Rumänien: Europas Minimalisten als harte Nuss

Porträt

Rumänien: Europas Minimalisten als harte Nuss

"Tricolorii" erzielten elf und kassierten zwei Tore in der Qualifikation.

Sie sind die Minimalisten auf Europas Fußball-Landkarte. Rumäniens Nationalelf schaffte die Qualifikation für die EM in Frankreich ungeschlagen - mit elf erzielten und zwei kassierten Toren. Kritiker sprechen von der langweiligsten Mannschaft des Turniers. Den Rumänen wird dies egal sein. Sie wollen sich auch am 10. Juni im Eröffnungsspiel gegen Frankreich als hart zu knackende Nuss präsentieren.

Zweikampf mit der Schweiz
In einer Gruppe mit Frankreich, der Schweiz und Albanien dürfte es für die Rumänen auf einen Zweikampf mit den Eidgenossen um Platz zwei hinter dem Gastgeber hinauslaufen. Bei bisher vier EM-Teilnahmen sind die Osteuropäer nur einmal über die Gruppenphase hinausgekommen: 2000 schaffte man es in den Abschiedsspielen von "Karpaten-Maradona" Gheorghe Hagi bis ins Viertelfinale.

Die nunmehrigen Stars der "Tricolorii" haben weniger klingende Namen: Torhüter Ciprian Tatarusanu spielt bei Fiorentina, der routinierte Kapitän Razvan Rat bei Rayo Vallecano, Innenverteidiger Vlad Chiriches bei Napoli. In der Offensive gilt Constantin Budescu als gefährlichster Akteur. Der Angreifer agiert seit Jänner in China für Dalian Yifang. Sorgen bereitet Teamchef Anghel Iordanescu, dass einige Akteure bei ihren Clubs nicht erste Wahl sind.

Vergleich mit Elite fehlt
Auch fehlt Rumänien der wirkliche Vergleich mit der europäischen Elite. In der Qualifikation waren Nordirland, Ungarn, Finnland, Griechenland und die Färöer die Gegner. Da gab man sich mit fünf Siegen und fünf Unentschieden als Zweiter hinter den Nordiren keine Blöße. Zuletzt wahrten die Rumänen immerhin im Test gegen den regierenden Europameister Spanien ihre seit Juni 2014 in nun 17 Länderspielen anhaltende Ungeschlagenheit - bezeichnenderweise mit einem 0:0.

Der ehemalige Internationale Iordanescu darf durchaus als Trainer-Fuchs gelten. Der 65-Jährige übernahm die Nationalmannschaft im Oktober 2014, nachdem Vorgänger Victor Piturca ein lukratives Angebot aus Saudi-Arabien angenommen hatte. Iordanescu betreute seine Heimat davor bereits zweimal. Unter seiner Regie gelang auch der Einzug ins WM-Viertelfinale 1994, der größte internationale Erfolg der Verbandsgeschichte. Deshalb wurde der ehemalige Stürmer auch zum rumänischen Trainer des Jahrhunderts gewählt.

Bisherige EM-Teilnahmen
1984, 1996, 2000, 2008

Größte EM-Erfolge

Viertelfinale (2000)

Quali-Ergebnisse
5 Siege, 5 Unentschieden, keine Niederlage

Griechenland 1:0 (A)
Ungarn 1:1 (H)
Finnland 2:0 (A)
Nordirland 2:0 (H)
Färöer Inseln 1:0 (H)
Nordirland 0:0 (A)
Ungarn 0:0 (A)
Griechenland 0:0 (H)
Finnland 1:1 (H)
Färöer Inseln 3:0 (A)

Beste Quali-Torschützen
Constantin Budescu, Bogdan Stancu, Paul Papp (je zwei Treffer)

Größte Team-Erfolge
WM-Viertelfinale (1994), EM-Viertelfinale (2000)

Bekannteste aktuelle Spieler

  • Ciprian Tatarusanu (AC Fiorentina/Tor)
  • Vlad Chiriches (SSC Napoli/Verteidiger)
  • Mihai Pintilii (Hapoel Tel Aviv/Mittelfeld)
  • Alexandru Maxim (VfB Stuttgart/Mittelfeld)
  • Bogdan Stancu (Genclerbirligi Ankara/Sturm)
  • Razvan Rat (Rayo Vallecano/Verteidiger)

Die letzte Länderspiele gegen Österreich (Gesamtstatistik: 2 Siege, 5 Unentschieden, 1 Niederlagen)
20. Mai 1924: Österreich - Rumänien 4:1
1. Mai 1968: Österreich - Rumänien 1:1
3. September 1972: Rumänien - Österreich 1:1