Salzburg im Konter eiskalt zurückschlug. Alan beendete die violetten Meisterträume, ehe Wallner und erneut der Brasilianer noch für einen klaren Erfolg sorgten.

    Von ihrer schlechten Seite zeigten sich nach Abpfiff noch die Austria-Fans. Nachdem die Stadiontore geöffnet waren, versuchten einige, in den Sektor der Gäste-Anhänger vorzudringen. Die Polizei verhinderte aber Schlimmeres.

    FK Austria Wien - FC Red Bull Salzburg 2:4 (1:1)
    Generali Arena, 12.500 Zuschauer, SR Schörgenhofer
    Tore: Linz (32.), Barazite (73.); bzw. Jantscher (33.), Alan (76.), Wallner (79.), Alan 83.)

    Austria: Lindner - Klein, Margreitter, Ortlechner, Suttner - Junuzovic, Hlinka (63. Stankovic), Baumgartlinger, Liendl - Barazite (80. Tadic) - Linz

    Salzburg: Tremmel - Hierländer (85. Dudic), Sekagya, Hinteregger, Ulmer - Zarate, Cziommer, Leitgeb (77. Offenbacher), Jantscher - Wallner, Alan (90. Teigl)

    Gelb-Rote Karte: Baumgartlinger (70./wiederholtes Foulspiel)
    Gelbe Karten: Ortlechner, Barazite, Junuzovic bzw. Wallner, Cziommer

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    Österreichs Fußball-Rekordmeister SK Rapid hat am Mittwoch einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschied geschafft. Die Hütteldorfer gewannen in der 36. Runde auswärts gegen Absteiger LASK dank Treffern von Heikkinen (35.) und Salihi (48.) bzw. Kaufmann (4.) mit 2:1 (1:1), sicherten sich damit noch Rang fünf und feierten in der letzten Partie unter Interimscaoch Zoran Barisic nach zuletzt sechs erfolglosen Pflichtspielen wieder einen Sieg

    Knapp 900 Rapid-Fans reisten drei Tage nach dem Platzsturm im Derby gegen die Austria nach Linz, verzichteten aber auf eine Unterstützung ihrer Mannschaft. Stattdessen entrollten sie Transparente, auf denen zu lesen war: "Auch wenn ihr euch für uns geniert - durch eure sportliche Leistung ist das Pulverfass explodiert."

    Davon unbeeindruckt kamen die Grün-Weißen schon nach wenigen Sekunden zur ersten Chance, als LASK-Goalie Mandl bei einem Kopfball von Salihi sein ganzes Können aufbieten musste. Auf der Gegenseite machte es Kaufmann besser - der Linzer zog nach einer zu kurzen Kopfball-Abwehr von Sonnleitner aus 18 Metern volley ab und traf genau ins Kreuzeck. Rapid-Tormann Hedl, der den Vorzug gegenüber Payer bekommen hatte und so zu seinem Abschiedsspiel kam, blieb ohne Chance.

    Danach war beiden Teams anzumerken, dass sie nach einer völlig missratenen Saison den Urlaub herbeisehnten. Etwas engagierter wirkten vorerst noch die Linzer, die bei einem knappen Fehlschuss von Kaufmann (17.) dem 2:0 nahe kamen. Rapid fand nur langsam in die Gänge und hatte bei einer Doppelchance von Salihi (22.) Pech.

    Der einzige wirklich gelungene Rapid-Spielzug vor der Pause führte schließlich zum Ausgleich. Drazan schlug eine weite Flanke in den Strafraum, und Saurer legte per Kopf ab für Heikkinen, der den Ball direkt nahm und zum 1:1 einschoss. Für den entscheidenden Treffer sorgte schließlich Salihi in der 48. Minute. Katzer durfte unbehelligt auf der linken Seite nach vorne marschieren, seine Flanke nickte der Albaner unbedrängt am Fünfer ein.

    In der Folge verabsäumte es Rapid, einen höheren Sieg herauszuschießen. Bei Schüssen von Nuhiu (62.) und Trimmel (63.) rettete Mandl, bei weiteren Versuchen von Trimmel (76.) und Salihi (91.) die Latte. Diese Aktionen quittierten die Wiener Fans weitgehend geräuschlos. Halbwegs laut wurde es nur, als die Rapid-Viertelstunde eingeklatscht wurde und die Nachricht von den Verlusttoren der Austria die Runde machte.

    LASK Linz - SK Rapid 1:2 (1:1)
    Stadion der Stadt Linz, 5.900, SR Brugger
    Tore: Kaufmann (4.); bzw. Heikkinen (35.), Salihi (48.)

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    Die SV Ried hat vier Tage vor dem ÖFB-Cupfinale gegen Erstligist Austria Lustenau noch einmal Selbstvertrauen getankt. Die Innviertler gewannen die Generalprobe gegen den Kapfenberger SV mit 2:0 (0:0) und beendeten die Saison damit als beste Heimmannschaft. Ried war in der Keine-Sorgen-Arena mit 35 Punkten vor eigenem Publikum besser als der neue Meister Sturm Graz (34) und der entthronte Titelverteidiger Red Bull Salzburg (33).

    In einer Partie, die für die Tabelle keine Bedeutung mehr hatte, war Ried die überlegene Mannschaft und hatte in der ersten Hälfte auch eine Riesenchance. Doch Carril vergab knapp (18.). Auf der anderen Seite wurde Torhüter Thomas Gebauer, der sein 100. Bundesliga-Spiel für Ried absolvierte, kaum geprüft.

    Auch in der zweiten Hälfte waren die Rieder am Drücker, allerdings vorerst ohne Effizienz. Daher reagierte Trainer Paul Gludovatz und brachte in der 61. Minute Lexa für Royer. Es erwies sich als Goldgriff. Sieben Minute nach seiner Einwechslung traf Lexa nach einem kurz abgespielten Freistoß, Reifeltshammer fixierte in der 83. Minute den Endstand. Damit verlor Kapfenberg auch das sechste Gastspiel in Ried.

    SV Ried - Kapfenberger SV 2:0 (0:0)
    Ried, Keine-Sorgen-Arena, 3.500, SR Einwaller
    Tore: Lexa (68.), Reifeltshammer (83.)

    Ried: Gebauer - Reifeltshammer, Stocklasa (69. Sammer), Riegler - Brenner (76. Hackmair), Mader, Prettenthaler - Nacho, Carril, Royer (61. Lexa) - Guillem

    Kapfenberg: Kostner - Sharifi, Mavric (77. Hirschhofer), Schönberger, Welnicki - Fukal - Elsneg, Erkinger, Gucher (77. Spirk), Hüttenbrenner - Alar (62. Tieber)

    Gelbe Karten: bzw. Sharifi, Gucher