Darauf kommt es im Halbfinale an

Der Check

Darauf kommt es im Halbfinale an

Super-Offensive, Giganten, Gastgeber-Schreck - das könnte entscheiden.

Paris ist nah - und doch so fern: Bevor zwei der vier Übriggebliebenen in Frankreichs Hauptstadt um den EM-Titel rittern, gilt es eine letzte Hürde zu überwinden. Es ist die bis dato vielleicht schwerste. Am Mittwoch trifft Wales auf Portugal. Eine Nation wird ins Finale einziehen und auf Frankreich oder Deutschland treffen. Worauf kommt es an? Wir geben einen Überblick.

Wales - Portugal (Mi, 21 Uhr im LIVE-TICKER)

Wer gewinnt das Superstar-Duell? Gareth Bale und Cristiano Ronaldo kennen sich bestens. Mit Real Madrid eroberten sie gemeinsam zwei Champions-League-Titel. Nun sind sie Gegner, im Kampf um das Finale. "Sie gehören zu den Besten der Welt", betont Wales-Teamchef Chris Coleman. Beiden reicht ein Moment der Unachtsamkeit, um eiskalt zuzuschlagen. Alle Augen werden auf sie gerichtet sein. Bale möchte es nicht zum Duell der Giganten hochzustilisieren: "Es ist das Spiel Portugal gegen Wales - mehr nicht."

Gelingt Portugal die EM-Premiere? Kaum zu glauben, aber wahr: Ronaldo und Co. warten bei dieser EM auf den ersten "echten" Sieg. Weder in der Gruppenphase, noch in der K.o.-Runde lag man am Ende der 90 Minuten voran. Stören tut das bei Portugal niemanden. Um endlich die Sehnsucht nach einem Titel mit der Nationalelf zu stillen, ordnet sich selbst CR7 dem zweckmäßigen Kick unter.

Wie fängt Wales die Sperren auf? Aaron Ramsey und Ben Davies fehlen dem Sensationsteam. Nicht, weil sie verletzt sind. Nein, beide sahen im Viertelfinale gegen Belgien ihre zweite Gelbe Karte des Turniers. Ein herber Verlust. "Das ist entsetzlich", flucht Bale: "Die Regeln sind schwer zu akzeptieren. Ich würde mir wünschen, dass die Gelben Karten früher gestrichen werden." Derzeit werden sie das nach dem Viertelfinale. Zu spät für zwei Waliser.

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    Deutschland - Frankreich (Do., 21 Uhr im LIVE-TICKER)

    Wie ersetzt Jogi die Ausfälle? Ausgerechnet vor dem Hit gegen Frankreich gehen Joachim Löw die Spieler aus: Mats Hummels ist gesperrt, für Mario Gomez (Oberschenkel) ist das Turnier vorbei. Sami Khedira (Adduktoren) fällt ebenfalls aus, während bei Bastian Schweinsteiger (Knie) ein wenig Rest-Hoffnung besteht. Löw muss reagieren: Er wird wieder von Dreier- auf Viererkette umstellen. Benedikt Höwedes oder Shkodran Mustafi ersetzen Hummels, Jungstar Julian Weigl oder Emre Can wohl Khedira. Im Sturm könnte Mario Götze als "falsche Neun" auflaufen.

    Ist die Super-Offensive zu stoppen? Das Feuerwerk gegen Island hat gezeigt: Frankreich ist bereit für den Weltmeister. Speziell die Offensive. Antoine Griezmann hält bei vier Turniertoren, seine Nebenleute Dimitri Payet und Olivier Giroud haben jeweils drei zu Buche stehen. Drei Akteure aus einem Team mit je mindestens drei Treffern - eine derartige Ausbeute gelang in der EM-Historie keiner anderen Mannschaft. Sie gilt es zu stoppen.

    Was bewirkt der Heimvorteil? "Wir sind die Gastgeber - wir sind entschlossen", tönte Paul Pogba. Er baut auf den Heimvorteil. Die Grande Nation ist bei Großereignissen im eigenen Land seit 17 Spielen ungeschlagen. 1984 holte sie den EM-Titel, 1998 wurde sie Weltmeister. Und 2016? Mit Deutschland wartet jedenfalls ein wahrer Heim-Schreck: Die jüngsten neun Duelle mit Veranstaltern wurden bei Endrunden gewonnen. 2014 watschte man Brasilien mit 7:1 ab.

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