Deshalb läuft es beim ÖFB-Star nicht

Alaba im Formtief

Deshalb läuft es beim ÖFB-Star nicht

Alaba enttäuschte gegen Portugal erneut. Was ist nur los? Die Gründe.

Erfreut blickte David Alaba nicht drein, als in der 65. Minute plötzlich seine Nummer 8 auf der Anzeigetafel des vierten Offiziellen aufleuchtete. Am liebsten hätte er sich wohl verwundert die Augen gerieben. Er, der hellste Stern auf Österreichs Fußball-Himmel, durfte in der so wichtigen Schlussphase gegen Portugal nicht mehr strahlen.

In der Qualifikation war der Bayern-Legionär das Um und Auf. Zauberte er, wusste das komplette Team zu zaubern. Vier Treffer und drei Vorlagen steuerte er zum Erfolgslauf bei. In Frankreich wollte er der Fußballwelt zeigen, wozu er auch im Mittelfeld fähig ist. Ein Anspruch, dem er bei der EURO bislang keineswegs gerecht werden konnte.

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Aber was ist los mit Alaba? Der Superstar wirkt ungewohnt fahrig. Zu viele Ballverluste leistet er sich, zu einfache Fehlpässe unterlaufen ihm. Wie gegen Ungarn (0:2) gelang es ihm bei der 0:0-Punkteteilung mit Portugal nicht, für etwas Ruhe in der Offensive zu sorgen. Vielmehr stand er sinnbildlich für die hektischen Bemühungen. So fanden nur 65 Prozent seiner Zuspiele ihren rechtmäßigen Abnehmer.

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Lange Saison, andere Position
Von einem Kicker seiner Klasse darf man trotz gegnerischer Spezialbewachung mehr erwarten. Das hat Alaba oft bewiesen. Er ist jedoch schlicht nicht in der Form früherer Tage. Ein Grund könnte die kräftezehrende Saison sein. Für den FC Bayern bestritt er in dieser Saison 46 Partien. Speziell im Frühjahr war die physische wie psychische Belastung unglaublich hoch.

Englische Wochen und der Triple-Druck gehen an keinem Profi spurlos vorüber. Hinzu kommt die Umstellung von Abwehr auf Mittelfeld: "Das ist ein kleines Problem", sagte Marcel Koller nach der Ungarn-Pleite: "Wenn er Außen- oder Innenverteidiger spielt, ist es nicht einfach, plötzlich im Mittelfeldzentrum aufzulaufen."

Dafür benötige Alaba "immer etwas", so der Teamchef. Und wenn das Selbstvertrauen gerade nicht so ausgeprägt ist, dauert es länger. Alaba merkt das zum ungünstigsten Zeitpunkt: Ihm fehlte sowohl gegen Ungarn im defensiven Mittelfeld als auch gegen Portugal als offensiver Taktgeber hinter der Solospitze die Bindung.

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    "Kein Grund, trotzig zu sein"
    "Für ihn war es schwer, neuerlich eine andere Position zu bearbeiten", erklärte Koller. Er war bemüht, seinen Führungsspieler aus der Schusslinie zu nehmen. "Aus meiner Sicht hat er das vorne mit Martin Harnik gutgemacht. Es war schwierig für beide, sich in Szene zu setzen. Sie haben in der Defensive viele Räume zugemacht."

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    Trotzdem nahm er Alaba in der 65. Minute runter. "Ich weiß nicht warum. Glücklich war ich nicht über die Auswechslung", reagierte dieser gegenüber der "ARD" verwundert. Koller beschwichtigte: "Da gibt es keinen Grund, irgendwie trotzig oder unzufrieden zu sein. Wir haben noch ein drittes Spiel."

    Eine Begegnung, in der es für Österreich um alles geht. Mit einem Erfolg würde man das Achtelfinal-Ticket lösen. Um gegen unangenehme Isländer zu bestehen, braucht es einen Alaba in Bestform. Was dann möglich ist, hat die Qualifikation gezeigt.

    (ck)