Die Ungarn waren der Erzfeind

Hans Krankl

Die Ungarn waren der Erzfeind

Österreichs Fußball-Legende kommentiert die EURO - diesmal: Ungarn.

Gegen die Ungarn habe ich die meisten meiner 70 Länderspiele bestritten. Gleich neun an der Zahl. Im Vergleich: Gegen die Deutschen spielte ich nur sechsmal. Heißt: Zu meiner aktiven Zeit gab es fast jedes Jahr ein Duelle gegen unseren Nachbarn.

Das war eine gesunde Rivalität. Die Magyaren wurden als Erzfeind bezeichnet. Die Partien waren meist offen, es gab nie einen klaren Favoriten. Ich feierte gegen die Ungarn drei Siege, verlor viermal und es gab zwei Unentschieden. Wenn ich mich richtig erinnere, erzielte ich gegen den Erbfeind insgesamt fünf Tore.

Deutschen haben Ungarn abgelöst
Wie schon in einer meiner Kolumnen erwähnt, sind mir zwei Duelle besonders in Erinnerung geblieben: Das 1:0 1974 im mit 74.000 Zuschauern vollen Praterstadion -ich erzielte das Goldtor. Und 1982 ein 3:2 im ausverkauften Népstadion in Budapest. Zwei Highlights bei Wahnsinnsstimmung.

Die Zeiten haben sich inzwischen geändert, die Ungarn sind nicht mehr unser Erbfeind. Das sind jetzt die Deutschen, die wir so gerne immer besiegen wollen.