Bayern-Pleite: Erst Rausch, dann Tränen

200.000 auf den Beinen

Bayern-Pleite: Erst Rausch, dann Tränen

Die Champions-League-Party in München ist geplatzt.

Hoeneß' Lebenstraum geplatzt
Auf der Tribüne litt Bayern-Boss Uli Hoeneß Höllenqualen. So sehr hatte er sich auf das "Finale dahoam" gefreut und dann gab es doch wieder eine Wiederholung des legendären Champions League-Finales von 1999, als man in der Nachspielzeit den Sieg vergeigte. "Grausam, es ist ein Wahnsinn", stammelte Hoeneß nach der Final-Pleite gegen Chelsea in die TV-Mikrofone. "Dreimal hatten wir die Chance, das Spiel für uns zu entscheiden. Wir hatten es eigentlich immer unter Kontrolle. Chelsea hat doch keine Torchance gehabt."

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    Der Frust bei den Bayern sitzt tief und Hoeneß hinterfragt gleich sein ganzes Team: "Ich bin nicht derjenige, der das so hinnimmt. Wir können nicht sagen, dass alles in Ordnung ist, wenn wir dreimal Zweiter werden." Dann zweifelte Hoeneß auch noch die letzte Bereitschaft seiner Mannschaft an: "Ich habe heute keinen Jens Jeremies gesehen, der schon beim Einlaufen den Gegner in die Waden beißt."

    Spieler geschockt
    Trotz der Niederlage gab es bei den Bayern im Anschluss an die Pleite-Partie noch ein großes Gala-Dinner. Von Partystimmung war allerdings keine Spur. Elfer-Pechvogel Arjen Robben wollte sich neben seiner Frau Bernadien am liebsten unter den Tisch verkriechen. Bastian Schweinsteiger, der zweite "Elfer-Depp" der Bayern, suchte Trost bei seiner Model-Freundin Sarah Brandner. Der diesmal kalt gestellte Stürmerstar Mario Gomez schlürfte nachdenklich an einer Caipirinha.

    Als Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge gegen viertel drei Uhr das Festbankett offiziell eröffnete, war die Stimmung bei den 450 Ehrengästen am Boden.

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      Lahm hielt tapfer die Stellung
      Bayern-Kapitän Philipp Lahm hielt sich tapfer und bis ca. 5 Uhr in der Früh durch. Immer wieder musste der Teamspieler die unverständliche Final-Niederlage erklären. Erst als einer der Letzten verließ er das Bankett/sinkende Schiff. "Schweinii" hatte bereits kurz nach 3 Uhr die Segel gestrichen und sich nach Hause getrollt.

      In den nächsten Wochen, während der EM, haben die Club-Verantwortlichen viel Zeit, die Niederlage zu analysieren. Man darf gespannt sein, welche Schlüsse gezogen, welche Verstärkungen geholt werden.

      Der Finaltag im Zeitraffer
      200.000 auf den Straßen, 70.000 beim Public Viewing im alten Olympia-Stadion, über 60.000 in der Allianz-Arena, 30.000 auf der Theresienwiese. Doch Spielverderber Chelsea ließ die Bayern-Party platzen.

      12 Uhr: Im Olympia-Stadion beginnt das Match der Legenden. Eine World-Allstars-Auswahl bezwingt die Bayern-Legenden 3:2.

      14.10 Uhr: Mittlerweile sind die Temperaturen auf 24 Grad geklettert. Das Endspiel elektrisiert alle. Der Marienplatz im Herzen der Stadt ist fest in den Händen der Bayern-Fans. Die Anhänger des FC Chelsea versammeln sich am Odeonsplatz und im Hofgarten.

      15.24 Uhr: Der Hauptbahnhof bebt. Bayern-Sprechchöre. Plötzlich schlägt die Stimmung um. Englische Hooligans entzünden bengalische Feuer. Polizei und Feuerwehr sind sofort da. Der Brand wird gelöscht. Die Riesenparty geht weiter.

      15.37 Uhr: Totales Verkehrschaos am Stachus. Nichts geht mehr. Die Bevölkerung wird ersucht, nur noch Öffis zu benutzen. Doch: Auch die U 6 steht im Tunnel und kann nicht mehr weiter. Der Zugführer sagt: „Das ist Ausnahmezustand.“

      20.32 Uhr: Die riesigen Public-Viewing-Zonen sind gefüllt. Die Sonne sticht vom Himmel. Das Fußballfieber steigt.

      20.45 Uhr: Als das Champions-League-Finale punktgenau angepfiffen wird, blickt die Fußballwelt fasziniert in die mit 65.000 ­Zuschauern knallvolle Al­lianz-Arena.

      23.45 Uhr: Bayern ist im Tal der Tränen. Aus der Traum vom Titel dahoam. Chelsea siegt nach Elferschießen. 20.000 Engländer jubeln in Blau und Weiß. Der rot-weiße Teil der Tribüne ist bald leer. Katerstimmung statt der für heute geplanten Titelfeier in der Münchner Innenstadt. Bayern-Coach Heynckes: „Wir sind alle leer und traurig, das ist bitter!“

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